Einen Volltreffer gelandet

Bianca Flier

Von Bianca Flier

Mi, 31. Januar 2018

Müllheim

Konzert des Chores Temporal in der Martinskirche / Jugendgruppe überraschte mit Auftritt.

MÜLLHEIM. Mit seinem "Start-up-Konzert 2018" landete der Chor Temporal unter der Leitung von Thomas Wiedenhofer einen Volltreffer beim Publikum. Zahlreiche Freunde der modernen Chormusik waren in die Martinskirche geströmt, um das bekannte Ensemble zu hören. Eine tolle Überraschung bot die Jugendgruppe des Chores mit ihrem Auftritt. Am Klavier begleitet wurden die Formationen souverän und einfühlsam von Sonja Hänig.

Den Auftakt machte Temporal mit einer rhythmisch raffinierten Interpretation des Spirituals "Go down Moses". Mitreißend gestaltet war auch "Fly me to the moon" von Bart Howard in einem Arrangement von Kirby Shaw. Gesang und Klavieruntermalung bildeten jeweils eine harmonische Einheit. Doch auch mit stimmigen A-cappella-Darbietungen wusste Temporal zu überzeugen. In anmutigen Klangbildern wurde "Kiss from a Rose" präsentiert, ein Lovesong von Samuel Henry. Die komplexe Vielstimmigkeit in "She was beautiful" (Stanley Myers) und das in andächtigen und aufregenden Kontrasten ausgemalte "Music", ein Dauerhit von John Miles, bewiesen den großen Facettenreichtum des Chores in Technik und Interpretation. Aktuell wie eh und je: Das alte Volkslied "Die Gedanken sind frei" – eine mit Verve gesungene Hommage an die Freiheit.

Nach der Pause hieß es Bühne frei für die Jugendgruppe von Temporal. Motto: klein, aber fein. Unglaublich, was das junge Gesangsquintett an gutem Können zeigte. Das anspruchsvolle "Some Nights" von Ruess und Antonoff und das ruhige Liebeslied "Hungriges Herz" von Mia waren genau die richtigen Titel, um sich in die Herzen des Publikums zu singen. Die gute Intonation und Dynamik sowie die hervorragende Meisterung mehrstimmiger Melodik zeichneten die Vorträge aus. Sonja Hänigs feine Klavierbegleitung tat ein Übriges. Mit dem fulminanten A-cappella-Beitrag "Rama Lama Ding Dong" (Arrangement: Georg Jones) beendeten die virtuosen jungen Fünf ihren Auftritt, der mit tosendem Applaus belohnt wurde.

Das Konzertfinale gestaltete wieder Temporal. Zunächst erfreute der Chor die Hörer mit dem Evergreen "Ain’t Misbehavin" von Brendan Graham, wieder in einer reizvollen A-cappella-Version und mit einem gekonnten Solo von Bernd Elsässer. Das anrührend ausgestaltete Spiritual "Your raise me up" leitete über zu dem pfiffigen Song "Tuxedo Junction" mit einem schönen Solo von Jochen Landprecht und der stimmungsvollen Mundharmonikabegleitung von Rainer Philipp. "Fields of Gold", ein Song, den Sting berühmt gemacht hat, wurde in einer bewegenden Gestaltung präsentiert. Mit dem fulminanten "Coconut-Song" von Smokey Mountain, in welchem Achim Hänig mit einem Solo brillierte, ging das Konzert zu Ende. Freilich nicht ohne eine vom Publikum heftig geforderte Zugabe. Fazit: Ein Konzert, das Anspruch, hohen Unterhaltungswert und jede Menge Spaß bot.