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13. Mai 2014

Wer hilft, hat recht

Das Freiburg-Institut will mit einem neuen Coachingansatz punkten / Markt ist unübersichtlich.

  1. Peter Behrendt vermittelt einem Klienten, wie er als Führungskraft erfolgreicher werden kann. Foto: Ingo Schneider

Ein Coach ist zunächst mal jeder, der sich so nennt – denn bei dem Begriff handelt es sich um eine nicht geschützte Berufsbezeichnung. Bundesweit sind gut zwei Dutzend Coachingverbände aktiv, die hier mit klaren Standards Unterscheidbarkeit herstellen wollen. Allein in Freiburg verzeichnen die Gelben Seiten mehr als 50 Coachinganbieter. Ein weiterer ist nun hinzugekommen: Das Freiburg-Institut ist an der Uni angesiedelt und setzt auf empirische Nachweisbarkeit – und Videoanalyse.

"Die Wertschätzung der Mitarbeiter erhöht den Erfolg von Führungskräften." Was Peter Behrendt da sagt, klingt plausibel – aber eigentlich auch nicht wirklich überraschend. Behrendt, seit 2007 Personaldirektor beim Freiburger Medizintechnikhersteller Stryker, ist selbst Coach – und hat sich dem Thema auch nach seinem Psychologiestudium an der Uni Freiburg und während seiner Tätigkeit für Stryker wissenschaftlich gewidmet. Er hat die Erfolgsfaktoren beim Coaching empirisch erforscht – und dafür 2012 den deutschen Coachingpreis des Verbands DBVC erhalten. Ebenfalls seit 2012 ist er Chef des Freiburg-Instituts, einer Ausgründung der Uni, welche diese Erkenntnisse kommerziell verwerten will, indem sie Wirtschaftsunternehmen damit bedient und deren Führungskräfte schult. "Gleichzeitig forschen wir weiter", sagt Behrendt. Bei einer weiteren Studie habe man nachweisen können, dass 39 internationale Führungskräfte nach dem Training am Freiburg-Institut ihre Zielerreichung anhand objektiver Projektkennzahlen von 66 auf 75 Prozent haben steigern können.

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Eine der Teilnehmerinnen war Stefanie Schmitz, Projektleiterin bei Stryker – und somit zugleich Behrendts Kollegin. "Der Clou dabei ist, dass wir alles anhand von Videoaufnahmen unserer Projektsitzungen im normalen Arbeitsalltag besprechen, die ich geleitet habe", sagt sie. Das habe ihr enorm geholfen. Auch Peter Behrendt hebt diesen Aspekt hervor: "Wir vermitteln wissenschaftlich ermittelte Erfolgsfaktoren für Führungskräfte – und wir tun dies bevorzugt über Videoanalysen, denn so verstehen es die Betreffenden viel besser und erkennen auch Verbesserungsmöglichkeiten leichter."

Die Stiftung Warentest hat erst vor wenigen Tagen eigens einen Leitfaden veröffentlicht, der bei der Coachauswahl helfen soll, weil die Szene so unübersichtlich ist. Entscheidend ist aber letztlich, ähnlich wie in der Medizin, dass das jeweilige Verfahren hilft. Das Freiburg-Institut kann hier auf seine Studien verweisen.

Weitere Infos zu der Uni-Ausgründung unter http://www.freiburg-institut.de.

Autor: Holger Schindler