Energieversorgung

Gas-Blockheizkraftwerk in Haslach wird Fernwärme für 800 Haushalte liefern

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Mi, 21. September 2016

Freiburg Südwest

Rund 800 Wohnungen im Stadtteil Haslach bekommen eine neue Energieversorgung – mit Fernwärme. Die städtische Tochtergesellschaft Freiburger Stadtbau (FSB) und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) haben gemeinsam die Urbana Energiedienste GmbH aus Hamburg beauftragt, das Konzept umzusetzen.

HASLACH. Die Investitionssumme liegt bei 3 Millionen Euro. Pro Jahr können 1145 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Und auch die Mieter sollen nicht draufzahlen.

Die Freiburger Stadtbau plant derzeit in Haslach im Bereich zwischen Uffhauser Straße, Belchen- und Feldbergstraße einige neue Projekte. In der Belchenstraße wird ein Hochhaus abgerissen und durch fünf Mehrfamilienhäuser ersetzt. In der Umgebung soll es in den kommenden Jahren weitere Neubauten, aber auch Sanierungen von bestehenden Gebäuden geben. Susanne Dübon, Hauptstellenleiterin "Portfoliomanagement" bei der Bima, hat darüber in der Zeitung gelesen – und sich daraufhin gleich mit der FSB in Verbindung gesetzt. Denn die Bima besitzt viele Gebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft, und dort gibt es ebenfalls Handlungsbedarf: Die gut 30 Jahre alten Gasheizungen müssten ersetzt werden, sagt Susanne Dübon: "So sind wir auf den Zug mit aufgesprungen."

FSB-Geschäftsführer Ralf Klausmann freut sich über diese zufällig entstandene Zusammenarbeit. Denn durch die zusätzlichen Wohnungen der Bima könne das neue Energiekonzept noch kostengünstiger umgesetzt werden. Zukünftig sollen alle Häuser in dem Areal von einer zentralen Anlage aus versorgt werden, erklärt Dieter Jehle, Prokurist und Technikleiter der FSB. Auf der Ecke Feldberg-/Blauenstraße wird dazu ein kleines neues Gebäude mit zwei Stockwerken errichtet: für ein Gas-Blockheizkraftwerk (BHKW) und eine Kesselanlage. Zudem wird es unter der Erde einen 60 Kubikmeter großen Heizwasserspeicher geben. Von der Energiezentrale aus verlaufen dann Rohre von insgesamt drei Kilometern Länge zu den einzelnen Hausanschlüssen, sagt Friedrich Gümmer von Urbana. Das Hamburger Unternehmen hat eine europaweite Ausschreibung gewonnen. Es tritt als "Contractor" auf: Urbana baut und betreibt die Anlage und gibt die Wärme an FSB und Bima ab. Der Vertrag läuft zunächst über 20 Jahre, der Betrieb soll zum Winter 2017 starten. Der im BHKW erzeugte Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Hamburger sind mit Freiburg vertraut: Sie realisieren auch die Fernwärmeversorgung auf dem Güterbahnhofareal im Norden der Stadt.

Für die Bewohner der Häuser soll das neue System keine höheren Kosten mit sich bringen – Urbana habe Preisneutralität zugesichert, sagt Geschäftsführer Frank Jarmer. Das gilt allerdings nur für die Bima-Mieter: Sie sollen vom Wechsel des Energiesystems kaum etwas mitbekommen. Bei der FSB sehe das etwas anders aus, sagt Klausmann. Wegen der geplanten Neubauten und Sanierungen kämen insgesamt "Änderungen" auf die Mieter zu.

Preise sollen weit niedriger liegen als in Gutleutmatten

Das Thema Fernwärme hat in Freiburg zuletzt für einige Schlagzeilen gesorgt. Im Baugebiet Gutleutmatten (ebenfalls Haslach) und in einem Wohnquartier am Schlossberg wehren sich Eigentümer gegen ihrer Meinung nach zu hohe Preise des Energieversorgers Badenova (die BZ berichtete). Dass es auch für die Häuser rund um Uffhauser Straße, Belchen- und Feldbergstraße am Ende zu einem bösen Erwachen kommen könnte, schließen FSB, Bima und Urbana auf Nachfrage aus. Die ermittelten Preise lägen im Moment lediglich bei rund einem Drittel im Vergleich zu denen von Gutleutmatten, erklärt Jarmer. Woher die Preisunterschiede im Vergleich zu Badenova kommen, will er nicht kommentieren.