"Die Botschaft ist angekommen"

Sylvia-Karina Jahn

Von Sylvia-Karina Jahn

Sa, 21. Dezember 2013

Emmendingen

Der Verein Benefiz und Kultur für andere spendete den Konzerterlös von 5000 Euro an das Projekt "Mutige Mädchen".

EMMENDINGEN (ja). Eine Spende in Höhe von 5000 Euro übergaben Susi Stöhr, Günter Krieg und Daniela Wolber vom Verein Benefiz und Kultur für andere an Peter und Lynn Kalinowski. Das Geld stammt aus dem Benefizkonzert, das der Verein im November in der Boehle-Halle gegeben hat, und ist für das Projekt "Mutige Mädchen" bestimmt, das Mädchen stark machen soll vor allem gegen sexualisierte Gewalt.

Den guten Zweck hatten die Musiker schon im Konzert thematisiert: Das Stück "Watchman" ist missbrauchten Kindern gewidmet. "Dieser Zusammenhang hat uns begeistert", sagte Peter Kalinowski, "es hat die Leute aufgerüttelt." Auch die Musiker, die bei den Proben manchen Akkord erst mal für einen Druckfehler hielten, berichtete Susi Stöhr. Bei den Aufführungen folgte der Applaus folgte nach kurzer Schockstarre. Ihr Fazit: "Die Botschaft ist angekommen."

Auch die Stadt hat ihren Teil dazu beigetragen, sie stellte Halle und Schulräume für Proben und Aufführung zur Verfügung und sorgte für den Hausmeister. Günter Krieg bedankte sich ausdrücklich für dieses Engagement. "Die Ressourcen haben wir und können so einen guten Zweck unterstützen", sagte OB Stefan Schlatterer. Die Spende wird nun in der Stadt dafür verwendet, das Projekt "Mutige Mädchen", das es an den weiterführenden Schulen dank Spenden und Sponsoren gibt, auch an Grundschulen in der dritten Klasse einzuführen; es würde für ein Jahr reichen, wenn sich nicht weitere Sponsoren, beispielsweise Schulfördervereine, finden, erklärte Kalinowski. Sein Anliegen ist es, dass alle Schülerinnen dieses Selbstbehauptungstraining absolvieren.

Und die Jungen? Die Kalinowskis halten nichts davon, sie auch an dem Projekt teilnehmen zu lassen, die spezifischen Probleme der Mädchen gingen dabei unter. "Wenn Mädchen und Jungen zusammen an einem Selbsthauptungstraining teilnehmen, lernen die Mädchen nicht, nein zu sagen – sie werden in ihren Stärken gestärkt, nämlich im Sozialverhalten", erklärt Lynn Kalinowski. Die Aufmerksamkeit, ergänzt ihr Mann, konzentriere sich auf die "störenden", lauten Jungs. Die brauchten ein anderes Angebot als Boxen oder Karate; beispielsweise über die Musik oder über Themen wie Zivilcourage. Ein solches Angebot der leiblich-emotionalen Bildung, wie er es nennt, sei für Jungen in der Entwicklung, aber noch nicht evaluiert. Die "Mutigen Mädchen" dagegen schon und sie werden unter anderem vom Staatlichen Schulamt empfohlen.