Richtfest für Heizzentrale

Kurt Meier

Von Kurt Meier

Mo, 30. Oktober 2017

Elzach

Alles im Plan: Das Kernstück der neuen Nahwärmeversorgung soll noch 2017 Heizenerige liefern.

ELZACH. Er ist ein "Mords-Trumm", der Ofen, in dem künftig die Nahwärme für halb Elzach erzeugt wird. Am vergangenen Freitag feierte die Nahwärmegenossenschaft Elzach das Richtfest ihrer neuen Heizzentrale im Gewerbegebiet Biederbachwiesen – direkt neben der Kläranlage und der B 294.

Rund 12 Millionen Euro investiert die Nahwärmegenossenschaft Elzach in ein Wärmeversorgungskonzept der Kernstadt. Getragen wird die Genossenschaft von derzeit rund 200 Mitgliedern – Tendenz steigend. Etwa 5,6 Millionen Euro kostet allein der Bau der Heizzentrale. Sie ist das Herzstück der Nahwärmeversorgung, die in ihrem Endausbau einmal zwischen 400 und 500 Gebäude in der Kernstadt mit Wärme versorgen wird.

Zum Richtfest begrüßte Vorstandssprecher Peter Haiß mit seinen Vorstandskollegen Martin Wisser, Nikolaus Dufner und Karl Weber die an der Realisierung des Nahwärmekonzeptes beteiligten Handwerksfirmen, Vertreter der beiden örtlichen Bankinstitute, die für dieses Projekt ein gemeinsames Konsortium bildeten, sowie Planer, Ingenieure, Ideengeber, Gemeinderäte und weitere Gäste.

Der erste Bauabschnitt mit den Kernpunkten Leitungsverlegung in Elzach-Süd und Bau der neuen Heizzentrale geht der Vollendung entgegen. Mit dem Ausbau der Baustufe II – Leitungsverlegungen in Elzach-Mitte bis zum Ladhof – wurde bereits begonnen.

Der wichtigste "Baustein" des ganzen Konzepts ist die Wärmeerzeugung. Dies betonte auch Diplom-Ingenieur Arnold Berghoff vom gleichnamigen Planungsbüro, wo die Fäden des Projekts zusammen laufen. Die neue Heizzentrale wird in ihrem Endausbau einmal vier Wärmeerzeuger haben: Der erste und größte, der Verbrennungsofen für Holzhackschnitzel, ist ein gewaltiger Kasten. Ihm angeschlossen ist ein Elektrofilter, der die CO-2-Abgase reinigt und den Feinstaub herausfiltert. Dazu kommen zwei mit Wasser gefüllte Pufferspeicher. Diese können die abzugebende Wärme in Spitzenbedarfszeiten – etwa um 6 Uhr früh, wenn viele Abnehmer fast gleichzeitig die Heizungen aufdrehen und unter die Dusche springen – kurzfristig fast verdoppeln. Im Endausbau wird die Wärmezentrale zusätzlich noch ein Blockheizkraftwerk, einen Pellets-Vergaser und – falls Bedarf – noch einen weiteren Hackschnitzelofen beherbergen. Die derzeitige Wärmezentrale beim Aldi bleibt als Eingreifreserve bestehen.

Mit dem Ausbau der Heizzentrale sei man um eine Woche im Verzug, so Berghoff. In etwa drei Wochen werde der große Schornstein errichtet. Parallel laufen die Installationsarbeiten im Gebäude. "Ich will auf jeden Fall noch dieses Jahr in Betrieb gehen", sagte Berghoff. "Da wird es hier im Gebäude in den nächsten Wochen wie ein Ameisenhaufen sein".

Gleich "zwei Hüte habe ich heute auf", so Roland Tibi. Er ist nämlich Aufsichtsratsvorsitzender der Nahwärmegenossenschaft und Bürgermeister und dankte den Initiatoren für eine Millioneninvestition, die beispielgebend sei: "Wir als Stadt hätten das nie leisten können!" Sein Dank galt vor allem den vier Vorständen: "Was die für einen Aufwand treiben, ist aller Ehren wert", denn alles werde ehrenamtlich geleistet. "Ich glaub’, wenn sie gewusst hätten, auf was sie sich einlassen, hätten sie es sich zweimal überlegt".

Doch der Erfolg spreche für sich und trotz allem sei man im Zeitplan. Tibi warb um Verständnis für die Beschwerlichkeiten, die die Bauarbeiten in Elzach mit sich bringen, appellierte aber auch an alle noch zaudernden Hauseigentümer, die Gelegenheit zur Nahwärmeversorgung zu nutzen. Trotz der derzeitigen Tiefstpreise beim Heizöl sei die Nahwärme konkurrenzfähig: "Der Ölpreis wird steigen", prophezeite er.

Den traditionellen Handwerkergruß zum Richtfest entbot in luftiger Höhe Geselle Moritz Schuler von der Zimmerei Helmle aus Simonswald. Er brachte sein "Hoch auf die Bauherrschaft, Architekten und Handwerker!" aus, ehe er das Weinglas, das er bis dahin mehrfach gefüllt und geleert hatte, am Boden zerschellen ließ, denn: "Scherben bringen Glück und Segen der Bauherrschaft auf allen Wegen".