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24. Mai 2011

"Güterwagen lagen auf den Bahnsteigen"

Der Bahnunfall bei Müllheim weckt Erinnerungen an das Unglück am 1. April 1977 in Eimeldingen.

  1. Ausschnitt aus der Sonderseite der BZ, die am 4. April 1977 zum Bahnunglück in Eimeldingen erschien. Foto: BZ

EIMELDINGEN (BZ). "Güterzug im Bahnhof von Eimeldingen entgleist", so titelte die Badische Zeitung am Montag, 4. April 1977. Dieses Unglück ist 34 Jahre her, doch der Unfall vom vergangenen Freitag beim Bahnhof Müllheim hat es vielen Eimeldingern wieder in Erinnerung gerufen. Die Parallelen sind denn auch verblüffend. Auch 1977 war es – wie jetzt – ein Freitag, an dem der Güterzug entgleiste. Auch damals hatte man Glück im Unglück, weil niemand verletzt wurde. Schon damals waren die Folgen aber beträchtlich.

Es war am Freitag, 1. April, nachts um 22.58, als der Schnellgüterzug damals im Eimeldinger Bahnhof entgleiste. "Seit der Eisenbahnkatastrophe von Rheinweiler 1971 der größte Unfall auf der Strecke", schrieb die BZ. Die Ursache war rasch ausgemacht: "Bei der Fahrt durch den Bahnhof Eimeldingen kam es am 15. Wagen, einem Vierachser der niederländischen Staatsbahnen, zu einem Radbruch, wobei der Spurkranz vom Rad gelöst wurde." Dadurch entgleiste nicht nur dieser vollbeladene Wagen, es hob auch weitere 18 Waggons von den Gleisen, von denen sieben umstürzten. Durch die Wucht der Entgleisung wurden die Wagen aufeinandergeschoben, verkeilten sich ineinander, schildert die BZ, die das "Bild der Verwüstung" so beschreibt: "Güterwagen lagen auf den Bahnsteigen, die Ladung hatte sich über den Bahnkörper und die angrenzenden Grundstücke ergossen." Allerdings scheint man sich über die Giftigkeit der Ladung damals weniger Sorgen gemacht zu haben als heute, vielleicht auch, weil die Ladung damals tatsächlich nicht ganz so gefährlich war: "Die Ladung, die zum größten Teil aus Italien stammte und neben Weihnachtsbaumschmuck nichtbrennbare Chemikalien und Kühlschränke für Holland umfasste, ließ auf dem Bahngelände von Eimeldingen den Eindruck einer Mülldeponie entstehen", berichtet die BZ dazu.

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Der Chef des Krisenstabes in Eimeldingen, Bahnrat Karl-Heinz Häussler, gab "vom Raum des Fahrdienstleiters Anweisungen an die Hilfsmannschaften". Ja, damals gab es den Eimeldinger Bahnhof noch. Karl-Heinz Häussler sagte damals der BZ: "Trotz des riesigen Sachschadens können wir von Glück sagen, dass der Bahnhof zu dieser Zeit unbesetzt war und sich im Bahnbereich keine Passanten befanden." Auch damals musste der Bahnverkehr eingestellt werden. Es gab aber noch ein anderes Problem: Der Ansturm der Schaulustigen führte zu einem Verkehrschaos in Eimeldingen.

Autor: vl