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29. September 2010 08:48 Uhr

Atomkraft

AKW Fessenheim: Radioaktives Gas trat aus

Ende August sind aus dem Primärkreislauf des AKW Fessenheim 50 Kubikmeter Gas in die Umwelt gelangt. In Südbaden sorgt der von der Leitung des Kraftwerks als unbedenklich eingestufte Vorfall nun für Aufregung.

FESSENHEIM (bnü). Radioaktive Abluft aus dem Primärkreislauf, die versehentlich in die Atmosphäre freigesetzt wird? Bei dem ausgetretenen Gas handelt es sich um ein Nebenprodukt der Kernspaltung. Solche Abfallgase, heißt es in der Erklärung der französischen Energieaufsichtsbehörde ASN zu dem Vorfall, würden in den nuklearen Anlagen zunächst in Behältern gelagert und nach einer Kontrolle regelmäßig in die Atmosphäre abgegeben. In diesem Fall ist das wohl – aufgrund einer Nachlässigkeit – ohne eine vorherige Kontrolle geschehen. Das Gas entwich bei der Entleerung eines Behälters über einen versehentlich geöffneten Hahn.

Die Sprecherin des AKW Fessenheim, Christelle Mutschler, betonte, der Vorfall vom 24. August liege unterhalb der internationalen Meldeskala für Zwischenfälle in nuklearen Anlagen (Ines). "Die Belastung des entwichenen Gases lag bei weniger als 0,0001 Prozent der zulässigen Jahreshöchstmenge", erklärte Mutschler. Das Gas habe den Primärkreislauf über einen Filter und ein Alarmsystem verlassen. Letzteres habe nicht angeschlagen. Dennoch erweist sich die Umsetzung der Sicherheitsvorschriften als Schwachstelle. Das wurde in der Vergangenheit von der ASN mehrfach beanstandet. Im vorliegenden Fall sah die ASN jedoch keinen Anlass, das Ereignis nachträglich hoch zu stufen. In der Vergangenheit ist es durchaus vorgekommen, dass die Behörde nach der Prüfung eines Vorfalls diesen höher einstufte als der Betreiber Electricité de France. Der BUND Südbaden mutmaßt nun, die französischen Behörden verschleierten hier eine Gefahr.

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Autor: bnü