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21. Dezember 2009 16:11 Uhr

3D Multivisionsschau mit historischen Fotos

Schwarzwald zu Kaisers Zeiten

Im 3D-Kino im Haus der Natur am Feldberg wird die Zeit vor gut 100 Jahren zum Leben erweckt, wie es plastischer kaum geht. Dazu wurden Stereofotografien, die zwischen 1900 und 1907 im Schwarzwald aufgenommen wurden, digitalisiert, zu einem "Stummfilm" zusammengestellt und mit passender Musik unterlegt.

  1. Beispiel Schluchsee: "Der Schwarzwald zur Kaiserzeit" heißt die neue historische 3D-Multivisionsschau im Haus der Natur in Feldberg, die bis zum 31. März zu sehen ist. Der zehnminütige Stummfilm ist im Wechsel mit den 3D-Vorführungen über den Naturpark Südschwarzwald und den Feldbergsteig zu sehen. Foto: Haus der Natur

FELDBERG. "Wir hätten uns nie vorstellen können, dass man von der damaligen Zeit einen solch lebendigen Eindruck bekommen kann", sagt Stefan Büchner, Leiter des Naturschutzzentrums Südschwarzwald. Auch Feldberg-Ranger Achim Laber, der das Konzept für die Schau erarbeitet hat, freut sich: "Mein Herz hat einen Hüpfer gemacht, als ich die Bilder zum ersten Mal in den Händen hielt."

Tatsächlich ist es ein großes Glück, dass dreidimensionale Dokumente aus dieser Zeit ausfindig gemacht werden konnten. Die Bilder gehören zu zwei Diaserien mit mehr als 70 Bildern, die bis vor kurzem in den Kellern zweier Museen schlummerten: Einige stammen aus dem Deutschen Historischen Museum in Berlin und eine vollständige Serie mit 50 Bildern aus dem Stadtmuseum in Wels in Oberösterreich. "Es ist schon lustig, dass man Titisee- und Feldbergbilder in Österreich suchen muss", sagt Laber, "wir sind den beiden Museen sehr dankbar, dass wir die Bilder zu diesem Zweck verwenden dürfen". Die größten Raritäten sind die Bilder vom Schluchsee mit Gebäuden, die später der Anstauung zum Opfer gefallen sind.

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Die gezeigten Bilder wurden bis in die 20er Jahre in den so genannten Kaiserpanoramen präsentiert. Dies waren überdimensionale Holztrommeln, in denen 50 3D-Betrachter eingelassen waren. Diese Einrichtungen fand man damals in vielen größeren Städten. Für die Kaiserpanoramen wurden auf der ganzen Welt Stereofotographien gemacht, die im wöchentlichen Wechsel präsentiert wurden.

Aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst und zu einer knapp zehnminütigen Schau zusammengestellt hat die Bilder Hermann Miller aus Leutkirch, dessen Einsatz schon die bisherigen 3D-Schauen im Haus der Natur zu verdanken ist. Job von Witzleben aus Freiburg hat die Musik komponiert und arrangiert. Zusammen mit Stefan Beinlich am Kontrabass schuf er am Piano eine Stummfilmatmosphäre, die die Wirkung der Bilder unterstreicht. Finanziert wurde die Schau mit Hilfe des Naturparks Südschwarzwald und der Unterstützung durch die Rothaus-Brauerei.

Die historische 3D-Schau ist im Kino der Dauerausstellung im Haus der Natur bis vorerst 31. März 2010 zu sehen. Sie läuft im Wechsel mit den 3D-Vorführungen über den Naturpark Südschwarzwald und den Feldbergsteig. Das Haus ist während der Ferien täglich 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Autor: bz