Sagen Sie Mal....

BZ-Fragebogen, ausgefüllt von der Medienpädagogin Irene Schumacher

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Do, 26. Januar 2017

Freiburg

Mit Medien, sagt Irene Schumacher, kann man Dinge wunderbar sichtbar machen. Die 55-Jährige stammt aus Wertheim und hat Sozialpädagogik studiert. Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als Medienpädagogin, unter anderem in dem Verein „Kommunikation & Medien“. Schumacher hat drei Kinder und lebt im Stühlinger.

Sie haben 2012 das Netzwerk "Freiburgerinnen aus aller Welt" gegründet.
Ja, da wurde aus einer kleinen Idee etwas ganz Großes. Über ein Integrationsprojekt mit Medien konnten sich 160 Freiburgerinnen aus 80 Herkunftsländern mit ihrer Kultur in drei Kochbüchern sichtbar machen. Das Netzwerk ist seither in Freiburg aktiv. Frauen sind aber auch mit den Büchern als Kulturbotschafterinnen unterwegs: zum Beispiel bei der Expo in Mailand oder bei der Weltfrauenkonferenz in Nepal.

Was ist Ihr Lieblingsmedium?
Film. Bewegte Bilder faszinieren mich.

Was ist Ihr nächstes Projekt?
Ein Audioguide für den Stühlinger, der wird im Frühjahr als App veröffentlicht. Außerdem planen wir einen interkulturellen Medientreff für Frauen und hoffen auf die Förderung über den städtischen Haushalt.

Was wollten Sie als Kind werden?
Bäuerin.

Ihr Lieblingsplatz in Freiburg?
Der Stühlinger Kirchplatz.

Ihr Lieblingslokal in Freiburg?
Die Eckkneipe "Babeuf" im Stühlinger.

Worüber können Sie herzhaft lachen?
Wenn mein Sohn Witze erzählt, und über politisches Kabarett.

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit?
Freunde und Freundinnen treffen, Filme schauen und spazieren gehen.

Welches Buch hat Sie in jüngster Zeit am meisten beschäftigt?
"Im Meer schwimmen Krokodile" von Fabio Geda.

Wann waren Sie zuletzt in der Kirche?
An Weihnachten in der Kreuzkirche.

Wann waren Sie zuletzt im Kino?
Beim Greenmotion-Festival in "Beyond the red lines – Systemwandel statt Klimawandel".

Ihre Lieblingsinternetseite?
re-publica.com

Wovor haben Sie Angst?
Vor dem zunehmenden Rechtsruck in der Gesellschaft. Vor Populisten und vor allem hate speech im Netz.

Was bringt Sie auf die Palme?
Wenn Sendebeiträge öffentlich-rechtlicher Sender nach einer Woche nicht mehr in der Mediathek abrufbar sind.
Sie bekommen eine Zeitreise geschenkt – wohin reisen Sie?
Ins Jahr 2100. Mich würde interessieren, wie Menschen mit den Folgen des Klimawandels und der zunehmenden Digitalisierung der Lebenswelt umgehen.

Haben Sie ein Vorbild?
Meinen eigensinnigen Großvater, der Bauer war und nach dem Krieg Bürgermeister in einem Dorf von 300 Einwohnern. Er musste einmal drei Busse mit Flüchtlingen unterbringen. Er schaffte das mit Überzeugungskraft an einem Tag.

Mit wem würden Sie warum gern mal einen Tag lang tauschen?
Mit einer Person, die zehn Sprachen spricht. Die Vorstellung finde ich unglaublich faszinierend.

Ihre Traum-Schlagzeile?
"Digitale Bildung für Jung und Alt bringt Erfolge – vom EU-Schlusslicht zum Spitzenreiter."
Angenommen, Sie gewinnen bei Jauch eine Million. Was machen Sie damit?
Ich genieße es, keine Zeit mehr mit der Beantragung von Geldern zu verbringen, sondern setze direkt die Projekte um, die mir am Herzen liegen. Einen Teil davon spende ich für Menschen in Not.

Bitte vervollständigen Sie: Am Herd gelingen mir am besten ...
... Dampfnudeln, meint meine Tochter.

Wer es in meinem Job zu etwas bringen will, der ...
... muss neugierig sein und sich ständig weiterentwickeln.

Die Zeit vergesse ich, wenn ...
... ich Tai-Chi mache.

Einmal im Leben will ich unbedingt ...
... ein Jahr Zeit haben und mir eine Bahncard 100 kaufen.

Als Oberbürgermeisterin von Freiburg würde ich ...
... ein Zentrum für digitale Bildung und Kultur nach dem Vorbild des ARS Electronica Center in Linz bauen lassen. Bürger haben dann einen Ort, sich mit Zukunftstechnologien und deren gesellschaftlichen Herausforderungen kreativ und kritisch auseinanderzusetzen.