Konzept zur Jugendbeteiligung für Ettenheim

Jugendliche wollen sich einbringen

Theo Weber

Von Theo Weber

Mi, 21. Oktober 2009 um 16:39 Uhr

Ettenheim

Die Ettenheimer Jugendlichen wollen sich stärker in der Stadt einbringen. Sie haben ein Konzept entwickelt, der Gemeiderat hat’s abgesegnet.

ETTENHEIM. Ungewohntes Bild im Palais Rohan: Neben dem Bürgermeister sitzen nicht die Amtsleiter sondern Jugendliche. Cara Graefe, Ivan Labusga und Maximilian Hess erläuterten in der Sitzung am Dienstag den Gemeinderäten das Konzept zur Jugendbeteiligung in Ettenheim, das in den vergangenen Monaten erarbeitet worden ist.

Der Ausgangspunkt für die Initiative liegt im Jahr 2007. Der Gemeinderat hat damals die Einrichtung eines Jugendgemeinderats abgelehnt, die Verwaltung aber beauftragt, alternative Möglichkeiten, die Jugendlichen an der Kommunalpolitik zu beteiligen, zu entwickeln. Anfang dieses Jahres fand auch Initiative von zwei Schülern eine Diskussion mit Jugendlichen statt, mit dem Ziel, die Jugendlichen stärker am kommunalen Leben zu beteiligen. Ein Schwerpunkt der bisherigen vier Treffen war die Entwicklung eines Beteiligungsmodells für die Jugendlichen. Unterstützung erhielten sie dabei vom Landesjugendreferenten Udo Wenzl und von Heike Schillinger von der Stadtverwaltung Ettenheim.

Das Ergebnis des Prozesses stellten nun die Jugendlichen den Gemeinderäten vor. Das Jugendbeteiligungsmodell besteht aus drei Elementen. Das erste ist das Jugendhearing. Es ist offen für Jugendliche zwischen zwölf und 22 Jahren und soll mindestens einmal im Jahr stattfinden. Hier können sie ihre Anliegen formulieren und transportieren. Die Ergebnisse des Jugendhearings werden in die kommunalpolitischen Prozesse eingebracht. Es können aber auch Projektgruppen entstehen, die dann ein bestimmtes Thema oder Projekt erarbeiten. Auf dem nächsten Hearing werden die Gruppen über ihre Arbeit berichten.

Die Klammer oder der Überbau, der Kontinuität gewährleisten soll, ist das Kernteam. Es bildet sich aus dem Jugendhearing heraus, besteht aus acht Mitgliedern und soll sich aus Vertretern aller Ettenheimer Jugendlichen zusammensetzen. Die vier weiterführenden Ettenheimer Schulen schicken je einen Vertreter ins Kernteam, die anderen vier werden im Jugendhearing gewählt. Zentrale Aufgabe des Teams ist die Organisation, Koordination und die Verknüpfung der Projektgruppen. Das Team ist auch Ansprechpartner für Jugendliche, Verwaltung und Gemeinderat. Das Team trifft sich im Jahr mindestens sechs Mal und mindestens einmal mit dem Gemeinderat. Der Gemeinderat bewilligt ein Budget von 2000 Euro jährlich, das vom Kernteam verwaltet wird. Unterstützt wird das Kernteam in seiner Arbeit von der Jugendbeautragten Isabella Roth und, falls nötig, von Heike Schillinger von der Stabstelle Stadtmarketing/Stadtentwicklung.

Diskussionsbedarf sah der Gemeinderat keinen. Manfred Schöpf (CDU), Bernd Billharz (SPD) und Peter Frey (Freie Liste) begrüßten das Konzept einmütig als einen guten Schritt, Jugendliche in die Stadt einzubinden. Der Gemeinderat billigte das Konzept einstimmig.