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07. Mai 2009

Alles hängt an den Helfern aus dem Osten

Nur etwa jeder achte Spargelstecher und Erdbeerpflücker ist ein Einheimischer, die meisten stammen aus Osteuropa / Polen bemühen sich wieder vermehrt um Jobs.

Nach wie vor arbeiten überwiegend ausländische Erntehelfer auf den Spargel- und Erdbeerfeldern im Breisgau. Die Arbeitsagentur Freiburg registrierte Mitte April rund 2500 rumänische und 2072 polnische Staatsangehörige. Nur etwa jeder zehnte Helfer stammt aus Deutschland.

"Erstmals überwiegen in diesem Jahr die Rumänen, wobei im vergangenen Jahr die Anteile nur wenig auseinanderlagen und der Vorsprung der Polen gering war", erklärt Agentursprecher Hanspeter Fakler. Bundesweit aber sind es nach wie vor überwiegend polnische Frauen und Männer (85 000), die in der Landwirtschaft saisonal mitarbeiten. Ihnen stehen 44 000 Rumänen gegenüber.

Klagten die Betriebe in den Jahren 2007 und 2008 über relativ viele Absagen von osteuropäischen Helfern, stößt ihre Nachfrage in diesem Jahr wieder auf ein größeres Arbeitskräfteangebot. Weil durch die Wirtschaftskrise Beschäftigungsmöglichkeiten in Großbritannien, Irland und Skandinavien weggefallen sind, suchten Osteuropäer verstärkt wieder Arbeit auf deutschen Feldern, sagt Fakler. Gerade Menschen aus Polen hatten zwischenzeitlich attraktivere Stellen in anderen Ländern und Branchen besetzt. Nun zeigen auch sie wieder verstärkt Interesse an Einsätzen als Erntehelfer hierzulande.

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Zahlreiche Betriebe haben Saisonstammbelegschaften

Ungeachtet dieser Entwicklungen haben viele Betriebe in der Region feste Kontakte zu langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Arnold und Karin Ruh beispielsweise, die in Ehrenkirchen einen spezialisierten Obst-, Spargel- und Weinbaubetrieb bewirtschaften, arbeiten seit zehn Jahren mit den immer gleichen Erntehelferinnen und -helfern aus Polen zusammen. "Wenn von unseren Leuten mal jemand eine Saison nicht kann, sorgen sie selbst für geeigneten Ersatz", erzählt Karin Ruh. Auch Martin Sommer vom Obsthof Neumühle aus Breisach kooperiert seit vielen Jahren mit polnischen Arbeiterinnen und Arbeitern.

Der Maschinenring Breisgau mit Sitz in Sexau beschäftigt ebenfalls Saisonarbeitskräfte, derzeit sind es 55 Rumänen (2008 waren es insgesamt 300) und zehn Deutsche (2008: 37), die zu Betrieben vermittelt werden. Der Anteil der deutschen Saison-Arbeitskräfte am Mitarbeiterpool beträgt im Schnitt zwölf Prozent, was auch dem Bundesdurchschnitt entspricht. Der Maschinenring registriert in diesem Frühjahr eine relativ starke Nachfrage nach Beschäftigung aus Polen. Er kooperiert jedoch wie schon bisher vorrangig mit Rumänen, weil eine Mitarbeiterin die rumänische Sprache spricht, was die Abwicklung für den Maschinenring deutlich vereinfacht.

Nach Angaben von Branchenkennern verdienen Erntehelfer rund um Freiburg im Regelfall 5,55 Euro pro Stunde (brutto). Sie können künftig sechs statt bislang nur vier Monate hier bleiben, um Geld zu verdienen.

Autor: Silvia Faller