Pannenreaktor

Turbine löst Notabschaltung von Fessenheim aus

Bärbel Nückles

Von Bärbel Nückles

Do, 20. Dezember 2018 um 10:34 Uhr

Elsass

In Fessenheim hat es wieder eine Panne gegeben. Erneut musste ein Reaktor außerplanmäßig heruntergefahren werden. Diesmal hat ein Problem im Maschinenraum die Notabschaltung ausgelöst.

Reaktor 1 des AKW Fessenheim wurde am Mittwochabend automatisch heruntergefahren. Der Betreiber EDF erklärt dazu auf seiner Internetseite, dass die Notabschaltung durch ein Problem der Turbine im Maschinenraum ausgelöst worden sei. Diese habe wegen einer bislang nicht identifizierten Ursache ausgesetzt.

Sobald der Reaktor wieder hochgefahren werde, könne Wasserdampf über dem AKW austreten. Der Dampf sei nicht radioaktiv sei, so EDF weiter.
Das Regierungspräsidium Freiburg hat seinen Plan für einen möglichen Unfall im Atomkraftwerk Fessenheim vorgestellt. Wichtige Details sind allerdings noch ungeklärt - etwa die Zielorte der Evakuierung. Mehr dazu

Ebenfalls am Mittwoch teilte der trinationale Atomschutzverband (TRAS) mit Sitz in Basel mit, dass er gegen EDF in Frankreich vor Gericht zieht, um eine sofortige Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim zu bewirken.

EDF hat das elsässische AKW nicht gemäß der Sicherheitsvorschriften nach Fukushima mit einem neuen Notstromgenerator ausgerüstet. Da Fessenheim bis Sommer 2020 abgeschaltet werden soll und bis dahin keine Zeit bleibt für den Einbau der Dieselgeneratoren, hat EDF bei der französischen Atomaufsicht beantragt, von dieser Vorschrift ausgenommen zu werden. Der TRAS fürchtet, die Atomaufsicht könne EDF nachgeben.