Frauenschorlestand und Kalenderpläne

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Sa, 04. März 2017

Freiamt

Bauernmarktverein Freiamt macht sich nach fast 20 Jahren Gedanken um die Zukunft und will neue Zielgruppen gewinnen.

FREIAMT. Im kommenden Jahr werden der Bauernmarkt am Freiämter Freihof und der ihn betreibende Verein 20 Jahre alt. Bei der Hauptversammlung in der "Waldlust" machten sich die Mitglieder schon einmal Gedanken, wie es künftig weiter gehen soll.

"Bevor wichtige Mitglieder vielleicht aus Gesundheitsgründen nicht mehr dabei sind, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um uns Gedanken um die Zukunft des Marktes machen", brachte es Vorsitzender Hans Zimmermann auf den Punkt. Niemand habe vor 19 Jahren, als die Vision von Otto Reinbold Wirklichkeit geworden sei, daran geglaubt, dass dem Markt ein so langes und so erfolgreiches Leben beschieden sei. Denn der Freiämter Bauernmarkt hat sich zu einem Anziehungspunkt entwickelt, der aus dem Gemeindeleben nicht mehr weg zu denken ist.

Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench sprach den Mitgliedern hierfür den besonderen Dank der Gemeinde aus. "Die Leute kommen aus der ganzen Region. Fragt man sie, warum, sagen sie, ‚weil wir nicht so einen schönen Markt haben‘", so Reinbold-Mench. Dass die enge Zusammenarbeit mit dem Heimatverein, der das Areal um den Freihof unermüdlich mit großem Aufwand weiter entwickelte, das Alleinstellungsmerkmal des Markts ausmacht, darüber waren sich alle einig. "Heimatmuseum, Turmuhrenmuseum und das Radiostübel ziehen Publikum an, der Markt mit seinem Kaffeestübchen, den guten Kuchen und den Strickerinnen belebt das Areal", so Zimmermann.

Aktionsmärkte an Ostern, im Sommer und an Weihnachten sowie das Museumsfest krönen die Markttage, die im vergangenen Jahr wieder 51 Mal stattfanden. All das wird von nur 47 Mitgliedern, und das bei jeder Witterung, umgesetzt. Zudem beteiligte sich der Verein mit einem großen Stand am Grünen Wochenende, "eine große Herausforderung für einen so kleinen, wenn auch sehr effektiv arbeitenden Verein", so Reinbold-Mench.

Aber damit alles bleibt, wie es ist, muss es sich bekanntlich verändern, zitierte Zimmermann die Literatur. In Hanns-Georg von Wolff, "einem Freund vom Bauernmarkt", fand sich ein sachkundiger Moderator. Und so wurden in der Waldlust Grafiken beklebt, Ideen gesammelt und White-Boards beschriftet, dass die Führungsetage eines jeden mittelständischen Unternehmens ihre wahre Freude gehabt hätte. Aus diesem Ideensturm formierten sich bald konkrete Ziele und Aufgaben. Elementar ist die Nachwuchsfrage. "Wir müssen die nächste Generation nachziehen", so eine Marktfrau. Dies gelte bei Kunden wie bei Betreibern. Schon jetzt sei der Personenkreis eigentlich zu klein, "fällt nur ein Anbieter aus, klafft eine riesige Lücke", so Neumitglied Jürgen Schneider. Dies gilt auch für die Kaffeefrauen, die personell am Limit arbeiten. Mit mehr Öffentlichkeitsarbeit will der Verein neue Zielgruppen gewinnen, mit kleinen Aktionen verstärkt junge Familien binden und die Kooperation mit dem Museum ausbauen. Dazu möchte er das Angebot erweitern. "Vielfalt und Originalität", "das Besondere, das es sonst nirgends gibt", aber auch das gute Miteinander gelte es dabei aber zu wahren. Möglicherweise muss hier eine Änderung der Satzung erfolgen, die bislang noch bestimmte Infrastrukturen, wie Verkaufswagen oder Kühlaggregate, verbietet.

Neue Technik sollen bei der Vermittlung von Terminen und Aktionen helfen. Eine Art Kalender wäre schön, um schnellen Antworten auf Fragen wie "Was ist los am Freitag, welche Einrichtung ist offen, welche Anbieter sind da, gibt es etwas Besonderes?" zu liefern. Die Zusammenarbeit mit Tourist-Information und Vereinen soll intensiviert werden. Bis spätestens Pfingsten soll ein Maßnahmen- und Zeitplan entstehen, der die Ideen aufnimmt. Eine konkrete Änderung, die die weiblichen Mitglieder besonders freute, wird es schon eher geben: einen Frauenschorlestand, für den fröhlichen Ausklang des Marktages.