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28. April 2012

Innenstadt

1. Mai-Fest auf der Wilhelmstraße nicht genehmigt

Heraus zum 1. Mai: Das hat das Jos Fritz Café in der Spechtpassage seit 25 Jahren ganz wörtlich genommen. Damit ist es nun passé.

Flohmarkt, Kinderfest und Hock verteilten sich Jahr für Jahr an diesem einen Tag auf die legal abgesperrte Wilhelmstraße. Das große Straßenfest zog sich hin bis spät in den Abend, in den vergangenen Jahren wanderte das Partyvolk später weiter. In diesem Jahr werden die etwa 3000 potenziellen Festgäste am 1. Mai ohne Straßenfest sein. Denn das traditionelle Straßenfest in der Wilhelmstraße ist zum ersten Mal nicht genehmigt worden.

Die Stadt verweist auf massive Anwohnerbeschwerden im Zusammenhang mit dem Fest, letztendlich sei das Bürgerforum nach gravierenden nächtlichen Störungen im Vorjahr beim Amt für öffentliche Ordnung vorstellig geworden. Von Seiten des Bürgerforums allerdings wird mit Nachdruck betont: "Wir haben im Amt für öffentliche Ordnung ausdrücklich gesagt, dass wir das Spechtfest mit dem Straßenfest wollen, nur die ungenehmigten Veranstaltungen, die viel später und lauter sind, in der Belfortstraße und in der Adlerstraße, und die nichts mit dem Spechtpassagenfest zu tun haben, sind für die Anwohner nicht zu ertragen."

Die Polizei hatte dem Amt für öffentliche Ordnung da schon die Empfehlung ausgesprochen, der beantragten Straßensperrung nicht zuzustimmen. Im Vorjahr nämlich sei vor allem in der angrenzenden Belfortstraße und in der Wilhelmstraße drei Nächte hintereinander dröhnende Draußenparty jeweils bis gegen vier Uhr morgens gewesen. Ein Polizeisprecher erklärt: "Nach unserer Analyse vermuten wir, dass die nächtlichen Ruhestörungen durch eine Sperrung der Wilhelmstraße begünstigt werden, deshalb haben wir von der Sperrung abgeraten." Dass das auch ein Einschnitt in die Festkultur sei, sei der Polizei bewusst, aber man müsse auch den Bedürfnissen der Anwohner Rechnung tragen.

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Jos Fritz Café-Betreiber Horst-Günther Glanz hatte am 10. April den Antrag auf Fest-Genehmigung und Straßensperrung beim Amt gestellt, am 26. April kam per Fax die unerwartete Absage. "Seit Jahrzehnten halten wir uns hier an alle Vorschriften und Auflagen und feiern friedliche Feste", sagt Horst-Günther Glanz, "das Ganze ist nicht zu kapieren." In der Begründung des Amtes heißt es, dass sich in den vergangenen Jahren "in diesem Bereich weitere Veranstaltungen angeschlossen haben, die von der Stadt Freiburg nicht genehmigt waren." Im Zusammenhang mit diesen Veranstaltungen sei es zu erheblichen Störungen der Anwohner gekommen, "mehrfach waren Polizeieinsätze erforderlich." Die betrafen jedoch nicht das 1. Mai-Fest rings um Wilhelmstraße und Spechtpassage. Dennoch agiert Glanz konform: Flohmarkt, Kuchenstände und Bierwagen hat er abgesagt. Das Spielmobil wird in der Spechtpassage ein reduziertes Kinderprogramm anbieten. Und natürlich wird – inklusive Konzerten – gefeiert. In der Passage.

Autor: Julia Littmann


22 Kommentare

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Thomas Maier

Registriert seit: 26.06.2009

Kommentare: 239

28. April 2012 - 00:52 Uhr

o.w.- man kann zustäne wie in Berlin oder Hamburg auch behördlich "provozieren"-- ob sich die 3000 Teilnehmer wirklich an das Verbot halten ??

