Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
03. Februar 2010 16:19 Uhr
Hartes Durchgreifen
Feldberg: Skifahrern im Wald droht erstmals Bußgeld
Auf dem Feldberg soll künftig schärfer gegen Skifahrer abseits der Pisten und Loipen vorgegangen werden. Für Wintersport im Wald hagelt es künftig ein Bußgeld von bis zu 500 Euro - zum Schutz der Tiere.
Das teilte das Naturschutzzentrum Südschwarzwald in Feldberg mit. Ermahnungen reichten nicht mehr aus. Möglich seien Bußgelder von bis zu 500 Euro. Durch Skifahrer, die sich fernab der gespurten Bahnen verbotenerweise einen Weg durch den verschneiten Wald bahnen, seien bereits Wildtiere zu Tode gehetzt worden.
Der aktuelle Verdacht: Skifahrer haben ein Reh auf dem Gewissen. "So langsam ist Schluss mit lustig," schimpft Achim Laber. Er ist Feldberg-Ranger beim Naturschutzzentrum Südschwarzwald und Naturschutzfachmann des Regierungspräsidiums. "Es sollte sich doch inzwischen herumgesprochen haben, dass Wintersport im Wald eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Tierwelt darstellt", so Laber.
WURDE DAS REH IN DEN TOD GETRIEBEN?
Christian Südfeld, ein Jäger aus Todtnau, informierte den Ranger am Montag über ein totes Reh, das er oberhalb einer Fütterung im Naturschutzgebiet Feldberg im tiefen Pulverschnee gefunden hat. Beide gehen davon aus, dass das Reh durch Variantenfahrer "in den Tod getrieben wurde".
Werbung
"Ein stressbedingter Kreislaufkollaps ist bei Rehen eine verbreitete Todesursache und bei der Vielzahl an Skispuren an der Fundstelle auch absolut plausibel", so Laber. Und nicht nur Rehe seien gefährdet, wenn sie im tief verschneiten Wald immer wieder aufgescheucht werden, sondern auch viele andere Wildtiere bis hin zu den ohnehin schon vom Aussterben bedrohten Auerhühnern.
BESSERE INFOS IM GELÄNDE
Besonders ärgert sich Laber "über manche Skilehrer der örtlichen Skischulen oder auch Schneeschuhführer aus den umliegenden Gemeinden". Gerade diese Personen hätten eine wichtige Vorbildfunktion. Außerdem könne man davon ausgehen, dass sie die Regeln im Naturschutzgebiet kennen.
Parallel zur verstärkten Überwachung des Naturschutzgebiets soll die Information im Gelände verbessert werden. Die Zivildienstleistenden des Naturschutzzentrums werden in den kommenden Tagen Schilder aufhängen, die über die Problematik informieren. "Eigentlich greifen wir nur sehr ungern zur rechtlichen Keule", so Laber, "aber wenn’s ans Eingemachte geht, haben wir keine andere Wahl."
Weitere Artikel:
- Feldberg: Lawine verletzt zwei Wintersportler
- Titisee-Neustadt: Skidiebe machen den Feldberg unsicher
Autor: BZ
