Freiburger Umweltkonvent

75 Kinder pflanzen 250 junge Eichen im Mooswald

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

Mo, 13. März 2017

Freiburg

Beim Internationeln Umweltkonvent, der von Donnerstag bis Sonntag in Freiburg stattfand, wurde nicht nur viel geredet, sondern auch viel getan: In einerm Aktion mit 75 Kindern wurden im nördlichen Mooswald 250 Eichen gepflanzt.

Elia drückt die junge Stieleiche in das Loch im Waldboden und tritt die Erde mit den Füßen fest. "Am besten mit der Ferse, damit ist man am stärksten", sagt der Neunjährige, "gleich schaut der Förster, ob’s noch wackelt." 75 Kinder stehen am Samstagmittag im nördlichen Mooswald und pflanzen Eichen, 250 sind es am Ende. "Plant for the Planet" (für den Planeten pflanzen) heißt die Aktion. Sie ist Teil des Internationalen Umweltkonvents, der von Donnerstag bis Sonntag in Freiburg stattfand. Die Schülerinitiative "Plant for the Planet" wurde vor zehn Jahren von Felix Finkbeiner gegründet, der damals selbst erst neun Jahre alt war. Sein Ziel: Kinder auf der ganzen Welt sollen eine Billion Bäume pflanzen. Nach Angaben der Initiative wurden schon mehr als 14 Milliarden Bäume in die Erde gebracht. Finkbeiner sprach am Freitagabend im Konzerthaus als Gastredner des Umweltkonvents – und wo er auftritt, werden auch Bäume gepflanzt. Die Europäische Umweltstiftung, die das Großereignis auf Initiative der Freiburger Wirtschaftsförderung FWTM organisiert, sorgte für die Baumfinanzierung, Unterstützung kam vom städtischen Forstamt. Die Schülerinnen und Schüler aus der Region konnten sich selbst bewerben, die Aktion war Teil eines Umwelttags, an dem sie sich unter anderem mit dem Klimawandel beschäftigten.

"Meine Mutter hat mich einfach angemeldet", sagt Elia, der auf die Waldorfschule Wiehre geht und in Buchenbach wohnt. Bäumepflanzen gefällt ihm: "Macht Spaß und ist gut für die Umwelt." Das sehen auch Sarah und Ayu von der Schule Birklehof so, ihre Lehrerin hat sie angemeldet. "Das Pflanzen ist ganz einfach – nur die Hände werden dreckig...", sagt Sarah. Einfach ist es auch deshalb, weil die städtischen Förster die Löcher im Waldboden vorgebohrt haben. Sie erklären, warum sie die Bäume auf der großen Fläche fällen mussten. "Das waren Eschen", sagt Klaus Goldmann vom Freiburger "Waldhaus", "und die haben ein Problem mit einem kleinen Pilz". Der Schädling mit dem Namen "Falsches weißes Ständerbecherchen" verstopft die Leitungsbahnen der Bäume für Wasser und Nährstoffe: "Dann sterben die Triebe ab."

Der Umweltkonvent ist ein weltweites Treffen von Umweltpreisträgern. Einige von ihnen sind mit den Kindern in den Wald gekommen – dabei ist auch Marie-Luise Marjan, die "Mutter Beimer" aus der Endlosserie "Lindenstraße". 2016 bekam sie für ihr Ökoengagement den B.A.U.M.-Umweltpreis. "Einen Baum zu pflanzen ist das beste, was man tun kann", sagt sie. Sie beschäftige sich schon lange mit der Umwelt, auch beruflich: "Mutter Beimer war die erste in der Lindenstraße, die ihren Müll getrennt hat."

Er sei sehr froh, das Engagement der Kinder zu sehen, sagt Preisträger Makala Jasper, selbst Förster und Geschäftsführer einer Initiative, die sich für den Schutz des Waldes in Tansania einsetzt. Er wolle sie inspirieren, damit weiterzumachen. Die neunjährige Alliyah von der Freiburger Karlschule, hat fünf kleine Eichen gepflanzt: "Ich habe mir genau gemerkt, wo – weil ich sie mal besuchen will."