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11. Mai 2017

Einzigartige Zeugen der Erdgeschichte

Steinmetz Werner Grüninger führt bei der Wandereröffnung des Schluchtensteigs durch den Geopark und erklärt die Gesteinsarten.

  1. Steinmetz Werner Grüninger wusste bei der Wandereröffnung im Geopark auf der Schliecht zu jedem Gestein etwas Interessantes zu erzählen. Foto: Dennis Wipf

LENZKIRCH. Trotz durchwachsenem Wetter mit wenig frühlingshaften Temperaturen folgten Wandergruppen aus Hinterzarten, Schluchsee, Löffingen, Häusern und Rötenbach, aber auch Naturfreunde aus der Haslachgemeinde am Sonntag der Einladung zum Schluchtensteigopening in den Lenzkircher Geopark. Steinmetz Werner Grüninger bot Führungen durch den Geopark an und informierte über die verschiedenen Gesteinsarten rund um Lenzkirch.

Mit dem Wanderopening beginnt offiziell die Wandersaison für dieses Jahr. Neben musikalischer Unterhaltung der Kappler Dorfblaari und kulinarischer Verköstigung des Musikvereins Falkau-Raitenbuch und dem Schwarzwaldverein Lenzkirch, bot Werner Grüninger mehrere Führungen im Geopark an. "Die meisten der dort ausgestellten Steine sind zwischen 333 und 380 Millionen Jahre alt", so der erfahrene Steinmetz. Das Besondere an den Lenzkircher Gesteinen ist, dass es so altes Gestein in ganz Deutschland nur noch im Rheinischen Schiefergebirge, dem Saar- und Ruhrgebirge, sowie in dem vogtländischen und böhmischen Landen gibt. "Die Vielseitigkeit der Gesteinswelt im Schwarzwald sehen wir, wenn wir die heimische Landschaft anschauen", erzählt Grüninger. Das kuppige Grundgebirge im Westen und Süden von Lenzkirch mit seinen Gneisen, Graniten und frühzeitlichen Vulkangesteinen, sowie flächig erscheinenden Sand- und Kalksteinen des Deckgebirges im Osten, sind einzigartige Zeugen der Erdzeitgeschichte.

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Doch nicht nur verschiedene Zeitalter hat das Haslachstädtchen durchgemacht. Die Form des Lenzkircher Tales lasse klar auf geologische Großereignisse schließen. Anhand der Ausgestaltung der Lenzkircher Täler lässt sich das Einwirken der Eiszeit erkennen. "Bei mindestens zwei der fünf süddeutschen Kaltzeiten waren wir hier in Lenzkirch vergletschert", erläuterte Grüninger den interessierten Naturfreunden.

Mit Vorstellungen der einzelnen Gesteine im Geopark, wie dem Ursee Granit, dem Bärhalde Granit, dem Lenzkirch Steina Granit oder dem Schluchsee Granit, ging Steinmetz Grüninger auf die jeder für sich einzigartigen Zeitzeugen ein.

Eine geologische Besonderheit stellt die Badenweiler-Lenzkirch-Zone dar, die in Lenzkirch erhalten geblieben ist. Dabei handelt es sich um eine variszische Subduktionszone", so Grüninger. Dabei kollidierten vor rund 360 Millionen Jahren zwei Erdkrustenplatten mit Minikontinenten im Anfang einer Gebirgsbildungsphase miteinander. Zu Beginn wurde ein Ozean verschluckt. In der Folge schob sich die Zentralschwarzwälder Gneismasse des Feldberggebietes von Südwesten auf die Region des Haslachstädtchen auf. Am Ende entstand ein Teil eines neuen Gebirges. Die Varisziden.

Autor: Dennis Wipf