Startschuss für Kunstpfad

Christel Hülter-Hassler

Von Christel Hülter-Hassler

Di, 25. September 2012

Endingen

Verein "Kunst Natur Kaiserstuhl" sucht noch Unterstützer für sein Projekt .

ENDINGEN/KAISERSTUHL. Seit seiner Gründung im Februar sorgt der Verein "Kunst Natur Kaiserstuhl" für kreative Vielfalt in der Region. Auf der "Teufelsburg" in Kiechlinsbergen wird am 3. Oktober das erste Objekt für den geplanten "Kunstpfad Kaiserstuhl" der Öffentlichkeit übergeben. Bildhauer Christopher Lampart sieht seine Skulptur "Taube flieg" auf dem Weg zum Verstehen zwischen den Völkern und letztlich zum Frieden in der Welt.

"Es gibt keinen passenderen Ort als diese Höhe mit Blick auf Frankreich für meine Skulptur", erklärt Christopher Lampart. Der mächtige Sandstein-Koloss ist nicht auf Anhieb als Taube zu erkennen. Über dem schweren Körper ragt zwar ein Flügel in den Himmel, aber der zweite ist nur als Stumpf angedeutet.

"Das ist ja noch gar nicht fertig" würden viele Leute verunsichert reagieren, wenn sie die Skulptur aus hellem Sandstein zum ersten mal sehen, erzählt Antonia Lampart . Aber genau das sei es: Noch nicht fertig, freut sich die Ehefrau des Künstlers, wenn Betrachter Anstoß an den vermeintlichen Unzulänglichkeiten der Taube Anstoß nehmen: " Solche Reaktionen bergen Gesprächsstoff und führen dazu, dass sich Menschen ihre eigenen Gedanken machen."

So wie Christopher Lampart. Er hat einen spannenden Lebensweg hinter sich hat, der ihn um die ganze Welt führte, bis er seine Heimat im Anwesen der Familie Mamier in Kiechlinsbergen fand. Mit dem Thema Frieden hat sich Lampart Zeit seines Lebens auseinander gesetzt. So vermittelt seine Skulptur gleichzeitig etwas Schweres, Anstrengendes und ein übermächtiges Streben nach Freiheit. "Man muss sich Gedanken machen über den Wert des Friedens", findet Lampart. "Jeder kann auf seine Weise an diesem Werk arbeiten".

Dass die Skulptur ihren Platz am 3. Oktober auf der Höhe über Kiechlinsbergen bekommt, sei kein Zufall. Der Blick vom Standort reiche in einer 360 Grad Linie über Straßburg hinweg direkt zum Polarstern, verweist Lampart. "Früher hatten diese besonderen Orte für die Menschen eine große Bedeutung. Sie lösen etwas in ihnen aus", ist Lamparts Überzeugung.

Der Künstler wünscht sich, dass seine "unfertige Friedenstaube" daran erinnert, wie Frankreich und Deutschland ihren Jahrhunderte andauernden Unfrieden und damit Grenzen überwunden haben und dass der gegenwärtige Friede in unserer Region nur Bestand habe, wenn er weltumspannend gelebt wird.

Die Idee der Kunstprojekte, die in der Natur installiert werden, kommt gut an in der Region. Die zusätzlichen touristischen Anziehungspunkte freuen alle, die vom Fremdenverkehr leben. In erster Linie sollen die Kunstwerke aber die Landschaft um eine kreative Facette und damit die in der Region lebenden Menschen bereichern. Auch die Stadt Endingen hat ihren Beitrag geleistet und den Sockel des Objektes "Taube flieg" errichtet. Trotzdem können die Ideen des jungen Vereins nur umgesetzt werden, wenn sich eine breitere Unterstützung in der Bevölkerung findet und sich dies auch in barer Münze niederschlägt.

Der geplante "Kunstpfad Kaiserstuhl" wird von 12 Künstlern mit verschiedenen Objekten bestückt. Christopher Lamparts Friedenstaube ist das erste Kunstwerk, das der Öffentlichkeit übergeben wird. Dass der Termin auf den "Tag der Deutschen Einheit" fällt, gewinne dem Anlass einen zusätzlichen friedensstiftenden Aspekt ab, findet der Künstler.

Die Initiative "Kunst Natur Kaiserstuhl" kann unterstützt werden durch die Mitgliedschaft im Förderverein. Möglich sind auch die Übernahme einer Patenschaft für ein ganzes Projekt nach Absprache mit dem Künstler oder eine einmalige finanzielle Beteiligung.