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08. Oktober 2011
"Wir laufen sonst Gefahr, junge Familien zu verlieren"
BZ-INTERVIEW mit Joachim Disch über eine Veranstaltung der Freien Wähler Elzach zur frühkindlichen Bildung.
ELZACH. Auf einem Infoabend nehmen sich die Freien Wähler Elzach (FWE) gemeinsam mit dem FW-Kreisverband Emmendingen und dem Bildungswerk für Kommunalpolitik Baden-Württemberg des Themas "Frühkindliche Bildung" an. Die Sozial- und Kulturreferentin des Gemeindetages Baden-Württemberg, Christiane Dürr, wird das Thema eingehend beleuchten und zur Diskussion einladen. Unser Mitarbeiter Kurt Meier befragte den FWE-Vorsitzenden Joachim Disch dazu.
BZ: Die Themen Bildung, Schule und vorschulische Bildung sind zur Zeit in aller Munde. Was wollen die Freien Wähler mit dieser Veranstaltung erreichen?Joachim Disch: Das Thema frühkindliche Bildung ist sehr komplex und wird oft widersprüchlich diskutiert. Soll der Kindergarten ein selbständiger Bildungsort sein oder soll in erster Linie die gewährleistete Betreuung der Kinder zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Vordergrund stehen? Hinzu kommt der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab August 2013, der viele Kommunen vor große Probleme stellt. Wir wollen mit der Vortragsveranstaltung über die damit zusammenhängenden Fakten und Aspekte informieren und zur Diskussion anregen. Denn spätestens wenn man Eltern wird stellt man sich unweigerlich die Frage: Was ist gut für mein Kind? Soll es so früh wie möglich auf den späteren so genannten Ernst des Lebens vorbereitet werden? Raube ich ihm damit nicht einen Teil seiner unbeschwerten Kindheit?
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BZ: Wer ist Christiane Dürr ?
Disch: Christiane Dürr ist beim Gemeindetag Baden-Württemberg zuständig für den Bereich frühkindliche Bildung und Betreuung und eine ausgewiesene Expertin in allen damit zusammenhängenden Fragen. Ich habe sie bei einer kommunalpolitischen Tagung kennengelernt und bin froh darüber, dass sie im Zusammenwirken mit dem Bildungswerk für Kommunalpolitik für diesen Vortrag gewonnen werden konnte.
BZ: Wie sieht die Situation in Elzach aus?
Disch: Kindergärten alter Form sind auf Kinder unter drei Jahren nicht eingestellt. Das ist auch bei uns so. Seit kurzem haben wir die Möglichkeit fünf bis zehn Kinder im Alter unter drei Jahren in den Kindergärten Yach und Oberprechtal aufzunehmen. Aber das reicht nicht. Wir müssen da dringend was machen, vor allem auch in der Kernstadt. Wir laufen sonst Gefahr, junge Familien zu verlieren. Über einen Zuzug brauchen wir dann erst gar nicht zu reden. Denn viele Gemeinden um uns herum sind schon deutlich besser aufgestellt. Das heißt zwar nicht, dass wir in Elzach bisher gar nichts getan haben, aber wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen und unsere Bildungs- und Betreuungsangebote weiter ausbauen. Das alles kostet natürlich Geld. Bei all den Aufgaben, die wir als Stadt haben, müssen wir natürlich darüber diskutieren, wo wir Schwerpunkte setzen wollen. Für mich gehören die Bereiche Kindergärten und Schulen unbedingt dazu.
Autor: mkt
