Klimaschutz

Carrotmob im Jos-Fritz-Café

Julia Dreier

Von Julia Dreier

Mo, 11. Oktober 2010

Freiburg

Kuchen essen, Klamotten tauschen und gleichzeitig das Klima schützen? Der globale „Packen wir’s an“-Tag, organisiert von der Klimaschutzkampagne 350.org, macht es möglich.

Gestern war das Jos Fritz Café Schauplatz des zweiten Freiburger "Carrotmobs". "Das ist eine neue Form der Aktion, bei der der Kunde mal aus gutem Gewissen kaufen kann", erklärt Elvira Erdem vom Team der "Karottenmeute". Und zwar möglichst reichlich, denn jedes teilnehmende Geschäft verpflichtet sich die gesamten Tageseinnahmen in Energiesparmaßnahmen zu investieren.

Ob es sich dabei um einen sparsameren Kühlschrank oder gedämmte Fenster handelt – Energieberater ermitteln die individuell beste Lösung, die hilft das Klima zu schützen. "Der Mob verdeutlicht die Massen, die angelockt werden sollen", so Erdem. Die Karotte symbolisiere das Lockmittel, dem der Esel hinterherrenne. "Wir wollen den Politikern vormachen, dass jeder im Kleinen was bewegen kann."

Der "Carrotmob" war nicht der einzige Freiburger Beitrag zum Klimaschutztag, an dem sich weltweit 188 Länder mit über 7000 verschiedenen Aktionen beteiligten. Während New Yorker Dächer weiß tünchten, oder im Irak Bäume gepflanzt wurden, radelte die "Critical Mass" für eine autofreie Innenstadt. Der Verein "Ingenieure ohne Grenzen" brachte dabei kostenlos die Räder auf Vorderman. Der Verein wolle einen Beitrag zum Klimaschutztag leisten, erzählt Ingenieur Andreas Madjarov, während sein Kollege das pinkfarbene Fahrrad eines Mädchens begutachtet.

Der weltweite Aktionstag will auf die vielfältigen Möglichkeiten hinweisen, die jeder hat, um etwas für das Klima zu tun. Der Name der Organisation weist auf die Obergrenze des Kohlendioxidanteils in der Atmosphäre hin. Dieser beträgt laut Klimaexperten 350 ppm (Teilchen pro Million). Aktuell liegt der Wert bei riskanten 390 ppm.

Nicht nur reden, sondern machen, war das Motto des 10.10.10. So gab es im Jos Fritz Café neben Kaffee und Kuchen auch noch eine Klamottentauschparty. Ruth Meßmer (43) aus Freiburg, hat dabei einige schöne Sachen gefunden. "Mir gefällt die Idee einfach zu tauschen," erklärt sie und sucht einen Platz für ihre mitgebrachten Kleidungsstücke. Mittlerweile hängen viele Klamotten sogar schon in den Bäumen. Der 20-jährige Hannes Huhn hat einen ganzen Rucksack voller ausrangierter Kleidungsstücke dabei. "Ich bin über Facebook auf die Aktion aufmerksam geworden", erzählt er, während er sich an der Kuchentheke bedient. Dann wird es laut vor dem Jos Fritz Café. Eben ist die "Critical Mass" auf ihren Fahrrädern eingetroffen, die mit Trommeln Lärm für den Klimaschutz macht.