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09. Oktober 2015

Ein Universum aus Schönem und Schrecklichem

Klaus Dürrschnabel las in der Reihe "Africa meets Europe" im Lörracher Werkraum Schöpflin Lyrik von Susan Kiguli aus Uganda.

  1. Klaus Dürrschnabel, Brenda Kawala und Cecil Strouken Foto: Martina David-Wenk

"Werden unsere Kinder die Lasten niederlegen und in der Liebe leben." Ugandas berühmte Literatin Susan N. Kiguli findet in dem Gedicht "Liebe" keine Antwort. Klaus Dürrschnabel liest aus dem Buch "Zuhause treibt in der Ferne" in der Reihe "Africa meets Europe" des Werkraum Schöpflin. Er liest, um die Arbeit des Rainbow House of Hope in Ugandas Hauptstadt Kampala zu unterstützen. Cecil Strouken, Lehrerin der Musikschule Mittleres Wiesental, verstärkt mit ihrem Cello die Texte. Brigitte Oleschinski, selbst Lyrikerin, hat diese mit Feingefühl ins Deutsche transkribiert.

Um Liebe geht es in den Texten, um das Lachen der Kinder, um Schlaflieder singende Mütter, um Töchter in der Pubertät. Um Alltägliches geht es; die meisten Texte beginnen mit Erfahrungen, die die ganze Welt verbindet, um im Uganda des Terrors und der Gewaltherrschaft zu enden. Klaus Dürrschnabel weiß, wie viel Emotion er in die Texte legen muss, um ihre Wirkung nicht zu schmälern. Ganz wenig nämlich. Die Texte mit ihren uralten Bildern von starken Frauen und starken Töchtern sprechen für sich. Nur als er das Gedicht über die Tulpen in England vorträgt, da strahlt der Rezitator. Es ist nicht nur Susan Kigulis Text, der die zur Massenware gewordene Blume plötzlich so besonders werden lässt. Dürrschnabel spürt der Liebe nach, die die afrikanische Autorin im kalten England für diese Blumen empfunden haben muss. Doch so poetisch und das Schöne bedichtend sind Kigulis Texte selten. Das Schöne und das Schreckliche liegen meist ganz nah beieinander und Klaus Dürrschnabel lässt die Texte für sich sprechen. Cecil Strouken begleitet diese mit Werken von Bach und Telemann, aber mit Komponisten der heutigen Zeit. ´Voller Dramatik spiegeln gerade diese die Zerrissenheit der Welt wider.

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Susanne Fink, Vorsitzende des Rainbow House of Hope Vereins in Schopfheim, nannte es einen Glücksfall eine authentische Stimme Ugandas hier hören zu können. Brenda Kawala, die mit dem Projektgründer des Rainbow House of Hope Michael Mwase, Deutschland besucht rezitierte leidenschaftlich den Titelgebenden Text des Bandes "Home floats in the Distance" (Zuhause treibt in die Ferne) im Original. Susan Kiguli sei berühmt in Uganda, sagt sie zum Schluss.

Buch: Susan N. Kiguli, "Zuhause treibt in die Ferne" englisch-deutsch, Verlag Das Wunderhorn Heidelberg, 18,90 Euro

Nächste Veranstaltungen: heute, Freitag, Tanzworkshop mit Brenda Kawala,15 bis 18.30 Uhr; 20 Uhr Konzert mit Tilo Wachters Percussionensemble Andromeda, Werkraum Schöpflin in Lörrach-Brombach

Autor: Martina David-Wenk