150 Betonlaster für die neue Brücke

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Di, 20. Juni 2017

Freiburg

Kronenbrücke wird ab Mittwochabend in einem Guss betoniert.

150 Lastwagenfuhren werden den Beton ankarren, um die Platte der neuen Kronenbrücke in einem Guss zu erstellen – über zwölf Stunden lang, ohne Pause. Für die spektakuläre Aktion ab Mittwochabend werden links und rechts der Dreisam große Pumpen mit Riesenrüssel aufgestellt. Mit Verkehrsbehinderungen auf der B 31 ist in beide Richtungen zu rechnen.

Jedes Betonfahrzeug hat 20 Tonnen an Bord; betoniert werden soll die neue Brücke ab 18 Uhr über Nacht, erklärte am Montag Johannes Scherer vom städtischen Garten- und Tiefbauamt, das die Bauleitung hat. "Und im Idealfall sind wir um 7 bis 8 Uhr fertig." Die Nachtschicht hat zwei Vorteile: Der Beton trocknet nicht zu schnell wie tagsüber in Sonne und Hitze, und der Verkehr ist dünner, so dass die Laster auch garantiert kontinuierlich Nachschub liefern können. "Der Antransport darf nicht abreißen", erklärt Scherer. Die Platte der Kronenbrücke muss am Stück betoniert werden. Die Nachtschicht hat aber auch Nachtteile: Lärm für die Anwohner und Behinderungen für den Verkehr stadteinwärts Richtung Schwarzwald und stadtauswärts zur Autobahn. Gesperrt wird keine der Spuren, aber die Lastwagen müssen an der Baustelle ein- und ausfahren.

Rüttelbohlen, Rüssel und Riesenkellen

In der Hochphase werden zehn Betonmischer entladen – pro Stunde, pro Uferseite. "Es sind 1200 Kubikmeter Beton, die wir einbauen wollen", sagte Scherer. Auf der Baustelle arbeiten jeweils knapp 40 Mann in zwei Zeitblöcken, die Lasterfahrer nicht eingerechnet. Sie fangen in der Mitte an, wo am Montag schon Gitterelemente lagen: "Rüttelbohlen, die vibrieren, damit erfolgt die Verdichtung", erklärt der Mann von der amtlichen Stabsstelle Brückenbau.

Stück für Stück wird so bis zu den Widerlagern vollgepumpt, nach drei oder vier Stunden hat das Material so weit angezogen, dass das Stück mit einer Art fahrbarer Riesenkelle glattgezogen werden kann. Den Beton liefert die Firma "ftu" von ihrem Mischwerk auf der Haid an, wo es auch noch ein Ersatzmischwerk und eine Ersatzpumpe gäbe. Etwas Luft gibt’s auch zeitlich, falls die Mischfahrzeuge selbst im Stau stünden.

Vier Wochen wird die neue Betonplatte trocknen. "Nach zwei Wochen können wir mit der Abdichtung oben anfangen", sagte Johannes Scherer. Dann können die Bauarbeiter die Bauteile am Rand herstellen, auf denen das Geländer montiert wird. Der Ausbau soll bis August oder September dauern. Dann beginnt unter der Brücke der Abbau der Hilfskonstruktion aus mächtigen Stahlträgern.

Die neue Kronenbrücke an sich soll Mitte 2018 fertig sein, die Arbeiten hinken rund ein Jahr hinterm ursprünglichen Zeitplan hinterher. Ende 2018 ist auch der Abschluss der Arbeiten für die Straßenbahnlinie und Elektrizität geplant.