Jugendliche reden über die Zukunft

Klaus Schade

Von Klaus Schade

Di, 24. April 2018

Ettenheim

Jugendpolitikworkshops für Achtklässler der Ettenheimer Schulen / Bürgermeister Bruno Metz bietet am 8. Mai eine Vertiefung an.

ETTENHEIM. Wenn es den Achtklässlern der weiterführenden Schulen in Ettenheim ernst ist, dann können sie an jenen Zukunftsthemen, die sie bei den Jugendpolitikworkshops Bürgermeister Bruno Metz ins Handbuch der städtischen Agenda schrieben, durchaus dranbleiben. Mitreden ist das eine, Mitgestalten, Mitentscheiden das andere.

Eine erste Möglichkeit zeigte Moderator Udo Wenzl den Achtklässlern bei der abschließenden Ideenbörse mit Bruno Metz auf: Am 8. Mai bietet der Moderator in Kooperation mit Heike Schillinger von der Stadtverwaltung einen vertiefenden Workshop an. Am August-Ruf-Bildungszentrum sind einige Jugendliche offensichtlich höchst interessiert daran, eine Politik-AG ins Leben zu rufen: "Ein- bis zweimal die Woche", so lautet die ambitionierte Vorstellung.

Am Montag und Dienstag hatte Udo Wenzl einen ganzen Vormittag mit den Achtklässlern der Heimschule und am Städtischen Gymnasium über deren Zukunftsthemen reflektiert, am Mittwoch dann mit den vier Klassen am August-Ruf-Bildungszentrum (eine WRS-Klasse, drei RS-Klassen). Dass sich die Jugendlichen auch von der großen Politik nicht einschüchtern lassen, zeigte der erarbeitete Brief an den Ministerpräsidenten. In ihm formulierten die Heranwachsenden ihre Zufriedenheit, mit 16 Jahren schon wählen zu dürfen, vermissten aber in gewissen Themenfeldern noch eine stärkere Entscheidungskompetenz.

Bemerkenswert war die Einstellung der Arbeitsgruppe "Flucht und Integration". Zu viele Vorurteile kursierten da im Raum, merkten sie kritisch an und offenbarten viel Verständnis für die schwierige Lage von Flüchtlingen – um allerdings ebenso deutlich zu sagen: Wer in einem andern Land Schutz sucht, der solle auch die Bereitschaft zur Integration mitbringen. Beachtlichen Tiefgang zeigten die Jugendlichen auch bei den Themen Arbeitsplätze, bezahlbarer Wohnraum, Unterstützung von Partnerschaften, Gesundheit und Ausbildung.

Die Stärken und die Schwächen von Ettenheim

Die "Stärken und Schwächen Ettenheims" kamen Bürgermeister Bruno Metz, wie er bekundete, "nicht unbekannt vor". Als gut wurde das schulische Angebot, die Freizeitmöglichkeiten, die Sportstätten, die Vielzahl der Vereine mit ihren Angeboten für Jugendliche bezeichnet, als schwach die Busverbindungen, das Internet in den Talgemeinden, die Einkaufsmöglichkeiten, das Radwegenetz, der Fahrradparkplatz beim BiZ.

Dass auch Jugendliche nicht nur fordern dürfen, dass sie vielmehr auch Kinder- und Jugendrechte wahrzunehmen haben, das machte sich und in der Abschlussrunde eine weitere Schülergruppe klar. Die Begriffe Freiheit, Gewaltlosigkeit, Privatsphäre, Toleranz wurden da mit konkreten Lebensbereichen belegt.

Bürgermeister Metz machte deutlich, dass vieles, was die Jugendlichen erarbeitet hatten und vortrugen, Themen auch der Erwachsenen, der aktuellen Mandatsträger sind: Internet, Bustaktung, Fahrradwege, Einkaufssituation. Schulleiterin Beate Ritter wertete den Besuch des Bürgermeisters in ihrem Schlusswort als wichtiges Signal an die Jugendlichen, dass er deren Anliegen ernst nimmt.