Gewalt

Angriffe auf Mitarbeiter der Freiburger Abfallwirtschaft häufen sich

Simone Höhl

Von Simone Höhl

So, 06. Januar 2019 um 18:00 Uhr

Freiburg

Vor dem Morgengrauen niedergeschlagen, am helllichten Tag eine Faust im Gesicht: Solche Ausbrüche haben zuletzt zugenommen. Die Mitarbeiter der ASF arbeiten deshalb in kritischen Ecken nur noch tags und zu zweit.

Die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft und Stadtreinigung Freiburg erleben in den vergangenen Wochen vermehrt Gewalt. "Das ist eine neue Dimension", sagt ASF-Chef Michael Broglin. In kritischen Bereichen wird jetzt nur noch tagsüber und in Zweier-Teams gereinigt. "Die Reinigungsleistung geht teilweise zurück."

Inzwischen häufen sich die Vorfälle, sagt der Geschäftsführer der städtischen Tochtergesellschaft und zählt auf: An dem Sonntag, als die ASF den ersten Volleinsatz im Winterdienst fuhr, habe ein Mann morgens zwischen 5 und 6 Uhr in der Nähe des Martinstors eine Flasche in die Windschutzscheibe eines ASF-Fahrzeugs geworfen und in die Tür getreten. Einige Wochen zuvor räumte ein Kollege morgens kurz nach 6 Uhr im Seepark den Bereich beim Forsthaus auf. "Es war noch dunkel, als er von hinten niedergeschlagen wurde", erzählt Broglin. Der Mitarbeiter sei bewusstlos gewesen und in der Klinik gelegen.

"Die machen nur ihren Job, und zwar für die Allgemeinheit." Michael Broglin
Ein anderes Mal fragte ein Unbekannter einen Stadtreiniger nach der Uhrzeit. Der zog sein Handy, das ihm der Unbekannte daraufhin entreißen wollte. Er hielt es fest und bekam einen Faustschlag ab. Auf einem Recyclinghof hat der stellvertretende Leiter einem Kunden gesagt, der etwas in den Container werfen wollte, dass er das nicht dürfe – Faust ins Gesicht, blaues Auge. Dass die Leute immer rücksichtsloser werden, kenne die ASF, tätliche Angriffe aber nicht, sagt Broglin. "Ich find’s eine Respektlosigkeit und eine Verrohung meinen Leuten gegenüber."

Die ASF hat alle Vorfälle angezeigt und die Konsequenz gezogen, dass kein Mitarbeiter mehr allein arbeitet, wo es kritisch und dunkel ist. Michael Broglin versteht die Übergriffe auf seine Leute nicht. "Die machen nur ihren Job, und zwar für die Allgemeinheit."