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15. November 2017

Freizeitbetreuung

Was sich im Kinder- und Jugendtreff Haslach ändert

Bis 2011 war im Kinder- und Jugendtreff im Gebäude der Staudinger-Gesamtschule alles konstant – seitdem gab’s einige Wechsel: Die einen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zogen weg, andere bekamen Kinder oder gingen in Rente.

  1. Neu im Kinder- und Jugendtreff Haslach oder dort in neuer Position tätig (von links): Lukas Battenschlag, Manuel Köchlin, Andreas Hilser-Bartsch. Foto: Michael Bamberger

HASLACH. Auch zurzeit gibt’s zwei Neue und zwei, die den Bereich gewechselt haben im sechsköpfigen Team. Dieses teilt sich 2,2 Stellen im Kinderbereich und zwei Stellen in der Jugendarbeit. Gleich bleibt, dass der Treff eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche ist – seit 44 Jahren und inzwischen für mehrere Generationen.

Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bringen hier alle mit, auch die Neuen: Lukas Battenschlag (27) ist der Jüngste und seit September dabei, er wurde gerade erst mit seinem Sozialarbeit-Studium an der Katholischen Hochschule (KH) fertig. Doch während des Studiums hat er bereits freiberuflich Erlebnispädagogik angeboten.

Manuel Köchlin (37) hat ebenfalls mal an der KH studiert, danach lebte er in Karlsruhe und arbeitete bei der mobilen Jugendarbeit. Mitte Mai kam er zurück nach Freiburg. Genau wie Lukas Battenschlag stieg er in den Jugendbereich beim Kinder- und Jugendtreff ein. Dort ist Andreas Hilser-Bartsch (39) schon seit 2011, ein bisschen gewechselt hat er trotzdem: Im Herbst stieg er von den Jugendlichen um zu den Kindern. Früher hat er Schulsozialarbeit und mobile Jugendarbeit in Waldkirch gemacht, auch er hat einst an der KH studiert. In umgekehrter Richtung hat seine Kollegin Kathrin Grüniger die Bereiche gewechselt: Sie war früher für die Kinder zuständig und ist jetzt bei den Jugendlichen.

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Der Kinder- und Jugendtreff ist für eine breite Altersspanne da, vom "Mini-Treff" für die Kleinsten in den ersten bis dritten Klassen bis zum klassischen Offenen Jugendtreff für alle ab der sechsten Klasse bis in die 20er. Das zieht viele an. 2016 kamen 2199 Kinder an 86 Öffnungstagen zu den offenen Spielnachmittagen, und 4398 Jugendliche nutzten die 121 Öffnungstage im Jugendbereich, bilanziert Andreas Hilser-Bartsch. Für Jugendliche ist auch in den Schulferien meist geöffnet, für Kinder dagegen werden in diesen Zeiten Ferienangebote gestaltet.

2016 waren die Jungs ganz klar in der Mehrheit: Bei den Jugendlichen waren drei Viertel männlich, bei den Kindern waren es 1260 Jungs und 939 Mädchen. Allerdings hätten die Mädchen bei den Kindern in diesem Jahr stark zugelegt, sagt Andreas Hilser-Bartsch. Immer wieder ändert sich einiges: Die eine Generation von Jugendlichen geht, die nächste kommt – manchmal gibt’s dazwischen auch längere ruhige Phasen. Und die Trends wechseln: Einige Zeit gab’s eine Hiphop-Tanzszene, die immer weiter wuchs, teils kamen bis zu 80 Jugendliche, erzählt Lukas Battenschlag. Irgendwann verschwanden die Leitfiguren der Szene, und das Interesse flaute ab – derzeit seien höchstens noch rund 20 übrig.

Durch die Ganztagsschulen haben die Besucherzahlen etwas abgenommen, vor allem aber kommen die meisten jetzt mit deutlich mehr Bewegungsdrang wegen immer längerem Stillsitzen, sagt Andreas Hilser-Bartsch. Der Kinder- und Jugendtreff will eine Alternative bieten zum immer straffer durchgeplanten Leben vieler Kinder und Jugendlichen: "Hier ist ein offener Raum, in dem alle einfach sein können", betont Manuel Köchlin. Seit 44 Jahren geht’s immer wieder neu um die typischen Themen von Jugendlichen, vom Liebeskummer bis zu Prüfungen. Und die alten Anziehungspunkte wie Billard oder Dart halten sich auch in digitalen Zeiten – auch wenn jetzt meist die Smartphones mit dabei seien. Größere Änderungen stehen in den nächsten Jahren an, wenn der Kinder- und Jugendtreff mitsamt der Staudinger-Gesamtschule, in dessen Gebäudekomplex er untergebracht ist, ein neues Gebäude bekommen wird. Das bringe Vor- und Nachteile mit sich, sagt Andreas Hilser-Bartsch: Der Platz werde künftig weniger. Die Kinder und Jugendlichen würden eher mehr durch den Zuzug beim Neubaugebiet Gutleutmatten.

Tag der offenen Tür: am Sonntag, 19. November, von 14 bis 18 Uhr im Kinder- und Jugendtreff Haslach, Carl-Kistner-Straße 59. Unter anderem mit Kinderbähnle, Malatelier, Kistenklettern, Stockbrot am offenen Feuer, Pizza aus dem Holzofen. Der Eintritt ist frei. Um 14.30 Uhr tritt die Freiburger Puppenbühne auf mit dem Stück "Das verzauberte Häschen" (Eintritt: Kinder 1 Euro, Erwachsene 2 Euro, mit Freiburger Familiencard kostenlos).

Autor: Anja Bochtler