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21. Juni 2017

Begeistert von Colakraut und Barfußpfad

Schülerinnen und Schüler der Reinhold-Schneider-Schule haben ihren Schulgarten vorgestellt.

  1. Die Schüler sind stolz auf ihre Zuckererbsen und all die anderen Pflanzen im Schulgarten der Reinhold-Schneider-Schule. Von links: Paolo Hertle, Carlotta Höher, Selina Pilz und Lilly Richter. Foto: Michael Bamberger

LITTENWEILER. Mit einem breiten Grinsen zupft der zehnjährige Paolo Hertle vorsichtig ein kleines Colakraut ab. "Schau mal, das riecht total nach Cola", sagt er. Am Dienstag, dem dritten bundesweiten "Tag des Schulgartens", haben Schülerinnen und Schüler den Garten der Reinhold-Schneider-Grundschule präsentiert. Nach der Einweihung des neuen Pausenhofs im Sommer 2015 war noch Geld übrig, das für den Aufbau des Schulgartens verwendet wurde. Die Arbeit im Schulgarten richtet sich vor allem an Dritt- und Viertklässler, aber auch Schüler der ersten und zweiten Klasse sind in das Projekt miteingebunden. Während des Schulgartentags gab es verschiedene Aktivitäten für die Kinder.

Die zehnjährige Carlotta Höher erklärt, dass die Jungen sich an diesem Tag hauptsächlich um das Insektenhotel kümmern, während die Mädchen kleine Gewächshäuser aus Eierkartons basteln. "Aber wir haben abgestimmt, und jeder konnte selbst entscheiden, was er machen möchte", fügt Selina Pilz aus der vierten Klasse hinzu. Lilly Richter hat in ihrem Gewächshaus die Samen der Moschus-Malve gesät, einer Pflanze, die passend zu ihrem T-Shirt rosa blüht. Ihr gefällt der selbstkreierte Barfußpfad am besten: "Darunter liegt eine Plane, damit der Bärlauch nicht durchkommen kann".

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Der Pfad wurde in zwei Schritten gebaut. Carlotta war in der ersten Gruppe, die das Fundament gelegt hat. Das Sammeln der Materialen im Wald hat die Parallelklasse übernommen. Als Kinderreporter berichten die Schüler nun über ihr Projekt. Sie sind stolz auf ihre große Außenanlage, die aus zwei Höfen und dem Schulgarten, auch Weidenlabyrinth genannt, besteht. Seit dem Frühjahr 2016 arbeiten Schüler, Lehrer und Eltern zusammen an Aktionen rund um diesen Garten. Ursprünglich kam die Idee von Susanne Nagel-Jung, der Schulleiterin. Mit Hilfe von Wiebke Gajus, einer ausgebildeten Gartenbautechnikerin, deren zwei Söhne die Schule besuchen, wurde das Projekt entwickelt. Für Ganztagsschüler gibt es mittags Angebote, im Garten zu werkeln, etwa das Projekt der "Zukunftsagenten", die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen.

Ergänzend zum Sachunterricht sammeln die Kinder jeden Donnerstag mit Wiebke Gajus praktische Erfahrungen im Umgang mit der Natur. Schulleiterin Nagel-Jung beobachtet, wie die Konzentrationsfähigkeit und das Verantwortungsgefühl der Kinder durch den Kontakt mit der Natur verbessert wird: "Die Kinder merken: Es entsteht etwas, es wächst und ich muss es pflegen". Der absolute Höhepunkt für viele sei das gemeinsame Picknick nach der Ernte.

Im Rahmen der Vergabe des Naturschutzpreises der Stadt Freiburg erhielt die Reinhold-Schneider-Schule 500 Euro für den Schulgarten, die von Schulbürgermeisterin Gerda Stuchlik überreicht wurden. Auch in einer Reihe anderer Freiburger Schulen gibt es Schulgärten.

Autor: Elena Lautenschlager und Martha Schillmöller