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14. März 2009

Der Thoraschreinvorhang wird in Karlsruhe gezeigt

Die Stadt Ettenheim stellt das kostbare religiöse Kunstwerk für eine Ausstellung, die bis zum 7. Juni dauert, zur Verfügung

ETTENHEIM. (BZ). Am vergangenen Sonntag wurde in Karlsruhe ein Festakt zum 200-jährigen Bestehen der Jüdischen Religionsgemeinschaft in Baden begangen. In einer Ausstellung zu diesem Jubiläum findet sich auch ein Thoraschreinvorhang aus Ettenheim.

In der umfangreichen Ausstellung des Generallandesarchivs Karlruhe werden die Entwicklung der Rechte der jüdischen Bevölkerung im 19. Jahrhundert, die völlige Entrechtung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten und der mühsame Versuch aufgezeigt, in der Nachkriegszeit wieder jüdisches Leben aufzubauen. Mehrere Bilder der Ausstellung sind dem Buch "Schicksal und Geschichte der jüdischen Gemeinden Ettenheim, Altdorf, Kippenheim, Schmieheim und Rust" entnommen, das der Historische Verein Ettenheim 1988 herausgegeben hat. Für die Ausstellung wurde von der Stadt Ettenheim auch der Thoraschreinvorhang zur Verfügung gestellt, den die Frauen der jüdischen Gemeinde Ettenheim 1881 zur Einweihung der Synagoge in der Alleestraße gestiftet hatten. Nach der Schändung der Ettenheimer Synagoge 1938 wurde der Vorhang auf den Speicher des Rathauses verbracht.

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Im Jahr 1988, fünfzig Jahre nach der Reichspogromnacht, wurde dieses kostbare religiöse Kunstwerk beim Besuch ehemaliger Ettenheimer Juden zum ersten Mal wieder zugänglich gemacht. Bald danach erfolgte eine Restaurierung, wobei der ursprüngliche Samtstoff durch einen neuen Stoff ersetzt und die Original-Verzierung wieder verwendet wurde. Der Vorhang wurde im Sitzungssaal im Palais Rohan in einem Schaukasten untergebracht, wo er nach der Karlsruher Ausstellung wieder seinen Platz finden wird.

Der Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim bietet am 22. März eine Fahrt zur Ausstellung an. Der Histroriker Uri Kaufmann, der die Ausstellung maßgeblich konzipierte, steht für eine Führung zur Verfügung. Außerdem werden die Jüdische Gemeinde und ein Konzert des Züricher Synagogenchors in der Synagoge besucht. Die Fahrt erfolgt mit dem Zug von Lahr und Offenburg. Die Kosten betragen ohne Essen 15 Euro pro Person. Eine Anmeldung ist bis Sonntag, 14. März, erforderlich. Weitere Infos unter Tel. 07825/86522 oder E-Mail buero@ehemalige-synagoge-kippenheim.de.
Die Ausstellung "Gleiche Rechte für alle? Zweihundert Jahre jüdische Religionsgemeinschaft in Baden 1809-2009" wird bis zum 7. Juni im Regierungspräsidium Karlsruhe am Rondellplatz präsentiert. Der Eintritt ist frei. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Führungen unter Tel. 0721/926-4060

Autor: bz