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21. September 2017 19:50 Uhr

Fachschule für Sozialpädagogik

Erzieher kommen künftig aus Lahr – gute Jobchancen

Lahr ist um eine Bildungseinrichtung reicher: Seit Beginn des Schuljahrs werden rund 160 Schülerinnen und Schüler an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik in den neuen Räumen im Zeit-Areal unterrichtet.

  1. Die Evangelische fachschule für Sozialpädagogik ist nach Lahr umgezogen. Foto: Karl Kovacs

  2. Die Erzieherinnenschule in Lahr hat eine Bibliothek. Foto: Karl Kovacs

Der Umzug von Nonnenweier nach Lahr hat Leiterin Silke Seidel-Beck und Stellvertreterin Britta Schrape einiges abverlangt. "Beim offiziellen Einzug Anfang August war das Gebäude noch nicht ganz fertig", berichtet Schrape. So mussten die Verantwortlichen vier Wochen lang in den Sommerferien mit Hand anlegen, in der letzten Ferienwoche half das gesamte Kollegium beim Umzug. Die gute Nachricht: Alles ist rechtzeitig so weit fertig geworden, dass der Unterricht pünktlich zum Schuljahresbeginn losgehen konnte. In allen Räumen wird fleißig gebüffelt für die Zukunft als Erzieherinnen und Erzieher.

Ganz abgeschlossen ist der Einzug aber noch nicht. Volle Kartons warten in fast jedem Raum darauf, ausgepackt zu werden, die kleine Mensa muss eingerichtet werden, provisorisch angebrachte Zettel an den Türen verraten zurzeit noch, in welchem Raum man sich befindet. Außerdem müssen die Internetseite erneuert, Briefköpfe geändert und die Abläufe neu organisiert werden.

Die Freude über das neue Zuhause ist trotz der ausstehenden Arbeiten groß. "Der Vermieter hat das Gebäude nach unseren Vorstellungen umgebaut. Wir hatten bei der Gestaltung viele Einflussmöglichkeiten", berichtet Schulleiterin Seidel-Beck. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Schule verfügt über sechs Räume, einen Saal, Mensa, Bibliothek, Werkstatt, das Gebäude ist hell, technisch modern ausgestattet und geräumig. "In Nonnenweier hatten wir 800 Quadratmeter, hier sind es 1200", sagt sie.

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Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt von 100 auf 160

Statt bislang 17 arbeiten nun 22 Angestellte in der Schule. In das ehemalige Gebäude in Nonnenweier zieht die Altenpflegeschule ein. Gleiches gilt bei den Auszubildenden: Ihre Zahl stieg von etwa 100 in Nonnenweier auf rund 160 in Lahr. Grund: Der neue Standort sei für viele attraktiver. Die Ausbildungen beginnen die jungen Leute meist nach der Mittleren Reife. Der Beruf des Erziehers sei, trotz der oft bescheidenen Bezahlung, nach wie vor beliebt – vor allem bei Frauen, verstärkt auch bei Männern. Ein Indiz ist die Zahl der Bewerber: "Wir haben einen Anstieg verzeichnet, den wir so nicht erwartet hatten", sagt Schrape.

Gute Chancen, nach der Ausbildung einen Job zu bekommen

Die Chancen, nach der Ausbildung einen Job zu bekommen, stehen gut: "Es herrscht ein Fachkräftemangel in der Branche, Erzieher sind stark nachgefragt", beschreibt Schrape die Situation auf dem Arbeitsmarkt. In der Regel erhalte jeder Absolvent der Schule eine Arbeitsstelle.

Auch die Schüler müssen sich am neuen Standort zurechtfinden. Ein Problem, das bereits ersichtlich ist, ist die Parksituation. Die Schule selbst hat nur 20 Stellplätze, die den Dozentinnen vorbehalten sind. Das Einzugsgebiet der Schule liegt zwischen Emmendingen, Offenburg und dem Kinzigtal. Vor allem die Schülerinnen und Schüler im zweiten oder dritten Jahr kommen laut Britta Schrape mit dem Auto, das habe sich wegen der schlechteren Anbindung von Nonnenweier so ergeben. Geparkt wird Stoßstange an Stoßstange entlang der Straße Industriehof.

Parksituation ist schlechter als in Nonnenweier

"Die Parksituation in Lahr ist tatsächlich schlechter als in Nonnenweier", stellt Schrape fest. Sie geht aber davon aus, dass künftig mehr Studenten mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Lahr kommen werden. Gespräche mit der Stadtverwaltung über das Thema habe es noch nicht gegeben. Schrape betont: "Wir müssen ein Auge darauf haben. Uns ist es wichtig, ein gutes Miteinander mit den Anwohnern zu haben. Geparkt werden sollte nur dort, wo es auch erlaubt ist."

Informationen gibt es unter Tel.  07821/980190 sowie vorübergehend noch auf der alten Homepage http://www.efs-nonnenweier.de



Weitere Informationen

Termine

Am Samstag, 7. Oktober , von 14 bis 17.30 Uhr können Interessierte bei einem Berufs-Info-Nachmittag das Schulgebäude besichtigen. Sie erhalten Informationen über die Modelle zur Ausbildung (Regelausbildung oder Praxisorientierte Ausbildung), über das Leben an der Schule und über mögliche Arbeitsfelder. Es besteht die Möglichkeit, mit den Dozentinnen und Dozenten ins Gespräch zu kommen. Bewerbungen für das nächste Schuljahr sind bereits möglich.
Am Freitag, 8. Dezember, gibt es am Vormittag einen Festakt für geladene Gäste. Anschließenden findet ein Tag der offenen Tür statt.

Geschichte

Die Historie der Schule geht zurück auf das evangelische Diakonissenhaus, das Regine Jolberg, die Namensgeberin der Schule, 1844 als Mutterhaus für Kinderpflegerinnen und Arbeitsschule in Leutesheim gründete. 1851 zog Jolberg nach Nonnenweier, wo die Schülerinnen im Schwesternheim ausgebildet wurden. Seit 1970 firmiert die Schule unter dem Namen Fachschule für Sozialpädagogik. Seit 2000 ist die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik gGmbH die Trägerin.

Autor: Karl Kovacs