Blick ins Mittelalter und hochwertiges Kunsthandwerk

Volker Münch

Von Volker Münch

Mi, 05. Dezember 2018

Eschbach

Die historische Bauernweihnacht rund ums Eschbacher Castell wird einmal mehr zu einem besonderen Höhepunkt in der Adventszeit.

ESCHBACH. Sie ist im Kalender der Weihnachtsmärkte im Markgräflerland ein echter Höhepunkt: die historische Bauernweihnacht rund ums Castell in Eschbach. Rittersleute, Edelmänner, Gesinde, Marketenderinnen und Gaukler mischten sich unters gemeine Volk und boten darüber hinaus Produkte aus feinstem Kunsthandwerk an. Den Machern des Vereins "Historisches Eschbach" war wieder ein Schaufenster in die Historie gelungen.

Auf diesen Markttag zu Beginn der Adventszeit haben viele Freunde des Kunsthandwerks und vor allen Dingen Fans des Mittelalters gewartet. Rund um das Eschbacher Castell herrschte buntes Markttreiben mit einer großen Produktvielfalt. Vieles ist historischen Vorbildern nachempfunden. Das Mittelalter in einem Zeitfenster zu zeigen, Einblicke ins damalige Lagerleben und ins bunte Marktgeschehen zu geben, ist eine der großen Stärken, die der Eschbacher Verein seit einigen Jahren beherrscht. Rittersleute oder die Spielleute der Gruppe Skadefryd setzten Akzente. Ein mittelalterlich anmutender Falkner, Schmiedehandwerk und vieles mehr sorgten für viele Momente, die es für den Besucher zu entdecken gab.

An mehr als 40 Marktständen präsentierten Marktleute – viele von ihnen ebenfalls in historischen Kostümen gewandet – ihre Waren. Laternen, Honigmet, entsprechende Keramikgefäße und Kleidung – hier gab es natürlich Selbstgestricktes und Genähtes, das auch im Alltag tragbar ist –, gedrechselte Holzwaren und vieles mehr wurden feilgeboten. Auch klassische Geschenkideen gab es an einigen Ständen. Wichtig war es den Veranstaltern des Vereins "Historisches Eschbach", die Rückblende ins Mittelalter mit einem hochwertigen Kunsthandwerkermarkt zu verbinden.

Das Lagerleben zeigten am Rande des Marktes die Hospitalliter aus Waldkirch, ein Ritterorden samt Gesinde, die im Zelt lagerten und sich gerne mit Besuchern auch fotografieren ließen. Einer der Handwerker war ein Schmied, der vor den Augen der Zuschauer Gebrauchsgegenstände fertigte. Es gab einen Medicus, der sein Publikum mit aus heutiger Sicht unvorstellbaren Geschichten um das "Gesundmachen" faszinierte. Im Castellkeller gab es für die Kinder eine Märchenerzählerin und zum krönenden Abschluss des Marktes einen Fackelumzug vom alten Rathaus über den Mittelaltermarkt rund ums Castell bis hin zum Lager der Rittersleute.

Inzwischen hatte sich die Dunkelheit über das Dorf gelegt. Die Illumination des historischen Castells, die leuchtenden Sterne im benachbarten Baum, die Schwedenfeuer und die Laternen auf der Mauerkrone sorgten für eine spezielle Atmosphäre.

Beinahe wäre der mittelalterliche Markt sprichwörtlich ins Wasser gefallen oder vom Winde verweht worden: Starke Regenschauer und Windböen sorgten kurz vor Marktbeginn bei den Veranstaltern und den Marktleuten für Aufregung. Am Ende kamen die Organisatoren des Vereins "Historisches Eschbach" mit einem blauen Auge davon, der Markt nahm an Fahrt auf, und der Markttag wurde wie geplant mit dem Fackelumzug am Sonntagabend abgerundet. Unterm Strich gab’s viele zufriedene Teilnehmer, von den Machern über die Marktleute bis hin zu den Besuchern.