Ostermarkt lockte viele Besucher zum Freihof

Benedikt Sommer

Von Benedikt Sommer

Mo, 27. März 2017

Freiamt

Schüler und Kindergartenkinder boten selbst gebackene Osterlämmer und selbst gebastelten Osterschmuck an.

FREIAMT. Großer Andrang herrschte beim Ostermarkt am Freitagnachmittag rund um das Freihofgelände in Ottoschwanden. Zahlreiche große und kleine Besucher aus der ganzen Region nutzten die Gelegenheit, um sich bei einem Gang über den Markt in österliche Stimmung zu versetzen. Höhepunkt war aber auch in diesem Jahr die beliebte Jagd nach den Birkentalern im duftenden Heu.

Schier greifbar war die Spannung bei den Kindern, als Bauernmarkt-Vorsitzender Hans Zimmermann mit dem Durchschneiden der Schnüre endlich die Jagd auf die hundert kleinen Holzscheiben freigab. Mit großem Geschrei stürzten sich zahllose Kinder auf die beiden Heuballen und wühlten sich begeistert in die Tiefe.

"Wir haben extra einen Ballen für die Kinder bis sechs Jahre reserviert", erzählte Zimmermann angesichts des Getümmels, "sonst müsste man sich um die Kleinen Sorgen machen." In diesem Jahr wurde ihnen dazu die Jagd etwas erschwert. "Um das Vergnügen der Suche zu verlängern, haben wir die Durchmesser der Taler etwas verkleinert, aber anscheinend haben wir die Scheiben dabei zu klein gemacht", gab Zimmermann zu, als nach mehreren Minuten noch kein Kind fündig wurde und erste lange Gesichter sichtbar wurden. Schließlich tauchten aber doch die ersten Kinder am Eisstand auf, und tauschten ihren Gutschein gegen eine Kugel Eis ein.

Die Jagd im Heu war aber nicht die einzige Attraktion für Kinder an diesem Nachmittag. Sehr viel Zuwendung und noch mehr Karotten bekamen auch die prächtigen Hasen und Kaninchen, die der Kleintierzuchtverein aus Sexau mitgebracht hatte. Wer wollte, konnte außerdem einen kleinen Ausritt über die Wiese auf dem Rücken eines Ponys wagen.

Auch wenn der eine oder andere Erwachsene sich am liebsten ebenfalls ins Heugetümmel gestürzt hätte ("Wenn ich dürfte, wäre ich da auch drin", meinte etwa eine Mutter) war für sie natürlich ebenfalls gesorgt. An den abwechslungsreichen, originellen Ständen, wie dem der der 7. Klasse des Schulzentrums, die schon um drei Uhr stolz alle selbstgebackenen Osterlämmer verkauft hatten, deckte man sich mit Gebäck und selbstgebastelter Osterdekoration ein, ließ sich eine Waffel oder Wurst schmecken, zeigte den Enkeln die echten, besonders schönen Hühner der Kleintierzüchter oder besorgte schlicht seinen Wochenendeinkauf.

Der Kindergarten Keppenbach hatte mit Eltern und Erzieherinnen ebenfalls gebastelt, (er sammelte für das Kindergartenkind Lilly und spendete auch den Erlös des Kinderschminkens) und auch Matthias Blust und Patrick Gerber mit ihren frisch geräucherten Forellen waren dabei. Selbst die syrischen Neubürger aus der Sonne waren mit einem Stand vertreten. Alradahwi etwa präsentierte honigsüßes Teegebäck, sechs Bleche habe er seit morgens um acht mit einem Freund gebacken, erzählte er stolz.

Dazu waren Bäule, Museumsscheune, Radio- und Uhrenmuseum geöffnet und wurden fleißig besucht, im warmen Kellercafé des Bäule zeigte die lange Schlange, dass es schon gegen 16 Uhr mit dem Kuchen knapp werden sollte.

Nur in der gemütlichen guten Stube am warmen Kachelofen war es spürbar ruhiger. Hier konnte man in der gewohnt fröhlichen Runde der Strick- und Spinnfrauen gleich zwei Premieren feiern: jugendlichen Nachwuchs am Spinnrad und prächtige, neue Hemdblusen. Mine Mellert, Rosmarie Gerber und Waltraud Jockmann hatten sie für die Frauen nach historischen Schnittmustern aus altem Leinenstoff geschneidert und außerdem fein bestickt.