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Salvatore gracia

Registriert seit: 28.02.2010

Kommentare: 550

28. April 2012 - 02:31 Uhr

bald muss man in freiburg noch zum lachen in den keller gehen........Wie wäre es mal ein Zeitungsbericht zu bringen was in freiburg noch erlaubt ist?

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Anna Müller

Registriert seit: 03.12.2010

Kommentare: 33

28. April 2012 - 03:11 Uhr

@Salvatore gracia: so ein Artikel wird nicht kommen...denn mit Zweizeilern verdient die BZ doch nix ;-)

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Jürgen Arnemann  

Jürgen Arnemann

Registriert seit: 05.11.2009

Kommentare: 327

28. April 2012 - 06:54 Uhr

Die Absage wird im Sinne der Grünen sein. Da wird Nachts nur Strom verbraucht, die Straße verschmutzt und im Freien geraucht werden.

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Thomas Hemmer

Registriert seit: 29.01.2012

Kommentare: 74

28. April 2012 - 08:34 Uhr

Ich finde die Entscheidung richtig! Es kann doch nicht sein, dass ich als Anwohner: 1. Nächtelang nicht schlafen darf, 2. Kotze vor meiner Tür mehrmals beseitigen muss, 3. Etliche zerschlagene Fensterscheiben meiner Wohnung auf meine Kosten ersetzen muss. Die Chaoten sollen sich einen anderen Platz suchen.

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Carsten Azonath  

Carsten Azonath

Registriert seit: 17.05.2010

Kommentare: 137

28. April 2012 - 13:25 Uhr

Ich hab in 18 Jahren Maifest im Grün nie eine zerschlagene Scheibe gesehen und nie eine Schlägerei. Jedes Weinfest ist problematischer. Die einzigen PRobleme, an die ich mich erinnern kann, traten auf, als so eine Autonomendemo unbedingt mitten im Fest enden wollte

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Elisabeth Rudolf

Registriert seit: 11.11.2010

Kommentare: 20

28. April 2012 - 13:38 Uhr

Die Absage der Sperrung der Wilhemstraße für das Kinderfest finde ich sehr unglücklich. Es wäre möglich gewesen die Wilhelmstraße bis 18:30 zu sperren und ab 19 Uhr wieder für den Autoverkehr freizugeben - dann sind die "Kleinen" eh wieder zuhause.
Die Absage der Sperrung der Wilhelmstraße ab 19 Uhr finde ich absolut richtig! Was wir als Anwohner uns von den "KTS & co Gästen" bieten lassen mussten (vollgekotete Hauseingänge, offenes Feuer , Androhung von körperlicher Gewalt bzw. Beschuß durch fliegende Bierflaschen, wenn wir uns gegen das Urinieren und Graffiti unter unseren Fenstern beschwerten, bis hin als Polizeispitzel verunglimpft zu werden (dementsprechende Mitteilungen auf den Briefkästen)), war außerhalb jeglicher toleranten und friedlichen Begegnung.
Was uns über all die Jahrzehnte zutiefst verwundert hat war die Tatsache, dass es unter den "Gästen" keinerlei Regulativ gab, dass gegen das eigene Fehlverhalten der eigenen Leute einschritt. Im Gegenteil: Angefeuert wurden noch jene die Bierflaschen warfen, Kot auf Fensterscheiben (z.B. Bäckerei Haas/Auszeit) und Prügelangebote verteilten.
Trotzdem: Über 25 Jahre haben wir Anwohner keinen einzigen Versuch unternommen über Verwaltungsgerichte diese Veranstaltung zu verhinden, weil wir die Idee der Spechtpassage zum 1. Mai klasse finden und selber gerne Gäste im Joos sind. Eingeladen haben wir Anwohner Euch als Freunde, Euch oft geholfen, wenn es bei den illegalen Speise- und Getränkestände mit dem Aufbau nicht klappen wollte - gegangen seid Ihr viel zu oft als Vandalen!
Und hört mir auf mit: "Das war doch nur eine kleine Minderheit!" Die große Mehrheit von Euch (ab 22 Uhr) hat dabei johlend und billigend zugesehen und die Protagonisten beschützt und gefeiert!

