Meierhof

Bürgerverein willl, dass Kartaus-Bauernhof saniert wird

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mo, 30. Januar 2017

Freiburg

Vor einem Jahr klang alles so optimistisch, und jetzt ist der Meierhof der alten Kartaus noch immer nicht gerettet. Das ist offenbar ein zäheres Geschäft als gedacht. Doch die Sanierung ist noch nicht vom Tisch. Diese Woche gibt es wieder ein Gespräch.

Vor einem Jahr klang alles so optimistisch, und jetzt ist der Meierhof der alten Kartaus noch immer nicht gerettet. Das ist offenbar ein zäheres Geschäft als gedacht. Doch die Sanierung ist noch nicht vom Tisch. Diese Woche gibt es wieder ein Gespräch.

"Wir sind in Verhandlungen", bestätigt Willi Sutter auf BZ-Anfrage. Mehr will der Projektentwickler nicht sagen, das Gespräch am kommenden Mittwoch bleibe abzuwarten. Von seiner Seite aus stehe die Sache: "Und wir hoffen, dass wir mit allen Beteiligten die letzten Steine aus dem Weg räumen."

Altbausanierer Sutter hat seinen Hut in den Ring geworfen, als das Aus für den maroden Bauernhof des früheren Kartäuserklosters im Freiburger Osten quasi besiegelt war. Ein umfassendes Gutachten hatte 2015 ergeben: Die Schäden sind so groß, dass nach der Sanierung nicht viel von der historischen Substanz übrig und der Hof kein Denkmal mehr wäre. Der Denkmalschutz gab ihn zum Abriss frei. Es hagelte Protest in der Stadt. Altbausanierer Sutter legte ein Konzept vor, das die Bosch-Stiftung vor einem Jahr noch prüfte. Die Stuttgarter hatten das Kartaus-Ensemble 2011 von der Freiburger Heiliggeistspitalstiftung gekauft und für 44 Millionen Euro zum United-World-College umgebaut. Das Grundstück erhielten sie nur in Erbbaurecht.

"Es gibt noch keinen neuen Stand", sagt die Bosch-Stiftung. Passiert ist in der Zwischenzeit aber wohl einiges. Denn im Lauf des Jahres hätten zentrale und komplexe Fragen grundsätzlich geklärt werden können, erklärt Stiftungssprecherin Julia Rommel. Dazu zähle die Verständigung mit der Freiburger Stiftung, die Meierhof-Parzelle aus dem Erbpachtvertrag rauszulösen und einen Vertrag mit Sutter zu schließen. Der habe im Dezember genaue Zahlen für sein Vorhaben vorgelegt.

Im Meierhof sollen Lehrerwohnungen entstehen. "Diese Projektkostenrechnung hat gezeigt, dass eine zentrale Herausforderung in der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit der Sanierung besteht", meint Julia Rommel. Kurz: Es geht noch ums Geld. Die Bosch-Stiftung möchte, dass bezahlbarer Wohnraum für die Collegelehrer entsteht. "Nun muss geklärt werden, wie diese beiden Ziele überein gebracht werden können."

Das Interesse daran, dass der Meierhof saniert wird, ist nach wie vor groß, zum Beispiel beim Bürgerverein Oberwiehre-Waldsee. "Wenn dieses Haus fällt, dann fällt das letzte seiner Art in Freiburg", sagt Hans Lehmann. Das will der Bürgerverein verhindern. "Wir werden kämpfen bis aufs Messer", kündigt der Vorsitzende an.

Auch die Stadtverwaltung hat vor einem Jahr großes Interesse bekundet, das Gebäude zu erhalten, ist aber derzeit außen vor. Sie hätte über Baurechtliches und Denkmalschutzbelange zu befinden. "Nach jetzigem Kenntnisstand gibt’s nichts, was dem entgegensteht", sagt Baubürgermeister Martin Haag. Allerdings bewege es sich auch noch auf abstrakter Ebene. Der Chef des Baudezernats klingt noch immer optimistisch. "Unsere Erwartung ist, Mitte des Jahres einen Bauantrag zu bekommen."