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22. Juni 2016 09:15 Uhr

Stühlinger

400 Wohnungen beim neuen Freiburger Rathaus geplant

Nach dem ersten Oval des neuen Verwaltungszentrums im Freiburger Westen soll für 80 Millionen Euro das zweite gebaut werden – und bis zu 400 Wohnungen.

  1. Bis zu 400 neue Wohnungen soll es bald geben – und dazu dann die Schlüssel. Foto: Deutsche Presse-Agentur

  2. Der Stadtspitze zufolge braucht die Verwaltung den zweiten Bau auf jeden Fall. Neben dem Verwaltungszentrum könnte ein Gebäuderiegel mit viel Wohnraum, Holz, Glas und Grün entstehen. Foto: Visualisierung: Büro Ingenhoven

Die Stadt soll das zweite Oval des neuen Rathauses auf jeden Fall bauen, den dritten Bauabschnitt vielleicht – und nach dem neuen Masterplan von Stararchitekt Christoph Ingenhoven sollen bis zu 400 Wohnungen hinter dem neuen Verwaltungszentrum im Stühlinger entstehen. In dem extravaganten Gebäuderiegel könnten auch Sozialwohnungen unterkommen.

Der erste Teil des neuen Verwaltungszentrums an der Fehrenbachallee ist bald fertig, 840 Rathausmitarbeiter und das Bürgerzentrum sollen den 78 Millionen Euro teuren Neubau mit drei Monaten Verspätung im März beziehen. Fürs nächste Oval hat der Gemeinderat noch keinen Beschluss gefällt. "Der zweite Bauabschnitt kommt", kündigte aber Oberbürgermeister Dieter Salomon gegenüber der BZ an. Die Stadtverwaltung stockt ihr Personal massiv auf und braucht Platz.

Freiburg braucht Wohnungen. Ingenhovens Entwurf fürs Verwaltungszentrum, das 16 Dienstsitze in der Stadt bündeln soll, sah 2013 drei Ovale fürs Verwalten und als Option drei Hochhäuser fürs Wohnen vor. Die Hochhäuser lösten Unbehagen aus. Der Druck, Wohnungen zu bauen, stieg seitdem. Der bekannte Architekt bekam den Auftrag, mit Bauabschnitt zwei den Wohnungsbau zu konkretisieren, sagt Baubürgermeister Martin Haag. Der Mietwohnungsbau soll preiswert sein und auch Sozialwohnungen erlauben.

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Solarzellen und Fischzucht auf dem Dach

Was Ingenhoven jetzt präsentiert hat, sieht nicht danach aus. Wie eine Wirbelsäule geformt, liegt der Gebäuderiegel für 300 bis 400 Wohnungen an der Sundgauallee. "Das ist erst einmal eine Studie", betont Salomon. Die Fassade mit viel Holz und Glas springt vor und zurück, die Höhe variiert von vier bis elf Etagen. Die benachbarten Schwesternwohnheime haben zwölf Etagen, sagt Haag. Allerdings will die Uniklinik ihre drei Hochhäuser über kurz oder lang abreißen.

Ingenhovens Visualisierung zeigt Grünflächen für Mieter, Bäume auf dem Dach, Photovoltaik und Aquaponik, die Fisch- und Gemüsezucht. Der Düsseldorfer ist Architekt von Stuttgarts Tiefbahnhof, Projekten in Sydney und Singapur; seine Präsentation fand dem Vernehmen nach bei Freiburgs Stadträten großen Anklang. Es fiel das Wort spektakulär.

Zuspruch von Salomon

"Ich war sehr, sehr angetan", sagt denn auch Salomon. Was das kosten würde, darüber hat noch keiner geredet. "So weit sind wir noch nicht", sagt Haag. Es sei auch noch nicht geklärt, ob freie, geförderte oder vielleicht auch Betriebswohnungen entstehen. Klar ist für Salomon beim Großprojekt: "Ohne Wohnungen funktioniert das nicht, wir müssen nicht nur über das Rathaus nachdenken."

In der Ecke von Sundgau- und Fehrenbachallee liegt ein Parkplatz. "Wertvoller Boden", sagt Gerold Wißkirchen, der die Projektgruppe Verwaltungskonzentration leitet. Für das erste und zweite Oval gebe es genügend Stellplätze. "Aber nicht mit Wohnungen, da führt an der Tiefgarage nichts vorbei." Die Idee verbindet je einen Verwaltungsteil mit Parken und Wohnen. "Diese Pakete gehören zusammen", sagt Haag. Nun soll Baustufe zwei entwickelt werden. Falls Baustufe drei kommt, sei auch sie nur als Paketlösung sinnvoll; würden dort erst Wohnungen gebaut, wäre die Rathausbaustelle abgeschnitten.

Im Herbst soll der Gemeinderat die Planungsmittel für den zweiten Rathausbau freigeben, Mitte 2018 den Bau beschließen. Er soll ähnlich viel kosten wie der erste und mit dem ersten Wohnbauteil Mitte 2021 fertig sein.

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Autor: Simone Höhl