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Carsten Azonath  

Carsten Azonath

Registriert seit: 17.05.2010

Kommentare: 137

28. April 2012 - 14:11 Uhr

Wer so gerne im Jos ist, müsste doch wissen, dass es sich nicht mit zwei "O" schreibt.

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Franz Holst

Registriert seit: 01.04.2011

Kommentare: 156

28. April 2012 - 15:11 Uhr

Benehmen ist heutzutage halt Glückssache; das Freiburger Volk wird auch zutreffend repräsentiert.

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1720

28. April 2012 - 15:12 Uhr

Wer nicht hören kann, muß fühlen!

So war es schon immer und so wird es auch künftig sein.

Wer andere belästigt, anderen vor die Haustüre kotzt und kackt, Bierflaschen schmeißt usw. darf sich nicht wundern wenn er nicht weiter erwünscht ist.

Das ganze mit einem "Kindernachmittag" zu tarnen und sich hinter Kinder zu verstecken ist perfide!

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Carsten Azonath  

Carsten Azonath

Registriert seit: 17.05.2010

Kommentare: 137

28. April 2012 - 15:46 Uhr

Da haben sie aber die Beiträge hier nicht aufmerksam gelesen, Herr Schöpflin. Und vor Ort gewesen sind sie auch noch nie. Prompt gerät die eigene Meinung zum zusammengesammelten Schlagwortmix.

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Jens Müller-Storz  

Jens Müller-Storz

Registriert seit: 04.07.2011

Kommentare: 633

28. April 2012 - 18:11 Uhr

Fasnet absagen! Die Zustände sind ähnlich ...

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Robert Neumann

Registriert seit: 04.01.2010

Kommentare: 126

29. April 2012 - 13:23 Uhr

@Herrn Hemmer:
Wann bitte sind hier Fensterscheiben eingeschlagen worden, das würde mich als Anwohner doch sehr interessieren, da kann ich mich nämlich gar nicht dran erinnern....
Auch sonst glaube ich, dass es für die Anwohner in St.Georgen beim Weinfest nicht besser oder schlechter ist...

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Robert Neumann

Registriert seit: 04.01.2010

Kommentare: 126

29. April 2012 - 17:22 Uhr

So isses! Und das sage ich als Grün-Bewohner!

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1720

29. April 2012 - 18:01 Uhr

Wenn
"Verbote und Auflagen dieser Art führen meistens dazu das es schlimmer wird - ZURECHT!"
die vorherrschende Meinung der Leute dort ist, wundert mich das Versagen der Straßensperrung nicht.

Wie oben steht: Wer nicht hören kann, muß fühlen!

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Robert Neumann

Registriert seit: 04.01.2010

Kommentare: 126

29. April 2012 - 18:56 Uhr

Herr Rosenthal-Schöpflin:
Wissen Sie eigentlich, worüber Sie reden? Waren Sie jemals am 1. Mai auf der Wilhelmstraße. Außer Hundekacke habe ich in den letzten 8 Jahren noch nichts derartiges gefunden.
Und danach sieht es auch nicht anders aus als jeden (!) Sonntag im Bermudadreieck oder nach einem x-beliebigen Weinfest...

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Thomas Flamm

Registriert seit: 17.02.2011

Kommentare: 35

29. April 2012 - 19:04 Uhr

ich finde es schade das wiedermal ein Fest in Freiburg so ein Ende findet.
Zum einen wie kann es sein das es illegale Stände gibt und die Polizei unternimmt nichts? Wie kann es sein das es eine Ruhestörung geben kann ohne das die Polizei hier einschreitet?
Das alles hört sich mehr danach an das hier die Polizei total versagt hat und das nun vertuschen will auf Kosten der Wilhelmstr.
Selbstjustiz ist zum Glück in Deutschland verboten aber es stimmt mich nachdenklich das die Polizei nicht Herr der Lage ist und für legale Zustände sorgen kann! Was muß ein Veranstalter machen damit er nicht das gleiche Schicksal erleidet? Vor allem wenn die Polizei nicht auf Anrufe der Anwohner reagiert!

