Beeindruckende Klangfülle zur tiefen Sehnsucht nach Frieden

Dagmar Barber

Von Dagmar Barber

Mo, 17. Dezember 2018

Emmendingen

Beim Weihnachtskonzert der Waldorfschule in der St. Johanneskirche erzeugen alle Akteure unter Leitung von Markus Weiss eine besondere Einstimmung aufs Fest.

EMMENDINGEN. "Deep peace" wurde zum Motto des diesjährigen Weihnachtskonzertes der Waldorfschule Emmendingen. In der St. Johanneskirche wurde diesem Motto mit getragenem Gesang, Orchesterklängen und Soloeinlagen in begeisternder Weise entsprochen.

Die Zuhörer sitzen erwartungsvoll auf ihren Bänken. Plötzlich ertönen weihnachtliche Töne von Gongs, Metallstäben und Fingerzimbeln. Dann marschieren die Fünft- und Sechstklässler im Gänsemarsch durch die dichten Publikumsreihen zum Altarraum und singen "Veni, veni, Emanuel", ein Lied aus dem 13. Jahrhundert. Der musikalische Leiter Markus Weiss hat es erneut verstanden, vorweihnachtliche Stimmung zu erzeugen.

Die üppige Besetzung mit Chor und Orchester schafft stimmungsreiche Momente. Allein der Kinderchor besteht aus 60 Stimmen. Die Texte beherrschen die Sänger auswendig. Markus Weiss: "Das ist schon eine Leistung; das Konzert ist immerhin eine Stunde lang und wir singen in englischer, deutscher und lateinischer Sprache." Die Kinder werden unterstützt von singenden Eltern und Lehrern sowie 20 Musikern.

Beeindruckend kraftvoll ist das Stück "Russian Christmas Music" von Alfred Reed. Ruhige, schwebende Passagen und Gesangssoli wechseln sich ab mit gigantischen Röhrenglocken und Tuttiklängen. Die Zuhörer bekommen musikalisch einen Eindruck von Russland zur Weihnachtszeit. Das Stück besteht aus einem alten russischen Weihnachtschoral und Motiven aus der liturgischen Musik der orthodoxen Kirche sowie Kompositionen von Alfred Reed.

Als Warnung vor dem Krieg kann man wohl das Medley verstehen. Das Schulorchester spielt "Christmas Eve/Sarajewo" von Leon Tovich. Mächtig, fast unheilvoll werden (Kriegs-)Märsche gespielt. Elias Bledow sticht als Klavierspieler hervor.

Besonders deutlich wird das Motto des Konzerts zum Schluss beim Lied "Deep Peace" mit den Textzeilen: "Tiefen Frieden soll der Nordwind dir schenken".Eine zugleich innige und prachtvolle Interpretation mit Texten von Donovan, aufgeführt von der fünften und sechsten Klasse, Eltern- und Lehrerchor. In allen Klassen sind jeweils Schüler mit und ohne Behinderung eingebunden.

Markus Weiss legt Wert (und entsprechend Mühe) darauf, dass die Proben in sich stimmig sind und getragen sind von Besinnung und Konzentration, um so auf das Weihnachtsfest einstimmen. Außerdem ist es ein besonderes Anliegen von Weiss, auch festliche Stücke unbekannter und gar exotischer Komponisten auszuwählen, diese zu arrangieren und mit Chor und Orchester über sechs Wochen hinweg einzustudieren. Seit mehr als 15 Jahren feuert Weiss seine Ensembles zu Höchstleistungen an. Er ist somit ein Botschafter anspruchsvoller Weihnachtsmusik.

Die vor Bewunderung über das großartige Weihnachtskonzert zwischen den einzelnen Stücken mucksmäuschenstillen Besucher danken zum Schluss des Abends in der St. Johanneskirche mit riesigem Beifall.