Mehr als 100 Kunden nötig

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Fr, 10. Juli 2015

Elzach

Stadt beteiligt sich an Nahwärmegenossenschaft / Josef-Burger-Förderrichtlinien aktualisiert.

ELZACH. Ende Juli wird eine Nahwärmegenossenschaft gegründet, die ein Nahwärmenetz ausgehend von der Holzwärme Elzach-Biederbach (HEB) GmbH bis zur Stadtmitte finanzieren und betreiben will. Der Gemeinderat stimmte diese Woche der Mitgliedschaft in dieser Genossenschaft zu.

Vor zwei Jahren beschloss der Gemeinderat zu untersuchen, ob es im Gebiet zwischen der bestehenden Nahwärmeversorgung HEB und der Innenstadt ausreichend Abnahmepotenzial für ein Nahwärmenetz gibt und ob sich dies technisch und wirtschaftlich darstellen lässt. Jetzt hat sich aus diesem Quartier eine Gruppe interessierter Bürger gefunden, die eine Genossenschaft gründen will, um das Nahwärmenetz zu betreiben. Auch für die Nahwärmeproduktion konnte ein zukunftsfähiges Konzept erstellt werden. Als Energielieferanten stehen der bestehende Holzkessel der HEB, die Kläranlage und für den Spitzenverbrauch im Winter der bestehende Ölkessel der Schule zur Verfügung.

Die bestehende Anlage der HEB reicht für das gesamte geplante Nahwärmenetz nicht aus, außerdem arbeitet sie im Sommer nicht wirtschaftlich. Bei der Kläranlage ist die Ausnutzung der vorhandenen Wärme durch das Klärgas-Blockheizkraftwerk ineffizient. Mit dem Einbau einer Wärmepumpe soll die Wärme des Faulturms effizienter bereitgestellt werden. Durch die Wärmepumpe steigt aber der Stromverbrauch, dieser soll durch ein Flüssiggas-Blockheizkraftwerk gedeckt werden. Die durch die beiden Blockheizkraftwerke produzierte Wärme soll in das Nahwärmenetz eingespeist werden. Im Sommer reicht die Wärmeproduktion in der Kläranlage aus, das Nahwärmenetz zu versorgen, so dass dann der in dieser Zeit ineffizient arbeitende Holzkessel der HEB abgeschaltet werden kann.

"Die Lösung ist genial", kommentierte Nikolaus Dufner, Geschäftsführer der HEB. Der Gemeinderat stimmte der Investition in die Kläranlage in Höhe von 450 000 Euro zu. Die jährlichen Mehrkosten durch den Betrieb der Wärmepumpe und des Flüssiggas-Blockheizkraftwerks belaufen sich auf voraussichtlich 48 000 Euro, die durch den Verkauf der Wärme wieder eingenommen werden sollen. Die Infrastruktur der HEB soll an die Nahwärmegenossenschaft verpachtet und im Rahmen des zweiten Bauabschnitts mit einem zweiten Holzkessel erweitert werden. Für die Nutzung der Straßenräume durch die Nahwärmegenossenschaft soll ein Konzessionsvertrag geschlossen werden. Für die weitere Beratung und Begleitung bei der Realisierung der Nahwärmeversorgung stimmte der Gemeinderat zu, einen Sanierungsmanager zu beauftragen.

Das jetzt vorgestellte Nahwärme-Konzept mit den verschiedenen Energiequellen sei bei Bedarf jederzeit erweiterbar, informierte Konrad Nübel vom Ingenieurbüro Schuler. Der Bau der Leitungen würde die Genossenschaft zwei Millionen Euro kosten. Die Stadt will hierfür Zuschüsse beantragen. Im ersten Ausbauschritt soll schnell das Stadtzentrum erreicht werden, ergänzte Dufner, der Bestandskessel habe noch freie Kapazität. Hauptenergieträger der Nahwärmeversorgung werden Hackschnitzel sein. Die Gründungsversammlung der Genossenschaft finde am 30. Juli um 19.30 Uhr im Haus des Gastes statt, informierte Peter Haiß, Gemeinderat und Mitglied der IG Nahwärme. Wirtschaftsplan und Satzung wurden bereits erstellt und mit dem Genossenschaftsverband abgeklärt. Ziel soll sein, eine möglichst hohe Zahl an Abnehmern zu bekommen, damit das Nahwärmenetz wirtschaftlich wird. 83 Kunden seien das absolute Minimum, besser wären 100 oder mehr. Überschüsse sollen sich in einem niedrigeren Wärmepreis abbilden. Die Baumaßnahmen sollen nächstes Jahr beginnen. Mit dem Beschluss habe Elzach "einen genialen und innovativen Schritt in die Zukunft gemacht", kommentierte Bürgermeister Roland Tibi.

Höhe der Förderbeträge angepasst

Die Richtlinien für die Begabtenförderung aus der Josef-Burger-Stiftung wurden im wesentlichen redaktionell aktualisiert. Die wichtigste Änderung betrifft die förderwürdigen Leistungen bei Schulabschlüssen. Bisher wurden die drei Jahrgangsbesten mit einer Ehrung in Höhe von 120, 80 und 60 Euro bedacht. Jetzt sollen die Schüler mit einer Zeugnis-Durchschnittsnote bis 1,2 120 Euro erhalten und von 1,3 bis 1,5 80 Euro. Für hervorragende Abschlüsse an einer Fachhochschule, einer Hochschule oder an einer Akademie wird eine Abschluss-Durchschnittsnote bis 1,5 mit 240 Euro bedacht. Der Antrag der CDU, die Ehrung einer Schulabschluss-Durchschnittsnote zwischen 1,6 und 1,8 ersatzlos zu streichen, fand im Rat bei fünf Gegenstimmen die Mehrheit. Den neuen Richtlinien mit der von der CDU beantragten Änderung wurde einstimmig zugestimmt.