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Josef Laester

Registriert seit: 24.05.2009

Kommentare: 17

29. April 2012 - 20:40 Uhr

Dies ist ein politisch motivierter Verbot.

Eine kleine Menge der vielen Anwohner melden bedenken an. Und die Stadt (oder einige Amtsträger) nützt diese Beschwerdeführer aus, um endlich mal richtig auszuholen um das alljährliche linkes Treiben ein Ende zu setzen.

Abgesehen vom geschilderten Amtsmissbrauch, ist die Rechtslage hierzu mehr als wackelig. An einem Volksfesttag darf das Volk feiern, so wie es will. Es werden nun Demonstrationen angemeldet, die nun gar nicht verboten werden können und, wie sonst auch immer, im Grün zu Ende geführt werden, eher sowieso gefeiert wird.

Die Leute werden so einfach doch nicht ihre öffentlichen Bekenntnisse zur politischen Wille mundtot machen lassen.

Der Schuss wird nach hinten losgehen. Und nun, so wird es kommen, wird die Polizei es nicht mehr nur mit Lärmstörungen und kleinkriminalistischen Delikten in einem eng begrenzten Stadtteil zu tun haben, sondern mit Demonstrationszügen und der Wut der Leute, die sich ihren Feiertag nicht nehmen lassen werden.

Heraus zum 1. Mai!

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Manuel Rosenthal-Schöpflin  

Manuel Rosenthal-Schöpflin

Registriert seit: 13.07.2010

Kommentare: 1720

29. April 2012 - 23:30 Uhr

"An einem Volksfesttag darf das Volk feiern, so wie es will."

Nein, darf es nicht. Zumindest nicht in Deutschland.

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Olaf Darnelle  

Olaf Darnelle

Registriert seit: 15.08.2011

Kommentare: 107

30. April 2012 - 12:38 Uhr

Jetzt regt euch mal nicht so über Herrn "Verbieten, Kontrollieren, Bestrafen" auf - er ist nicht von hier und hat die 1.Mai-Feierlichkeiten im Sedanviertel noch niemals gesehen - allzu ernst muss man seine Äußerungen also nicht nehmen.

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Gelöschter Nutzer #793088

Registriert seit: 16.11.2009

Kommentare: 562

30. April 2012 - 13:26 Uhr

Anwohnerbeschwerden über Randale. Ja, so war das. Und eingeschlagene Fensterscheiben, en mas. Ja, rund um dieses Fest brach in den vergangenen Jahren immer wieder Anarchie und Gewalt aus. Man hatte direkt das Gefühl einen G8-Gipfel in der Stadt gehabt zu haben.
Die Badische Zeitung war am jeweiligen Folgetag immer voll mit solchen Meldungen (Links dazu finde ich jetzt auf die schnelle keine aber die Artikel sind da. Sie müssen da sein). Und deswegen schreitet die Staatsmacht nun mit aller konsequenz ein!

Oder hat das vielleicht nicht doch eher was mit dem Besuch eines Herr Kretschmanns im Stühlingerpark gegenüber zu tun?

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Thomas Flamm

Registriert seit: 17.02.2011

Kommentare: 35

01. Mai 2012 - 02:53 Uhr

So und jetzt bin ich ja mal gespannt was wirklich passiert ist und wie die BZ berichtet. Aber es ist auffällig das die Stadt versucht alles zu verbieten! Abi Party, Straßenfeste, Terminwohnungen, Gastätten in keiner anderen Stadt geht es zur Zeit schlimmer ab wie hier. Obs an der Führung liegt? Eventuell sollte die mal gewechselt werden.

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