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20. April 2017 08:21 Uhr

Landwirtschaft

Obstbauern zünden Wachskerzen gegen den Frost an

Mit riesigen Wachskerzen wehrt sich ein Obstbautechniker bei Ehrenkirchen in der vergangenen Nacht gegen drohende Frostschäden an seinen Bäumen. Was bringt die ungewöhnliche Technik?

  1. Wachskerzen in Eimern brennen bei Norsingen zwischen Pfirsichbäumen. Foto: dpa

  2. Wachskerzen in Eimern brennen bei Norsingen zwischen Pfirsichbäumen. Foto: dpa

Durch die Wärme der insgesamt etwa 1800 Kerzen wolle er bei minus einem Grad die Blüten der Pfirsich- und Birnbäumen schützen, sagte Obstbautechniker Joel Siegel. In der Nacht ging es um 15 Hektar Land mit Obstbäumen, pro Hektar wurden rund 120 Kerzen gezündet. Bis zu drei Grad Wärme würden so in seiner Obstbaumanlage erzeugt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes sollten die Temperaturen im Rheintal sogar bis minus vier Grad heruntergehen.

Siegel hat die Technik in den letzten Jahren schon öfters angewandt. In anderen Obstanbaugebieten werden die Bäume mit Wasser beregnet. Es bildet sich ein dicker Eispanzer, auch dieser kann die Blüten schützen.
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So setzt ein Landwirt bei Denzlingen im Kampf gegen Frostschäden an seinen Apfelbäumen auf dicke Eiszapfen. Andreas Schüssele vom Franz-Xaver-Hof hofft nach eigenen Angaben, dass durch die Eispanzermethode größere Schäden an den empfindlichen Blüten der Apfelbäume vermieden werden können.

Die Eisschicht soll die Blüten schützen. In der Nacht zum Donnerstag wurden Wassersprinkler zwischen den Bäumen angestellt, die diese mit Wasser benetzten. Stunde um Stunde wuchs so der schützende Eispanzer.

Im Kreis Heilbronn geht man derweil ganz andere Wege: Nach teils starken Verlusten bei der Weinlese im vergangenen Jahr hat das Agrarministerium am Donnerstag Hubschrauber eingesetzt, um junge Reben vor Frost zu schützen. Wie Agrarminister Peter Hauk in Obersulm sagte, sollen so kalte und warme Luft ausgetauscht werden. Sogenannte Inversionswetterlagen, bei denen die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren, verursachen im Weinbau teils erhebliche Frostschäden.

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Autor: dpa, bz