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12. Januar 2010 18:00 Uhr
400 Mitglieder in der Hauptversammlung der Zunft
Große Schuttigschar nach Oberndorf
Kurz vor dem Narrentag in Obern dorf stimmten sich etwa 400 Mitglieder der Narrenzunft in der Hauptversammlung im Haus des Gastes auf das seltene Großereignis ein.
ELZACH. Mit etwa 400 Teilnehmern war die Hauptversammlung der Narrenzunft Elzach im Haus des Gastes wieder einmal eine Großveranstaltung. Neben dem Rückblick auf die vergangene Fasnet stand der unmittelbar bevorstehende Narrentag in Oberndorf am 16./17. Januar im Vordergrund. Außerdem wurde das Elzacher Nachtwächterpaar für langjährige Dienste geehrt.
Bernhard Holzer übt das Amt des Nachtwächters seit 40 Jahren, Claus Landwehr das des Nachtwächterwiebes seit 25 Jahren an der Fasnet aus – vom Narrenrat erhielt jeder eine Larve als Präsent, außerdem zur allgemeinen Erheiterung ein gemeinsames "Wellnesswochenende am Neckar mit zwei Stadtrundgängen – einen am Morgen und einen am Abend".Sieben Mitglieder, darunter Erznarr Erich Schätzle waren im vergangenen Jahr gestorben. Ihnen gedachte die Versammlung in einer Trauerminute.
Zunftmeister Bernd Fackler dankte den unzähligen Helfern, die zum Gelingen der Fasnet 2009 beigetragen hatten. Eine schöne Neuerung und Blickfang bei den Umzügen sei der Riesenschuttig auf dem Kinderschuttigwagen. Der Zunftmeister rief auch zu maßvollem Umgang mit Hageschwonz und Blodere auf. Natürlich dürfe es auch etwas derb zugehen, aber es gelte auch in Elzach das Rottweiler Fasnet-Motto: "Niemand zum Leid – Jedem zur Freud". Auch an der Kinderfasnet sei darauf zu achten. Außerdem bemängelte Bernd Fackler die mangelnde Präsenz der Schuttig auf den Straßen und in den Wirtschaften außerhalb der Umzüge. Schuttig gehörten nicht nur ins Schuttigzimmer, und die Fasnet sei kein "Museumsfest", sondern auch eine "Begegnung von Schuttig und Zuschauern".
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Die Mitgliedsbändel können in zirka . zwei Wochen wie immer bei der Sparkasse und Volksbank in Elzach abgeholt werden, außerdem ist im Zunfthaus in der Alfing an den Samstagen 30. Januar und 6. Februar, jeweils von 10 bis 14 Uhr, Zunftbändelausgabe. Für den Fackelzug sucht die Zunft außerdem noch weitere Ordner.
Zunftschreiber Andreas Becherer blickte in einem launigen, immer wieder von Lachern unterbrochenen Vortrag, auf das vergangene Geschäftsjahr zurück: "Nach der ärztlich verordneten Zwangspause für Nachtwächter Bernhard Holzer mussten 2009 zwei Geschlechtsumwandlungen vorgenommen werden: Karl Gehring wurde für ein Jahr zum Nochtwächterwieb, das bisherige Wieb Claus Landwehr zum Nochtwächter. Doch mittlerweile konnte wieder alles rückgängig gemacht werden". Latschari-Vorstand Helge Hofmaier habe nach Erringung des Vorstandsposten Glückwünsche aus aller Welt, besonders aus Brasilien erhalten.
Mit einem klaren Defizit schloss jedoch in finanzieller Hinsicht das Geschäftsjahr 2009 für die Zunft. So schrumpften der Kassenbestand um ein Drittel auf nun zirka 24 600 Euro. Wie Säckelmeister Hubertus Heizmann darlegte, sei dies zwar einigen außerordentlichen Ausgaben – unter anderem der Ausstattung einer weiteren Musikkapelle für den Schmutzige Dunschdig, dem Anfall von Herstellungskosten von Abzeichen für mehr als eine Fasnet sowie geringerem Lärvli-Verkauf aufgrund des schlechten Wetters an der Fasnet 2009 – geschuldet, aber großer Spielraum bleibe für die Zunft bei der derzeitigen Kassenlage nicht. Daher und weil für den nächsten Narrentag in Elzach erhebliche Vorfinanzierungen notwendig seien, denke man über eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags in Zukunft nach, erklärte Zunftmeister Bernd Fackler, was lautes Raunen in der Versammlung auslöste.
Der stellvertretende Zunftmeister Thomas Landwehr gab nochmals Informationen zum Narrentag in Oberndorf. Abfahrt der Busse aus Elzach ist am Samstag um 11 Uhr an der Realschule, Rückfahrt aus Oberndorf am Sonntag ab 19 Uhr ab Neckerhalle und 19.15 Uhr ab Gasthaus "Wasserfall". Anfahrtszeiten für Wohnmobile sind am Freitag zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr und Samstag zwischen 13.30 und 15 Uhr. Das Massenquartier ist von Samstag 13 Uhr bis Sonntag 18 Uhr geöffnet, Einlass dort erhält man mit Teilnehmerbändel oder Quartierschein. Fackeln für den Fackelzug (Samstag 19 Uhr) erhalten die Teilnehmer nur, wenn der Bändel sichtbar am Hut befestigt ist. Wer diesen Bändel nur in der Hand trägt, erhält zwar eine Fackel, doch der Bändel wird dann eingezogen. Die Fackeln werden auf den ersten Metern der Umzugsstrecke ausgegeben, also nachdem sich die Narren bereits zum Umzug formiert haben.
Auch der Punkt "Wünsche und Anträge" sorgte wieder für reges Interesse. Erznarr Hubert Oschwald beklagte die Unsitte, dass Dutzende von kleinen Kindern vor dem Umzug herlaufen und den Schwarzen Teufel stören. Starker Beifall und ein unterstützender Wortbeitrag von Karl Mayer zeigten, dass die Versammlung dies ebenfalls so sieht. Man werde in dieser Angelegenheit vor allem an die Eltern appellieren, versprach Zunftmeister Bernd Fackler. Zunftmitglied Martin Gehring beklagte, dass Schuttiganzüge, Larven und sogar nachgemachte Plaketten teilweise hemmungslos, oft im Internet, auch an Nicht-Zuntmitglieder verkauft werden, plädierte für eine schärfere Kontrolle und appellierte außerdem, Jugendliche auch ans "Schiebeschlage" heranzuführen.
Autor: Thomas Steimer
