Fit und stark werden für die Zukunft

Ansgar Taschinski

Von Ansgar Taschinski

Di, 12. Februar 2019

Lörrach

Bbv Akademie und AfA starten neue Maßnahmen im Landkreis, um Langzeitarbeitslosen beim Übergang in die Arbeitswelt zu helfen.

LÖRRACH. Mit zwei neuen Maßnahmen wollen die Bildung, Beruf, Vorsprung (bbv) Akademie und die Arbeit für Alle (AfA) gGmbH Langzeitarbeitslose unterstützen. Am Montag begannen für 26 Teilnehmende die Maßnahmen "Fit für die Zukunft" und "Stark in die Zukunft"

in der bbv Akademie Lörrach.

Mit den beiden Maßnahmen wolle man den Menschen helfen, ihre Chancen auf eine Beschäftigung auf dem regulären Arbeitsmarkt zu erhöhen, erklärte Markus Amann vom Jobcenter des Landkreises Lörrach. Zugleich gehe es darum, den Menschen Selbstwertgefühl zu vermitteln, so Norbert Uttner, Geschäftsführer der bbv Akademie. Gefördert werden die Maßnahmen durch das Jobcenter und den Europäischen Sozialfonds. Arbeitskleidung, Werkzeuge und Schulutensilien werden gestellt. Außerdem erhalten die Teilnehmer eine Monatsfahrkarte für den Landkreis. Für die 26 Langzeitarbeitslosen, ausgewählt aus 50 Bewerbern, wird in den kommenden neun Monaten ein umfangreiches Qualifizierungsprogramm angeboten. Dazu gehören auch Angebote, um den Alltag zu meistern.

Die bbv Akademie bietet das Programm "Fit für die Zukunft" an. Zunächst geht es um die Bewältigung von Arbeitslosigkeit durch das Training von sozialen Kompetenzen, gesundheitsfördernde Maßnahmen und dem Training lebenspraktischer Kompetenzen. Später erhalten die 13 Teilnehmer die Möglichkeit, sich in zwei Berufsfeldern zu orientieren, bevor sie ihre Erfahrungen in einem der beiden vertiefen und abschließend ein zweimonatiges Betriebspraktikum absolvieren. Die Berufsfelder reichen von Metall und Elektronik bis zum Verkauf sowie Landschafts- und Gartenbau.

Mit "Stark in die Zukunft – Eltern sind Vorbilder" richtet sich die AfA an Langzeitarbeitslose mit Erziehungsverantwortung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf hauswirtschaftlichen Berufen. Auch hier steht am Anfang das Training von Soft Skills, des Alltagsmanagements und der Gesundheit. Zugleich geht es um die Erarbeitung beruflicher Perspektiven. Hierzu wird der Aufbau von sozialen Netzwerken und das Erarbeiten eines persönlichen Notfallplans bei Krankheit oder Ferien der Kinder unterstützt.

Die beiden Maßnahmen bauen auf den Erfahrungen des "Regionalen Bündnisses gegen Langzeitarbeitslosigkeit" auf. So habe man beschlossen, die Anwesenheitszeit langsam zu steigern statt gleich voll einzusteigen, erklärte Uttner. Die Sozialpädagogen stehen den Teilnehmenden die gesamten neun Monate über zur Seite. Auch die Zahl der Träger wurde reduziert; und die AfA vertieft die persönliche Betreuung weiter. Zudem gibt es mehr Freiheit, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Ein Schwerpunkt ist bei beiden Programmen das Aktiva-Programm, das helfen soll, Strategien zu entwickeln, um das Leben zu meistern.

Mit dem Jobcenter trifft man sich alle zwei Wochen, um zu besprechen, wie man den Teilnehmenden helfen könne. In den vergangenen Jahren fand je gut ein Fünftel der Absolventen einen regulären Arbeitsplatz. Die Programme finden zwei Mal pro Jahr statt, die nächsten Maßnahmen starten im Mai. Am Anfang gebe es oft noch Widerstände, berichtete die Sozialpädagogin Sonja Stürner von der bbv Akademie. Am Ende hingegen wollten die meisten am liebsten länger bleiben. So haben die beiden Maßnahmen auch die geringste Fehlquote aller Beschäftigungsmaßnahmen des Jobcenters.