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12. März 2016

Rieselfeld

Auf „Park&Ride“-Platz eröffnet bald eine Flüchtlingsunterkunft - große Hilfsbereitschaft

Neue Flüchtlingsunterkunft auf bisherigem "Park & Ride"-Platz.

RIESELFELD. Auf einem Teil des "Park & Ride"-Platz im Stadtteil Rieselfeld soll ab Juni eine neue Flüchtlingsunterkunft bezugsfertig stehen. Am Donnerstagabend gab es für die Quartiersbewohner in der Freien Waldorfschule eine Infoveranstaltung dazu. Die Hilfsbereitschaft ist weiterhin groß.

Der Festsaal der Waldorfschule Rieselfeld war gut gefüllt: Rund 200 Menschen nahmen die Gelegenheit war, Details zur geplanten Flüchtlingsunterkunft auf dem "Park & Ride"-Platz an der Walter-Benjamin-Straße südlich der Ingeborg-Drewitz-Allee zu erfahren. Dafür standen von Seiten der Stadt Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, der Leiter des Amtes für Wohnraumversorgung, Werner Hein, und Petra Geppert, Fachgebietsleiterin für sozialen Wohnraum, Rede und Antwort. Unterstützt wurden sie von Andreas Rössler vom "BürgerInnenverein Rieselfeld", Bertram Schrade, dem Vorsitzenden des Vereins Kiosk, der die Quartiersarbeit im Stadtteil trägt, sowie dem verantwortlichen Architekten Martin Schwandt.

Es entsteht Platz für 150 Menschen

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Ulrich von Kirchbach begann mit Rück- und Ausblick: 2015 seien insgesamt 17 Flüchtlingsunterkünfte geschaffen worden, alleine für die erste Jahreshälfte 2016 seien zehn weitere geplant. Um die Vorhaben umsetzen zu können, so der Appell des Bürgermeisters, sei die Stadt auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Die geplante Unterkunft in Rieselfeld soll 150 Menschen für die kommenden fünf Jahre in Wohncontainern beherbergen. Die bestehende Parkplatzfläche soll laut Architekt Martin Schwandt nicht gänzlich umgenutzt werden. Ein Drittel des Areals stehe weiterhin für Fahrzeuge zur Verfügung, der Rest werde für Unterkünfte in Containerbauweise genutzt.

Insgesamt soll es drei Gebäude geben: zwei Wohnblocks und ein Komplex für Mitarbeiter und zur sozialen Betreuung. Die Containertürme bestehen jeweils aus drei Stockwerken mit Küche und Sanitäranlagen auf jeder Etage. Die Zimmer erhalten mit je zwei Betten, einem Kühlschrank und einem Schrank die Standardausstattung – für Familien könnten nach Bedarf passgenaue Lösungen gefunden werden. Wann der Startschuss für das Bauvorhaben fällt, ist aber noch unklar. Die Planung sei gerade erst abgeschlossen, so Architekt Schwandt, jetzt müsse das Projekt ausgeschrieben und eine Baufirma gefunden werden. Gemäß dem Wunsch der Stadt soll die Unterkunft im Juni bezugsfertig sein. Ob sich der Zeitplan einhalten lasse, werde sich zeigen.

Andreas Rössler vom "BürgerInnenverein Rieselfeld" begrüßte das Konzept einer Unterkunft mitten im Stadtteil. Beim bestehenden Standort Mundenhof, so Rössler, sei die Integration der Menschen aufgrund der Entfernung erschwert gewesen. Außerdem fallen die Unterkünfte dort Anfang April weg.

Grundsätzlich standen die Anwesenden dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, dennoch wurde gefragt, warum die Entscheidung auf genau diesen Standort fiel. Das habe unterschiedliche Gründe, erklärte Ulrich von Kirchbach, wie zum Beispiel die vergleichsweise hohe Anzahl an Stellplätzen in Rieselfeld. Den Vorwurf, dass Containerunterbringung menschenunwürdig sei, wies von Kirchbach vehement zurück: "Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich die Menschen in den Unterkünften wohlfühlen und dankbar sind, hier zu sein."

Carsharing-Plätze werden verlegt

Ein Schüler, der seit neun Jahren die Waldorfschule besucht, findet das Wohnheim gut, weil der Parkplatz gegenüber der Schule sonst kaum genutzt werde. Ein Kritikpunkt war aber, dass der Parkplatz als Carsharing-Standort künftig wegfällt – insgesamt stehen dort 15 Fahrzeuge zu diesem Zweck.

Christian Dufner, Leiter des Carsharing-Anbieters "Grüne Flotte" mit Sitz in Waldkirch, sah auf BZ-Nachfrage gestern keinen Anlass zur Sorge: "Das Rieselfeld wird auf jeden Fall als Standort beibehalten." Die Fahrzeuge werden künftig auf die Ingeborg-Drewitz-Allee, die Cornelia-Schlosser-Straße und die Carl-von-Ossietzky-Straße verteilt.

Autor: Ralf Strittmatter