Die Schule geht – ein Stein bleibt

Horst David

Von Horst David

Mo, 29. Juli 2013 um 16:04 Uhr

Eichstetten

EICHSTETTEN. Der Eichstetter Steinbildhauermeister Joachim Bihl und neun Hauptschüler der Adolf-Gänshirt-Schule haben in der Schulstraße, bei der Zufahrt zum Wohngebiet "Nohl", das gemeinsam geschaffene das Kunstwerk "Stein der Hauptschüler" zusammen mit Rektorin Angela Hauser und Bürgermeister Michael Bruder enthüllt. Wie Rosita Blankenstein darlegte, ist es zugleich die vierte Aufstellung des Vereins "Kunst.Natur.Kaiserstuhl".

EICHSTETTEN. Der Eichstetter Steinbildhauermeister Joachim Bihl und neun Hauptschüler der Adolf-Gänshirt-Schule haben in der Schulstraße, bei der Zufahrt zum Wohngebiet "Nohl", das gemeinsam geschaffene das Kunstwerk "Stein der Hauptschüler" zusammen mit Rektorin Angela Hauser und Bürgermeister Michael Bruder enthüllt. Wie Rosita Blankenstein darlegte, ist es zugleich die vierte Aufstellung des Vereins "Kunst.Natur.Kaiserstuhl".

Die zweiteilige Sandsteinskulptur ist eine Gemeinschaftsproduktion von Bihl und neun Eichstetter Hauptschülern. Bei diesem besonderen Projekt mit der Adolf-Gänshirt-Schule Eichstetten verfolgte der Verein "Kunst.Natur.Kaiserstuhl" das Ziel, auch jungen Menschen die Bedeutung der Kunst zu vermitteln. Die Skulptur entstand innerhalb eines Jahres in zwei Projektzyklen an zwölf Terminen. Neun Schüler von zwei Abschlussklassen – Adrian, Christian, Hakan, Jan, Jens, Justin, Marcus, Mark und Muhammed – beteiligten sich an der Skulptur.

Leiter der Projektgruppe war Joachim Bihl, in dessen Werkstatt alle Arbeiten durchgeführt wurden. Er beriet, leitete an und überarbeitete den Stein zum Abschluss. Das Rohmaterial waren zwei Sandsteinpoller vom früheren Dorfbach, die beim Gemeindebauhof aufbewahrt waren. Die Gemeinde Eichstetten stellte sie den Schülern zur Verfügung: Den Schülern war klar, dass auf dem Stein Motive vom Kaiserstuhl – Vulkan, Hohlweg, Schnecken, Lösskindel und die Sonne – dargestellt werden sollten. Zweiter Schwerpunkt war das Thema Schule selbst. Die Worte "Lernen" und "Schule", der Anfang des ABC, die Rechenaufgabe 3 x 3 - 2, eine Schülergruppe, ein Smiley und das Wort "Ferien" wurden in den Stein gemeißelt.

"Unsere Hauptschule geht

verloren, aber der Stein

der Hauptschüler bleibt"

Hakan Albeyrak
Die körperliche und handwerkliche Arbeit am Stein habe ihnen Spaß gemacht, da die Arbeit kreativ war und sie ihre Ideen verwirklichen konnten, sagten die Schüler. Dennoch war auch Wehmut zu spüren: "Unsere Hauptschule geht verloren, aber der Stein der Hauptschüler bleibt", meinte Schülersprecher Hakan Albeyrak bei der Enthüllung. Die Skulptur sei eben auch ein Denkmal für die Eichstetter Hauptschüler, erklärte Bihl. Die Hauptschule in Eichstetten wird im kommenden Schuljahr nur noch mit der Abschlussklasse fortgeführt; die unteren Klassen wechseln schon im September alle nach Bötzingen. In einem Jahr dann, nach dem Abschluss der letzten Hauptschulklasse, werden in Eichstetten nur noch Grundschüler unterrichtet.

Ursprünglich war die Skulptur als "Stein der Schule" angedacht, doch wegen dem nun beginnenden Auslaufen der Hauptschule änderte man den Titel nun ab. So setze die Kunst im öffentlichen Raum eben auch "Zeitzeichen", meinten Bildhauer Bihl und Bürgermeister Bruder. Auch Rektorin Angela Hauser stellte mit Wehmut fest: "Dies wird die letzte Enthüllung durch die Hauptschüler in Eichstetten sein". Zuvor hatten Eichstetter Schüler schon an anderen Arbeiten im Dorf mitgewirkt, wie dem Mahnmal für die 1940 aus Eichstetten deportierten Juden neben dem früheren jüdischen Schulhaus. Bei der Enthüllung des neuen Kunstwerks setzte das "Saxophonquintett" des Musikvereins Eichstetten mit etlichen Stücken musikalische Akzente.