Konzert mit Fluss und Genuss

Georg Voß

Von Georg Voß

Mo, 26. November 2018

Emmendingen

Die Musikschule Nördlicher Breisgau überzeugte in der Aula des Goethe-Gymnasiums .

EMMENDINGEN. Zu ihrem Winterkonzert hatte die Musikschule Nördlicher Breisgau in die Aula des Goethe-Gymnasiums (GGE) eingeladen. Die Bestuhlung war im Carré angeordnet, so dass die mehr als 150 Zuschauer die solistischen und kammermusikalischen Aufführungen hautnah miterleben konnten. Nur beim Auftakt ertönten fanfarenartige Klänge der Formation Tromba Antiqua mit dem "Canzon à 4" des italienischen Komponisten Luzzasco Luzzaschi vom Obergeschoss herunter.

Es hatte seinen Grund, warum die Musikschule ihr Konzert nicht wie gewohnt in der Steinhalle unter besseren akustischen Bedingungen abhielt, sondern in der Aula: Michael Bockstahler, Leiter der Musikschule, wies auf die langjährige Kooperation mit den GGE-Bläserklassen hin. Klavierlehrer Benedikt Weigmann moderierte den Abend eloquent an. Was folgte, war eine Augenweide: Gleich drei Ballettgruppen zeigten ausdrucksstarken Tanzkünste zu klassischer Musik mit modernen Jazztanz-Elementen. Die Choreografie saß. "Es ist eine Besonderheit der Musikschule Nördlicher Breisgau, dass Ballettunterricht von vier Lehrerinnen angeboten wird", so Weigmann.

Die Leistungen der Musiklehrer besteht auch darin, immer wieder neue Schüler integrieren zu können. Das gelingt auch, wie zum Beispiel bei dem seit 14 Jahren bestehenden Ensemble Fortepanini. Unter Leitung von Petra Staub waren von diesem kleinen Orchester gleich zwei moderne Stücke zu hören. Neben "Shut up and dance" von Walk the Moon gab es auch für "Rolling in the deep" von Adele viel Applaus. Vielseitigkeit und Ausgewogenheit des Musikunterrichts zeigten sich auch bei den Auftritten des Gitarrenensembles Denzlingen mit "Can’t help falling in love" von Elvis Presley unter Leitung von Jürgen Ott oder dem von Petra Staub dirigierten Klarinettenensemble mit Jazzkompositionen von Heinz Both. Auf klassische Kammermusik konzentrierte sich die Formation "Cello & Klavier". Der Cellist Christian Wild und der Pianist Jonas Mrovec interpretierten das melodiöse "Allegro non troppo aus Lieder ohne Worte op. 38" von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Ein Höhepunkt war der Auftritt des Emmendinger Streichquartetts unter Leitung von Fabio Marano mit der Fantasie und Fuge aus dem "Streichquartett Nr. 1". Dabei handelt es sich um eine spannende Eigenkomposition des erst 17-jährigen Christian Wild nach dem Frage und Antwort-Schema, bei dem die hellen Töne der beiden Geigen auf die tieferen Töne der Bratsche und dem Cello treffen.

Auch die Musiklehrer trugen in ihrem Holzbläserquintett Wind 5 mit der romantischen Musik von George Bizet zum Erfolg des Konzertes bei. Ebenfalls ein Höhepunkt war der Auftritt von Flûtes Oriol unter der Leitung von Angelika Kuen-Durando. Es gab viel Applaus für die "Suite F-Dur", ein spätbarockes Werk von Johann Christoph Schulze.

Selbst die vielen kurzen Umbauarbeiten gingen schnell über die Bühne und störten nicht den Fluss und den Genuss des zweistündigen Konzerts. In der Pause gab es Kuchen und Getränke, die vom Förderverein der Musikschule Tutti ausgegeben wurden. So war es alles in allem eine gelungene Veranstaltung, in deren Mittelpunkt die jungen Musikerinnen und Musiker standen. So gab es zum Abschluss unter anderem die herausragende viersätzige "Suite aus der Ouvertüre D-Dur" von Johann Sebastian Bach und dem modernen "Palladio, des 1944 geborenen walisischen Komponisten Karl Jenkins zu hören. Gleich 42 Mitwirkende spielten in diesem Orchester, während GGE-Musiklehrerin Elisabeth Engelken und Michael Bockstahler sich beim Dirigieren abwechselten.