Riesenrathaus

Erste Ämter ziehen ins neue Rathaus und haben Montag zu

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Do, 20. Juli 2017 um 10:39 Uhr

Freiburg

600 Beschäftigte nehmen den Rathausneubau im Stühlinger in Betrieb und sind Montag nicht erreichbar. 5000 Kisten werden im Hauruckverfahren verfrachtet. Der Bürgerservice öffnet erst im Herbst.

Die ersten Ämter beziehen am Wochenende das neue Rathaus im Stühlinger. 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter packen dieser Tage ihre Umzugskisten, die eine Spedition ab Freitag an die Fehrenbachallee bringt.

600 der später 840 Beamten ziehen jetzt ein

Am Montag haben die Ämter geschlossen, am Dienstag sollen sie voll arbeitsfähig sein. Der Bürgerservice wird erst im Herbst eröffnet.

Der Haupteingang ist noch Baustelle, ebenso das Erdgeschoss mit dem künftigen Bürgerservicezentrum. Aber die Decke ist drin (Fotos vom Rathaus). Die komplexe Konstruktion mit Haustechnik ist ein Grund, dass der Eröffnungstermin von November mehrfach verschoben wurde. Weil der Bürgerservice das Herz des ovalen Riesenrathauses wird, gibt es jetzt keine offizielle Eröffnung, sagte Projektleiter Gerold Wisskirchen am Mittwoch bei einer Schnupperführung.

"Wir stehen unter massivem Druck einzuziehen" Gerold Wisskirchen
Aber den großen Umzug: "Wir stehen unter massivem Druck einzuziehen." Einige Ämter sind in gemieteten Räumen untergebracht. Das Amt für Bürgerservice und das Amt für öffentliche Ordnung bleiben, wo sie sind, bis das Erdgeschoss fertig ist. "Das ist zum Spätherbst zu schaffen", glaubt Manuela Riesterer vom Gebäudemanagement. Das und sieben weitere technische Ämter packen Akten, Computer und Mäuse in 5000 Kisten, die Profis im Hauruckverfahren umziehen, sagte Riesterer.

Am Freitag soll es bei den Ämtern keine Einschränkungen geben. Sie sitzen noch an sieben Standorten, einige wurden vor drei Jahren ins Telekomgebäude an der Berliner Allee aus den Pavillons ausgelagert, an deren Stelle das neue Rathaus steht. Es sollte 80 Millionen Euro kosten und wird durch die Verzögerung teurer.

Tunnel für an Bürgerservice-Baustelle vorbei

Die führt auch zu Provisorien wie einem Tunnel aus Holz, der Mitarbeiter und Besucher vom Haupteingang sicher an der Bürgerservice-Baustelle vorbei zum Treppenhaus führt. Die Obergeschosse machten am Mittwoch Inneneinrichter und Putzteams bezugsfertig.



Im obersten Stockwerk gelangt man vom Treppenhaus in einen offenen Bereich – hellgrauer Teppich, samtige Sichtbetonwand, gläserne Trennwände zu Büros, weiße Möbel mit orangenen Sitzpolstern. Eine Theke dient als Kaffeeküche und Besprechungsinsel. Gerade aus fällt der Blick in ein Büro des Garten- und Tiefbauamts mit Aussicht auf Bäume und Stühlinger. Es ist nur so breit wie zwei der Fenster- und Holzelemente der Fassade und damit das kleinste Büro im Bau von Stararchitekt Christoph Ingenhoven.

Das größte für den Baubürgermeister hat sechs Achsen und liegt auf der anderen Seite des Ovals. Unterwegs geht es vorbei an Büros, die alle höhenverstellbare Tische und teils keine Wand zur Mitte hin haben. Die dient als Flur, Arbeits- und Begegnungsraum mit Sitzecken und soll Ausdruck der angestrebten kommunikativen Arbeitskultur in der Verwaltung sein, so Wisskirchen. Ganz offen haben sich Riesterer und ihre Kollegen eingerichtet: Ihre Büros haben gar keine Wände.
Diese Ämter ziehen um

Folgende Ämter sind die ersten, die in das Rathaus im Stühlinger einziehen, und deshalb am Montag, 24. Juli, nicht erreichbar:
  • Gebäudemanagement,
  • Garten- und Tiefbauamt,
  • Büro des Baubürgermeisters,
  • Stadtplanungsamt,
  • Umweltschutzamt,
  • Amt für Projektentwicklung, die städtische Informationstechnologie,
  • Vergabemanagement, und
  • Eigenbetrieb Stadtentwässerung.
Alle behalten ihre Telefonnummern.

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