Familientreffen der Volksliedfreunde

Dieter Erggelet

Von Dieter Erggelet

Sa, 29. Juli 2017

Kreis Emmendingen

WIE WAR’S BEIM 20. Volksliedersingen zum Auftakt der Ferienaktion der Badischen Zeitung im Freiämter Kurhaus?.

FREIAMT. Wie war es beim 20. BZ-Volksliedersingen im Kurhaus Freiamt, dem traditionellen Auftakt der Ferienaktion der Badischen Zeitung Emmendingen?

Das Besucherinteresse:
Nach wie vor ist die Resonanz der sangesfreudigen Leserinnen und Leser enorm. Die Veranstaltung begann um 19 Uhr, bereits um 16.45 Uhr erschienen die ersten Besucher. Gegen 18 Uhr herrschte rund um das Kurhaus ein lebhafter Wettbewerb um Parkplätze. Bis nach 23 Uhr hielten die Freunde der Volkslieder emsig und tapfer durch. Immer wieder forderten die Gäste lautstark Zugaben.



Die Programmauswahl:
Wie ein opulentes Festmenü mit vielen Desserts in Form von Zugaben. Die Organisatoren, Gertrud und Walter Gerspacher, hatten ein glückliches Händchen zu ihrem 20-jährigen Jubiläum Gäste einzuladen, die Bühnenerfahrung mitbrachten. Anfragen für Auftritte ohne Gesangsbeiträge mussten sie vorher dutzendweise leider ablehnen.

Die Stimmung:
Fast wie beim Hüttenzauber in den Alpen. Eine Art Familientreffen der Anhänger der Volkslieder fand hier statt. Aus ganz Südbaden kamen die Gäste. Aus Maastricht, der Heimat- und Konzertstadt von André Rieu reisten Rolf und Riza van Os an. Seit 15 Jahren legen sie ihren Urlaubstermin in Freiamt stets in die Woche, in der das BZ-Volksliedersingen stattfindet.

Die Akteure:
Alle in Hochform. Gertrud und Walter Gerspacher begannen mit Fahrten- und Wanderliedern. Kurze musikalische Abstecher mit Seemannsliedern und Volksliedklassiker trafen genau den Geschmack des Publikums. Darüber hinaus ist Walter Gerspacher ein vorzüglicher Entertainer. Immer wieder hatten Mundartdichter bei Konzerten des Duo Romantica Kurzauftritte. Erstmals zu Gast war dieses Mal Anneliese Binz aus Forchheim. In Gedichtform erzählte sie von einem Überraschungspaket aus den USA in der Nachkriegszeit. Ihr skurriler, rabenschwarzer Humor lässt hoffen, dass sie nicht zum letzten Mal auf der Bühne Geschichten erzählt, die das Leben schrieb. Sängerin Rosi Haas, Gerhard Strub und Sieglinde Bühler sind nicht wegzudenken im Programm. Das Lied vom Knieschnäpperle (Anm. d. Red. plötzliche Muskelschwäche im Bein) und was ein solches ist, interpretierte Sieglinde Bühler auf unverwechselbar originelle Weise. Die Montag-Singers aus Weisweil (Charles Müller, Fritz Lösslin und Günther Hauger) trugen ältere Volkslieder in ihrer sprachlichen Schönheit vor. Sogar ein Titel wie Der alte Jäger vom Silbertannental wirkt keineswegs schnulzig. Das Öli-Duo aus Waldkirch erntete Beifallsstürme. Für Karl Gottfried mit seinen 84 Jahren und Friedrich Haberstroh im Alter von immerhin 86 Lenzen bedeuten ihre alpenländische Weisen eine Art Jungbrunnen. Ihre alpenländische Tracht zu diesem Auftritt rundet dieses Gastspiel perfekt ab. Die Kurzauftritte von Gottfried Huber aus Königschaffhausen mit der russischen Ballade vom Wolgaschiffer und die musikalische Begleitung vom Badner-Lied, das der Sasbacher "Löffelkönig" Paul Ganter begleitete, bedeuteten die kleinen musikalischen Farbtupfer.

Der Service:
Der Heimatvererein Freiamt unter der Leitung von Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench und das BZ-Team mit BZ-Regionalverlagsleiter Christian Merkle leisteten einen perfekten Job. Statt einer Tombola gab es am Ende für alle Gäste Rosen. Ein Wermutstropfen war die Beschallung des Kursaals. Hier ist noch etwas Luft nach oben. Beim Hinausgehen hieß es einhellig "Also bis nächstes Jahr".

Ein Fotoalbum im Internet unter http://mehr.bz/volkslieder17