Comeback in neuer Funktion: Eberhard Fritz leitet das Eucken-Gymnasium

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Mi, 20. September 2017

Freiburg

Der Neue ist eigentlich gar nicht neu an der Schule. Eberhard Fritz hat einst seine erste Lehrerstelle am Walter-Eucken-Gymnasium angetreten. Jetzt ist der 58-Jährige zurückgekehrt – als Leiter einer großen beruflichen Schule mit Schwerpunkt Wirtschaft.

Eberhard Fritz ist seit 1985 Lehrer, ursprünglich für Betriebswirtschaft, Geschichte und Gemeinschaftskunde. "Aber Gemeinschaftskunde habe ich nie unterrichten dürfen", sagt der Mann mit grauem Haar, Brille, Sakko und Turnschuhen im Büro an der Glümerstraße. Auf seinem Stundenplan stand Wirtschaftskunde, da herrschte Lehrermangel.

Nicht viele Lehrer gab es auch für etwas Neues an den Schulen: "Ab 1988 kam dieser Informatikboom", erzählt Eberhard Fritz mit leicht schwäbischem Akzent. Der Gundelfinger kommt ursprünglich aus Esslingen. Informatik wurde eines seiner Steckenpferde: Die ersten Anwendungen, Windows, Vernetzen und schließlich auch Internet in den Schulen. "Das hat Spaß gemacht", sagt der 58-Jährige, der nicht nur Schüler unterrichtete, sondern auch Lehrer fortbildete. Er ist verheiratet und Vater eines erwachsenen Sohnes, der übrigens Informatiker ist.

Im Jahr 2007 wechselte Fritz als Vizerektor an die Walther-Rathenau-Gewerbeschule, sechs Jahre später übernahm er das Chefbüro der Schule mit 1400 Voll- und Teilzeitschülern. Er wollte verändern, sagt Eberhard Fritz. Und nach zehn Jahren wollte er sich selbst verändern: etwas Neues, nochmal eine Herausforderung. Er wechselte von Walther zurück zu Walter. "Ich hab’ noch eine Restlaufzeit von acht, neun Jahren und denk’, das ist eine gute Zeitspanne."

Am ältesten Wirtschaftsgymnasium Deutschlands mit seinen kaufmännischen Schulen sowie 2600 Schülerinnen und Schülern will er nicht alles umkrempeln. "Ich glaube, die Schule ist gut aufgestellt." Aber er hat einiges vor, möchte die pädagogische Arbeit unterstützen – "es gibt ein tolles junges Team". Das Team scheint ihm überhaupt wichtig zu sein: Fritz hat seinen Stellvertreter Oswald Segler gleich mit zum BZ-Gespräch gebeten, er will die Teamentwicklung der 140 Lehrkräfte fördern und der Schule, an der er selbst gefördert wurde, etwas zurückgeben.

Als seine Vorgängerin Claudia Feierling die Leitung des Walter-Eucken vor zehn Jahren übernahm, gab es Widerstand von Lehrern und Eltern, diesmal blieb alles ruhig. "Ich guck’ nach vorne", sagt Fritz dazu nur. Und auf seiner To-Do-Liste stehen vor allem Digitalisierung, individuelle Förderung und Organisation – Mitarbeitergespräche sollen fest verankert werden, Schüler sollen Lehrern Feedback geben und die Kollegen der Schulleitung.

Fritz guckt auch nach rechts und links: Auf die anderen sieben öffentlichen Berufsschulen in der Stadt: Als ihr Geschäftsführender Schulleiter ist er Ansprechpartner für die Schulverwaltung und die Stadt, zu seinen Aufgaben gehören zum Beispiel das "Übergangsmanagement" für Jugendliche in eine Ausbildung und das Verteilen von geflüchteten Jugendlichen in spezielle Klassen an den Beruflichen Schulen, wie auch das Walter-Eucken selbst eine hat. Wegen des Geschäftsführerjobs kommt Eberhard Fritz nicht mehr zum Unterrichten. "Das finde ich persönlich ein bisschen schade."