Geschichten und Spiegel

Georg Voß

Von Georg Voß

Di, 03. April 2018

Emmendingen

BZ-SERIE ZUR AUSSTELLUNG "INS OFFENE": Heute: Die Fotografen in der Jahresausstellung Emmendinger Künstler.

EMMENDINGEN. Für die Jahresausstellung Emmendinger Künstler zum Thema "Ins Offene" im Rathaus wurden erstmals die zwölf Aussteller von einer Jury ausgewählt. Die Ausstellung endet am Freitag. Die BZ stellt zum Finale kurz die Künstler und deren Herangehensweise an das vorgegebene Thema vor. Heute: die Fotografen.

Alex Jung ist 1974 in Freiburg geboren. Sie ging in Emmendingen zur Schule, hat eine Ausbildung zum Visual Merchandiser in Freiburg absolviert und arbeitet seit 2010 als freie Fotografin und Gestalterin im Bereich Design in Emmendingen. Ihre Schwerpunkte liegen auf Porträt und klassischer Schwarz-Weiß-Fotografie. In der Ausstellung sind drei Fotoarbeiten von ihr zu sehen, "Reflex, Budapest", "Pattern, London" und "So gesehen, Berlin".

Sie will Illusion durch Mehrschichtigkeit entstehen lassen, wobei Vorder- und Hintergründe ineinander übergehen. "Sich spiegelnde Fassaden lassen neue Strukturen entstehen.

Doch ist nicht nur das Spiegelbild eine Fassade, auch der Spiegel selbst ist eine, und hinter jeder verbirgt sich etwas", sagt Alex Jung. "Ich liebe Arrangements und die Zufälligkeit." Ein entsprechendes Arrangement ist "Pattern, London", eine Komposition aus Erkern, aus sich wiederholenden Zuordnungen von Flächen und sich spiegelnden Fenstern, in denen der Betrachter immer etwas anderes sieht und seinen Horizont öffnen kann.

Einen anderen Blick ins Offene zeigt Wolfgang Straube mit seinen beiden Fotografien "Ins Offene 1 – Ins Freie" und "Ins Offene 2 – zum Meer." Beim ersteren eröffnet sich der Raum von einer Ausstellungshalle durch eine Tür, durch die eine Person auf eine geometrisch angelegte Gartenanlage zugeht, mit einem von einer Baumallee gesäumten Wasserbecken. Die Person befindet sich im Übergang vom geschlossenen zum offenen Ort.

Beide Bilder nehmen Bezug auf Hölderlins "Der Gang aufs Land" und erzählen eine Geschichte. "Ich bin jemand, der mit Konzept arbeitet", sagt der in Sexau wohnende Wolfgang Straube. "Ich überlege am Anfang, was sich machen lässt. Dabei entstehen Ideen, die auch umsetzbar sein sollen."

Geboren und aufgewachsen in Berlin, hat Straube dort Mess- und Regeltechnik studiert, sieben Jahre an einem Forschungsinstitut der Technischen Universität und ab 1972 bei der Litef in Freiburg gearbeitet. 1980 begann er mit seinen fotografischen Arbeiten, bei der die Analogfotografie noch im Vordergrund steht. Entsprechend hat der inzwischen 75-Jährige ein eigenes Labor, in dem er die Arbeiten herstellt und vergrößert. "Häufig werden die Bilder danach durch Kolorieren und Tonen weiter gearbeitet, um die Bildaussage zu verstärken."

Info: Ausstellung "Ins Offene" im Foyer des Rathauses bis 6. April. Öffnungszeiten: Di 8 bis 16, Mi 8 bis 14, Do 8 bis 19, Fr 8 bis 15 Uhr.