Freizeitmesse

Besucherrückgang: 2018 findet die CFT nur noch an einem Wochenende statt

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mo, 20. März 2017

Freiburg

Die Freizeitmesse CFT hat an den beiden vergangenen Wochenenden mit rund 39000 Besuchern mehr Messegäste bei den rund 200 Ausstellern gezählt als erwartet. Der seit Jahren andauernde Sinkflug konnte dennoch nicht verhindert werden.

Als Folge des Abwärtstrends bekommen die Camping- und Caravanaussteller ab Herbst nun ihre eigene Fachmesse in Freiburg. Die CFT soll im kommenden Jahr zusammen mit der Modellbau-Ausstellung zwar weiter laufen – aber nur noch an einem Wochenende.

Jochen Ernst ist seit 1973 auf Camping- und Freizeitmessen in Freiburg dabei. Der Seniorchef des gleichnamigen Wohnwagen- und Reisemobilzentrums aus Ettenheim hat alle Veränderungen mitgemacht. "Es war ein großer Fehler, die Messe nicht mehr unter der Woche zu veranstalten", sagt Ernst. Vor allem der Montag und Mittwoch seien immer gut besucht gewesen. "Ältere Leute und interessierte Kunden kommen eher unter der Woche", erklärt er. Das Fachpublikum nehme sich auch mal einen Tag frei, um sich in Ruhe zu erkundigen.

Am Wochenende kommen vor allem Schaulustige. In seinem Caravan- und Freizeitcenter direkt an der A5 verkaufe er an einem Samstag mehr als auf der CFT. "Wir brauchen eben keine Masse wie andere Aussteller hier". 2011 veränderten die Veranstalter den Turnus der Verbrauchermesse von neun Tagen am Stück auf sechs Tage – verteilt auf zwei Wochenenden. "Es gibt aber ein Abkommen mit den Ausstellern, dass sie ihre Kunden auch unter der Woche ohne Messebetrieb empfangen und beraten können", sagt Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der städtischen "Freiburg, Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH". Er weiß jedoch, dass das nicht das Gleiche ist. Deswegen soll es für die Caravanhändler bald eine eigene Messe geben.

"Wir wollen jetzt die Spreu vom Weizen trennen", erklärt der Messechef. So soll es noch in diesem Jahr eine reine Reisemobilmesse geben. Strowitzki erwartet für die erste "Caravan live" von Donnerstag bis Sonntag, 19. bis 22. Oktober, rund 10 000 Besucher. "Die Ausstellung wird bewusst für eine bestimmte Klientel ausgelegt sein, wie bei der Automobilmesse auch."

Marianne Gulde vom auf Freizeitmobile spezialisierten Autohaus Gulde aus Engen bei Konstanz freut sich darüber. "Für uns ist eine Herbstmesse viel besser, denn da kann man die neuen Modelle vorstellen", sagt sie und hofft, dass dann auch wieder mehr Zubehörhändler dabei sind als zuletzt. Man müsse ja nicht mit dem "Caravan-Salon" in Düsseldorf im Spätsommer oder der größten Publikumsmesse für Tourismus und Freizeit in Stuttgart im Januar mithalten.

"Caravan live" künftig an vier Tagen im Oktober

Aber sich daran zu orientieren, sei schon sinnvoll, findet Gulde. "In Stuttgart stehen die Leute Schlange, nur um in ein Mobil reinzuschauen", sagt sie. Ihr Familienunternehmen sei trotz rücklaufender Besucherzahlen gerne auf die CFT gekommen und befürwortet, dass diese auch ohne Wohnmobile eine Zukunft hat. Auch Jochen Ernst sieht mehr Potenzial in der künftigen Messe mit Fachpublikum. Dass diese jedoch nur von Donnerstag bis Sonntag stattfinden soll, sei viel zu kurz angelegt.

Zweiradhändler Gottfried Hanser findet es mehr als schade, dass die Caravans der CFT nun den Rücken kehren. "Diese Messe lebt doch von der Vielfalt, und das gehört alles zusammen." Er könne sich nicht über sein Geschäft beklagen, sieht aber einen drohenden Zerfall der Messe, wenn die Wohnmobile wegbleiben. "Wer soll denn diesen Platz ersetzen?", fragt er. Um die CFT auch im nächsten Jahr mit Leben zu füllen, müssten sich die Aussteller nun besonders bemühen. "Wir brauchen mehr futuristische Höhepunkte und nicht so viel Show", findet Hanser.

Die CFT, die im Jahr 2000 noch neun Tage am Stück dauerte und zu Beginn 80 000 Besucher zählte und über 350 Aussteller hatte, wird 2018 nur noch an drei Tagen, vom 16. bis 18. März, und zusammen mit der Modellbaumesse stattfinden.