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18. Februar 2009
Männerriege in Hochform
Kiechlinsbergener Sänger zeigen sich beim Kappenabend schlagfertig und ideenreich
ENDINGEN-KIECHLINSBERGEN. Einen schwungvollen Kappenabend bescherte der Männergesangverein Kiechlinsbergen dem Publikum am Samstag in der Weinberghalle.
"Kappenabend am Valentinstag – da müsst ihr was für die Frauen machen", so zitierte MGV-Vorsitzender Rainer Vogel Dirigentin Olga Endewarth. "Natürlich", so seine zustimmende Antwort, "die haben wir bereits alle eingeteilt." Schlagfertig, ideenreich und hemmungslos – so zeigten sich die Kiechlinsbergener Sänger gute vier Stunden lang unter ihrer närrischen Kappe.Eröffnet wurde das selten schöne Panoptikum der sich mit sichtlichem Vergnügen in Frauenkleider gebärdenden Sänger vom Musikverein Kiechlinsbergen. Als verhältnismäßig harmlos entpuppte sich die gut gespielte, jedoch ungut endende Papageien-Parodie von Florian und Rainer Vogel mit Herbert und Günter Flesch im Vergleich zum Beitrag der "Älteren Sänger", die eine an Komik nicht zu überbietende Tanzshow zum Lied "Bauer sucht Frau" lieferten.
Regina Heinzmann und Anke Noth hatten die einsatzfreudige Männerriege wieder einmal in Hochform geputscht: Während die einen als "Bauern" sehnsüchtig Ausschau hielten, bewegten sich bereits die anderen aufreizend in knappen Röckchen ins Blickfeld – bis sie einander im Tanz fanden und unter schwungvollen Rhythmen gemeinsam über die Bühne wirbelten. Da blieb kein Auge trocken bei den Beobachtern dieser Szenen im Saal.
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"Oh, oh, so und so, bei uns Schäfern ist das so..." besang Markus Wissert in Begleitung diverser Schafe seine Passion und schaffte es mit großem Talent, damit einen Ohrwurm zu kreieren. Gespannte Aufmerksamkeit im Saal erreichte auch Doris Schätzle, die als "Butzfrau vum Ortschaftsamt" über vieles, was Dorfbewohnern im Lauf des Jahres widerfahren ist, erstaunlich gut Bescheid wusste.
Sechs zünftige Gesangvereinler präsentierten sich danach als so genannte "Trauerschnallen". Derb und bis weit in unterste Schubladen reichend schütteten die weinerlichen Witwen ihre Herzen vor dem Publikum aus, dem allein schon der groteske Anblick Lachsalven entlockte.
Als "Karli und Otto" begrüßte Rainer Vogel Karlheinz Hödle und Otmar Landerer "ungefär zum 23. Mal" auf der Bühne. Ihren Witzen am laufenden Band verpasste das "Dreamteam" gehörig Lokalkolorit, was von den restlichen Kiechlinsberger Mitbürgern mit Begeisterung aufgenommen wurde.
Es war schon spät, als die "Elements", eine junge Formation von acht Mädchen aus Sexau, mit ihren Darbietungen eine ausgesprochen attraktive Variante von weiblicher Tanzfreude zeigte. Die Antwort der Männer darauf: Ihre Rhytmusgruppe "Hau ins Gschirr", die hinter hemdsärmliger Bierlaune durchaus eine beeindruckende Professionalität durchschimmern ließ. Immerhin betätigte sich mit Peter Deichmüller ein virtuoser Drummer am Schlagzeug und so geriet diese außergewöhnliche Vorstellung von auf den Tisch klopfenden Flaschen, aufspringenden Bügeln, von zusammenklappenden Brauereibänken und klingenden Bierfässchen letztendlich zu einem beeindruckenden Hörgenuss. Dafür, dass dieser Abend kaum Wünsche offen ließ, sorgte Andreas Kreiner alias DJ Drese mit "Tanzmusik aus der Dose".
Autor: Christel Hülter-Hassler
