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10. Januar 2013

Der Traum lebt in den Projekten

Almut Langbein engagiert sich für die Freundschaftsbrücke Nicaragua, in deren Kinderheim zwei Emmendingerinnen arbeiten.

  1. Doreen Schick und Theresa Nadler (hinten Mitte von links) aus Emmendingen engagieren sich im Kinderheim Puente de Amistad in Nicaragua. Foto: Privat/Jahn

EMMENDINGEN. Das Schicksal der "Sandinistas", der Revolutionäre im fernen Nicaragua, hat sie fast ihr Leben lang begleitet. Mehr als 30 Jahre nach dem geglückten Umsturz in dem mittelamerikanischen Staat vermittelt Almut Langbein immer noch Kontakte von ehemaligen Schülern und engagiert sich für den Verein "Freundschaftsbrücke Nicaragua", dessen Zufluchtshaus für obdachlose Kinder in einem Vorort der Hauptstadt Managua auch von der BZ-Weihnachtsaktion im Rahmen der Projektförderung unterstützt wird.

"Inzwischen ist die Faszination, die von der nicaraguanischen Revolution ausging, verloren gegangen", stellt die ehemalige Rektorin der Meerweinschule resigniert fest. Die Mehrheitspartei der Sandinisten unter Führung von Daniel Ortega sichert die Macht mit allen Mitteln, zwar weitgehend im Rahmen der Verfassung, "doch ein Hoffnungsträger für eine solidarische und gerechte Gesellschaft, wie sie in den 80er Jahren geträumt wurde, ist Nicaragua nicht mehr für mein Empfinden", sagt die heute 69-Jährige.

Der Traum lebt indessen in vielen Projekten weiter, wie in jenem für das sich Almut Langbein und einige ihrer ehemaligen Emmendinger Schülerinnen engagieren. Im Kinderheim "Puente de Amistad" leben 60 Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und 16 Jahren. Sie stammen aus Familien, die zu den Ärmsten des Landes gehören. In dem vom Verein "Freundschaftsbrücke" betriebenen Heim werden die meist obdachlosen Kinder von 6 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags betreut, unterrichtet und erhalten regelmäßige Mahlzeiten. Einheimische Frauen haben zwischenzeitlich vor Ort auch eine Schulstiftung gegründet, deren hauptamtliche Lehrer aus deutschen Spendenmitteln finanziert werden. "Die hohe Inflation verteuert die Lebensmittel und ständig müssen wir die Gehälter anpassen, damit uns die Erzieher nicht davonlaufen", berichtet Schatzmeisterin Roswitha Behrend.

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Die Hilfe aus Emmendingen ist daher hochwillkommen, zumal sie nicht nur aus Geld besteht. Nach Mila Obert und Myriel Hauser, die vor einem Jahr nach dem Abitur in Nicaragua arbeiteten, sind jetzt erneut zwei Emmendinger Schülerinnen für einige Monate im Kinderheim der Freundschaftsbrücke aktiv: Theresa Nadler und Doreen Schick sammeln als freiwillige Helferinnen auch ein gutes Stück an eigener Lebenserfahrung. In der Tagesstätte helfen sie bei der Hausaufgaben- und Freizeitbetreuung mit und erteilen sogar selbstständig Englischunterricht.

"Es ist toll, dass sich junge Menschen vor Ort so engagieren", freut sich Almut Langbein, die mit den beiden Emmendinger Abiturientinnen in regem Austausch über E-Mail steht. Um die Betreuungsarbeit trotz der großen finanziellen Probleme weiter zu ermöglichen, trommelt die erklärte Freundin Nicaraguas weiter für die Projekte der Freundschaftsbrücke. Für ein Benefizkonzert am kommenden Samstag konnte sie Mila Oberts Bruder Arne gewinnen, der mit seiner zehnköpfigen Band "House of Jam" den "Fuchsen" rocken wird (siehe Infobox). Beim Flohmarkt der Meerweinschule am 27. Januar wird Almut Langbein an einem Stand Kinderbücher und Spielsachen für Nicaragua verkaufen, über die Hilfsprojekte informieren "und dabei die ein oder anderen falschen Vorstellungen ausräumen".

BENEFIZAKTIONEN FÜR PUENTE DE AMISTAD

Samstag, 12. Januar: 20 Uhr Benefizkonzert im Gasthaus "Fuchsen" mit der Band "House of Jam" (Special Guest: Daniel Pellegrini von der Band "Äl Jawala").

Sonntag, 27. Januar: Kindersachen-Flohmarkt des Fördervereins der Meerweinschule, Steinhalle.

Kontakt: Das Kinderheim "Puente de Amistad" ist ein Projekt der "Freundschaftsbrücke Nicaragua e.V." in Ettlingen, Tel. 0721/1613660;

Spendenkonto: 1 241 629, Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen (BLZ 660 501 01)

 

Autor: wal

Autor: Gerhard Walser