Güterbahnhofareal

Bauarbeiten am 50-Millionen-Euro-Turm beginnen bald

Philipp Peters

Von Philipp Peters

Fr, 05. Mai 2017 um 20:29 Uhr

Freiburg

Es soll ein Vorzeigeprojekt werden, aber lange war es still um den vermeintlichen Leuchtturm. Doch nun hat der Freiburger Architekt Wolfgang Frey einen Termin für den Baustart seines Smart Green Tower benannt. Am 19. Juni sollen die Bauarbeiten auf dem Güterbahnhof-Areal beginnen.

Der insgesamt 51 Meter hohe Turm ist das Kernstück eines vierteiligen Gebäudekomplexes mit einer gesamten Bruttogeschossfläche von 15 000 Quadratmetern. Der Komplex entsteht am Südosteingang des Güterbahnhofs, zwischen Zollhof und Extrol-Tankstelle. Neben dem 16-stöckigen Turm gibt es zwei Seitenflügel, einer mit fünf und einer mit sieben Etagen, 16 und 22,5 Meter hoch. Zusätzlich wird eine Garage mit 250 Stellplätzen gebaut.

Fassade aus Glas und Photovoltaik-Modulen

In den oberen Etagen des Neubaus entstehen 70 Ein- bis Vierzimmer-Wohnungen. Sie nehmen allein 4500 Quadratmeter Fläche ein. Die übrigen 3200 Quadratmeter im Turm sind für Büros und auch als Boarding-Unterkünfte gedacht. Die beiden Seitenflügel sind als Bürogebäude geplant.



Der Turm erhält eine Fassade aus Glas und Photovoltaik-Modulen. Diese sollen pro Jahr mehr als eine Viertelmillion Kilowattstunden Strom erzeugen – und damit nicht nur das Gebäude selbst versorgen. Weil der Strom nicht immer dann gebraucht wird, wenn er erzeugt wird, verfügt der Turm über eine leistungsstarke Lithium-Ionen-Batterie. Sie ist in der Lage, Strom im Megawatt-Bereich aufzunehmen. Gleichzeitig kann aber auch Strom ins Netz abgegeben werden.

Keine Sozialquote für das Vorzeigeprojekt

Um die anspruchsvolle Technik zu realisieren, arbeitet Frey in einem Konsortium mit Siemens, dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem, dem Stromversorger Badenova sowie dem Batteriehersteller Ads-tech zusammen.

Wolfgang Frey hatte die Pläne für seinen Turm bereits vor drei Jahren vorgestellt. Die Baugenehmigung hat er seit einem Jahr. Seither hat man nicht viel von dem Projekt gehört. "Wir sind begeistert, dass dieses Leuchtturmprojekt der Green City nun definitiv Fahrt aufnimmt", sagt der städtische Wirtschaftsförderer Bernd Dallmann. "Der Smart Green Tower ist ein Gebäude mit hoher Symbolkraft und ökologisch beispielhaft. Unter dem innovativsten Energiekonzept werden Working und Living vereint."

50 Millionen Euro wird der Turm etwa kosten. Der Architekt selbst tritt auch als Investor und Bauherr auf. Bei den Wohnungen im Turm muss er sich nicht an die Sozialquote halten, die für städtischen Wohnbau gefordert wird. Denn die Baugenehmigung ist schon älter als der Grundsatzbeschluss des Freiburger Gemeinderats, der bei Neubauten vorschreibt, dass die Hälfte der Wohnungen Sozialwohnungen sein soll.

Aus Freys Büro hört man jedoch, dass es trotzdem bezahlbaren Lebensraum für alle Einkommensschichten im neuen Turm geben soll. Die Vermietung wird über die Pro Scholare ablaufen, eine von Frey gegründete Gesellschaft. Diese hat sich auf die Fahnen geschrieben, für eine gesunde soziale Mischung in der Mieterstruktur zu sorgen.

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