Bertoldstraße

Amt prüft alle Bäume in der Innenstadt, nachdem einer einfach umkippte

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 04. Juli 2018 um 15:51 Uhr

Freiburg

Die Robinie, die in der Altstadt umstürzte, schien bei einer Kontrolle gesund. Die Stadt wird jetzt die übrigen Bäume genau untersuchen. Sie musste 2013 bereits einige wegen Wurzelfäule fällen.

Die Robinie, die auch Scheinakazie genannt wird, war am Dienstagabend beim Platz der Alten Synagoge einfach auf die Bertoldstraße gekracht. Verletzt wurde niemand. Am Fuß des Stamms war zu sehen, dass die meisten Wurzeln abgefault waren.



Das Freiburger Garten- und Tiefbauamt hatte den Baum zuletzt am 18. August kontrolliert, erklärte Rathaussprecherin Martina Schickle am Mittwoch auf BZ-Anfrage. "Die Robinie war äußerlich gesund, es bestand kein Verdacht, dass hier eine Stockfäule vorhanden sein könnte." Die gesetzlich vorgeschriebenen Sichtkontrollen unternimmt das Gartenamt jährlich.

Bei Gefahr im Verzug wird sofort gefällt

In der Bertoldstraße will das Amt jetzt sofort alle übrigen gleichaltrigen Robinien genauer unter die Lupe nehmen. Neun stehen noch, sagt Frank Uekermann, der das Garten- und Tiefbauamt leitet: "Wenn ein Baum Anzeichen zeigt, kommt er sofort weg."

Untersucht werden soll, ob die Bäume Schäden haben, die von außen unsichtbar sind. Ein externer Fachmann wurde bereits kontaktiert.

Wurzelfäule schon vor fünf Jahren

In der Bertoldstraße sind vor fünf Jahren einige Robinien gefällt worden. Die rund 30 Jahre alten Bäume litten ebenfalls an Wurzelfäule; das Gartenamt ließ sie aus Sicherheitsgründen fällen. Robinien, hieß es damals, seien eigentlich robust, haben aber im Stadtzentrum Stress. Werden Wurzeln durch Bauarbeiten verletzt, kann sich ein Pilz einnisten und der Baum stockfaul werden. Ersetzt wurden die abgesägten Bäume durch Stadtbirnen.

Die Robinie war am Dienstag gegen 22 Uhr auf Höhe des Kollegiengebäudes II der Uni gekippt – in die Oberleitung der Straßenbahn. Der Fahrstrom musste abgestellt und alle Freiburger Straßenbahnlinien unterbrochen werden, zum Teil bis zum Betriebsschluss in der Nacht. Verkehrs-AG, Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz, um den Schaden bis etwa 2.30 Uhr zu beheben.

Alle Tramlinien betroffen

Der VAG zufolge waren die Bereiche Johanneskirche, Okenstraße, Schwabentor und Hauptbahnhof ohne Strom. Die Oberleitungen waren nicht gerissen, aber stark verzogen, erklärte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt. Die Linie 2 konnte bereits gegen 22.50 Uhr wieder fahren.

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