Jugendhilfswerk

Computerspielschule hat erste Freiburger Gaming Night veranstaltet

Johannes Tran

Von Johannes Tran

Mo, 06. November 2017 um 15:13 Uhr

Freiburg

Die erste Freiburger Gaming Night hat die Computerspielschule Freiburg in der Wiehre veranstaltet hat. Der pädagogische Hintergedanke: Das gemeinsame Zocken soll den Teamgeist fördern.

Die Jungs auf dem grauen Sofa mit den beiden voluminösen Kissen jubeln, fluchen und lachen. Ihre Blicke kleben an der Wand, auf der ein metergroßes Bild flimmert. Im Kultrennspiel "Mario Kart" steuern sie bizarre Gefährte durch eine fantastische Welt voller Höhlen, halsbrecherischer Schanzen und enger Kurven. Aber keiner ist schneller als Andreas, 16 Jahre alt. Er gewinnt das Rennen und damit das Turnier bei der Freiburger Gaming Night, die die Computerspielschule Freiburg in der Wiehre erstmals veranstaltet hat.

Andreas ist einer von rund siebzig – überwiegend männlichen – Besuchern am Freitagabend im Wissenschaftlichen Institut des Jugendhilfswerks. Sozialarbeiter Marco Marsovszky, der die Gaming Night maßgeblich organisiert hat, ist begeistert: "Die Resonanz ist bombastisch."

Die Veranstaltung richtet sich an erfahrene Gamer und an Computerspielneulinge. Sogar zwei 80-Jährige seien schon vorbeigekommen, erzählt Marco Marsovszky.

Besucher können Virtual-Reality-Brille ausprobieren

Das Konzept der Gaming Night ist schnell erklärt: Über mehrere Räume verteilt warten zahlreiche Konsolen mit unterschiedlichen Spielen auf die Besucher. Im Keller messen sich die Kontrahenten im Fußballspiel "Fifa 18"; vier Ledersessel stehen für die Teams à zwei Spieler bereit. An anderer Stelle können die Besucher eine Virtual-Reality-Brille ausprobieren – sofern sie gegen Schwindel immun sind.

Attila ist es. Der Elfjährige im blauen Kapuzenpulli setzt sich ohne Zögern die futuristische Brille auf und taucht in die Welt eines Vogels ein. Wohin er den Kopf neigt, dahin fliegt auch sein virtuelles Ich. "Das Fliegen macht Spaß", so sein Urteil. Viel mehr kann er aus Zeitgründen aber nicht sagen, schließlich hat er möglichst schnell dreißig Fische zu fangen – eine schwierige Aufgabe.

Pädagogischer Hintergedanke

Was auf den ersten Blick wie eine unbeschwerte Party von Computerspielern wirkt, hat einen pädagogischen Hintergedanken. "Wir sind ein Ort der Begegnung", erläutert Veranstalter Marco Marsovszky. Für ihn sei viel gewonnen, wenn Kinder und Jugendliche gemeinsam zockten, anstatt zu Hause im stillen Kämmerlein zu sitzen. Daher finden die Besucher der Gaming Night auch keinen einzigen Spielmodus vor, den sie alleine bestreiten können. Das gemeinsame Spielen soll den Teamgeist fördern, so die Idee.

Das gilt selbst für das Ego-Shooter-Spiel "Counter Strike", das Besucher ab 16 Jahren spielen dürfen. Doch wieso verzichtet man bei einer solchen Veranstaltung nicht auf ein Spiel, das Gewaltdarstellungen zum Inhalt hat? Marsovszky schüttelt den Kopf: "Das würde nicht die Realität widerspiegeln." Die Jugendlichen würden die Spiele so oder so spielen; dann täten sie das besser in einem betreuten Umfeld als woanders. Für den Betreuer seht noch am Abend fest, dass dies nicht die letzte Gaming Night gewesen sein soll. "Das Adrenalin, den Frust, den Spaß, das Abklatschen zu sehen – das war toll", sagt er zum Abschluss der Veranstaltung.
Info: Die Computerspielschule lädt jeden Freitag (15.30 bis 18 Uhr) zu einem "Gaming for Everyone" in der Konradstraße 14 ein. Infos: Tel. 0761/7036111.